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Digitalkameras – nützliche Werkzeuge für Büro und Baustelle

 

Digital ist “in”, analog ist “out”. Wer heute noch mit Film fotografiert, gilt als hoffnungsloser Nostalgiker – auch auf der Baustelle. Digitalkameras sind auf dem Vormarsch, denn Bilder können noch vor Ort betrachtet, am Büro-PC weiterbearbeitet und beispielsweise für das Bestandsaufmaß ausgewertet oder per E-Mail an Projektbeteiligte versandt werden.

   

Noch vor kurzem haben digitale Fotos kaum für Urlaubs-Schnappschüsse getaugt. Zu gering war die Bildauflösung, zu unscharf die Ergebnisse. Mittlerweile offeriert der boomende Markt aktuelle Bildauflösungen ab 4 Millionen Pixel (Megapixel) – und das zu einem Preis ab Euro 250,-. In dieser Auflösungsqualität sind Digitalfotos kaum mehr vom Filmnegativ-Abzügen zu unterscheiden. Lästige Vor- und Nacharbeiten entfallen: Film kaufen, Film einlegen und anschließend wieder herausnehmen, im Labor entwickeln lassen und ein oder mehrere Tage später Abzüge oder Dias abholen. Stattdessen kann alles – außer den Fotoaufnahmen selbst – im eigenen Büro erledigt werden. Führt man sich vor Augen, wie oft wichtige, in Streitfällen sogar juristisch relevante Fotos nicht aufgenommen wurden, weil gerade kein Film zur Hand war oder weil einfach der Aufwand gescheut wurde, dann spricht alleine schon die problemlose Handhabung für die digitale Fotografie. Sie steigert die Akzeptanz, Fotos einfach als ein effizientes Hilfsmittel für die Projektplanung und -ausführung zu sehen.

 

Digitalkameras sind flexibel

 

Digitalkameras lassen sich in vielen Bereichen einsetzen: Für die Akquisition und Präsentation, die Erfassung des Bestands, eines Bauschadens, eines Material- bzw. Montagefehlers oder die Dokumentation eines Montageablaufs. 

Dokumentation: Sie wollen nach der Montage nicht mehr sichtbare Details festhalten, um später zu wissen, wie knifflige Detailprobleme vor Ort gelöst wurden? Dokumentieren Sie doch einfach den Montageablauf, dann sind auch Ihre Mitarbeiter, wenn Sie mal nicht da sind, “im Bilde”.

Akquisition: Sie möchten dem Mitbewerb voraus sein? Dann zeigen Sie potenziellen Bauherren doch vorher, wie es hinterher aussehen könnte. Entweder anhand ähnlicher, bereits realisierter Projekte, oder mit Hilfe von Fotomontagen (siehe Kasten).

Bestandserfassung: Sie haben keine Zeit für eine zeitraubende Bestandsaufnahme? Nehmen Sie die “Aufnahme” doch wörtlich und fotografieren Sie das Objekt, etwa eine Hausfassade. Spezielle Programme für das fotografische Aufmaß “entzerren” perspektivische verzerrte Fotos. Das Ergebnis sind maßstabsgerechte Ansichten.

Gutachten: Verleihen Sie Ihren Gutachten mehr Nachdruck und verdeutlichen Sie mit Detailfotos die Aussagen im Text. Bilder einfach per “Copy & Paste” einfügen und zusammen mit dem Bericht ausdrucken.

Präsentation: Präsentieren Sie Ihre Arbeiten vor Gremien wirkungsvoll mit Hilfe von LCD-Beamern. Digitale Fotos einfach in Präsentationsprogramme (z. B. Powerpoint) einbinden und ohne Medienbrüche direkt auf eine Leinwand oder Wandfläche projizieren (s. a. architektur 3/00).

Publikationen: Sie tun Gutes, reden aber nicht darüber? Bürodarstellungen, Projektpräsentationen oder Artikel in der Regional- oder Fachpresse leben von Bildern. Stellen Sie Ihre Referenzobjekte ins rechte Licht und lassen Sie Ihre Arbeit für Sie arbeiten.

Internet: Präsentieren Sie Ihr Büro und Ihre Leistungen im Internet – schnell, zeitgemäß und werbewirksam, indem Sie Fotos ausgeführter Projekte in die eigene Homepage stellen. Bei Planer-Seiten wird die Rubrik “Projekte” am häufigsten angeklickt.

E-Mail: Dem Handwerker oder Fachingenieur ist etwas unklar? Der viele Kilometer entfernte Bauherr will wissen, wie ein gebautes Detail aussieht? Versenden Sie doch einfach klärende Digitalfotos (Ihrer Handskizzen) per E-Mail.

 

 

Vorher zeigen wie es hinterher aussieht

 

Gut gemachte Vorher-/Nachher-Fotos gelten bei der Entwurfspräsentation als “Killer-Bilder”, die auch unschlüssige Bauherren überzeugen. Attraktive Fotomontagen zu erstellen ist mit einer Digitalkamera und einem Bildbearbeitungs-Programm ganz einfach. Dazu wird das Foto eines Gebäudes mit Hilfe gängiger Bildbearbeitungsprogramme (Photo Shop, Photo Paint etc.) modifiziert: Foto laden, zu ändernde Bereiche (z. B. Fassadenansicht, die einen Wintergarten erhält) “herausradieren” und die neue Konstruktion mit speziellen Zeichen-/Malwerkzeugen einfügen. Bild speichern und per E-Mail versenden oder ausdrucken. Alternativ ist auch eine etwas aufwändigere, aber realistischer wirkende Kombination mit computergenerierten Bildern (Shadings, Renderings) möglich, die auf Grundlage von CAD-Daten erstellt wurden (siehe auch architektur 8/01).

 

Professionell präsentieren

 

Kombinationen aus Digitalkamera und “intelligentem” Stativ eröffnen völlig neue Möglichkeiten für die Präsentation oder die Projektarbeit im Team über viele Kilometer hinweg. So vereint das flexible Präsentationssystem YC-400 von Casio, bestehend aus einer hochauflösenden 4 Megapixel-Digitalkamera und einem klappbaren Aluminiumstativ, die Vorteile eines Overheadprojektors, Whiteboards, Flipcharts und Scanners mit den Vorteilen digitaler Kameratechnik. Entwurfsskizzen, Zeichnungen, Arbeitsmodelle, Material- oder Produktmuster, die früher umständlich weitergereicht bzw. versandt werden mussten, können mit dem integrierten Kamerasystem schnell in eine laufende Projektpräsentation integriert werden. Eine automatische Trapezkorrektur sorgt dafür, dass auch leicht schräg aufgenommene Objekte korrekt dargestellt werden. Im Whiteboardmodus nimmt die Kamera handschriftliche Texte auf, speichert und druckt sie bei Bedarf. Eine Scannerfunktion rundet die Möglichkeiten ab: Spontan eingescannte Dokumente bereichern Präsentationen mit Zusatzinformationen. Durch die automatische Ausrichtung, Größenanpassung, Kontrasteinstellung und die geringe Auslöseverzögerung scannt das Gerät auch eine größere Anzahl von Dokumenten.

 

 

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

 

Die Digitalfotografie ist eine Wissenschaft für sich. Doch wer auf Grundlegendes achtet, mindert die Gefahr von Fehlkäufen.

Auflösung: Bildauflösungen ab 4 Megapixel sind heute Standard. Das reicht sowohl für die Bestandserfassung und Dokumentation als auch die Printpublikation. 5 Megapixel gelten als Optimum zwischen Bildqualität und Speicherplatzbedarf.

Objektiv: Neben dem Bildsensor bestimmt die Objektiv-Optik die Bildqualität. Für den Alltag reicht ein dreifacher optischer Zoom aus (entspricht meist 35–105 mm im Kleinbildformat). Achtung: Beim digitalen Zoom geht Bildqualität verloren!

Speicher: Gab es früher ein buntes Durcheinander an Speichermedien (Compact Flash, Memory Stick, Micro-Drive ...), so hat sich heute die SD-Karte durchgesetzt. Nehmen Sie möglichst immer eine zweite Speicherkarte mit (ab 256 MB). Ideal sind auch mobile USB-Festplatten, die Fotos direkt von SD-Karten ohne PC sichern können.

Datenübertragung: Digitalfotos werden heute standardmäßig über den USB-Anschluss und optional per Kartenleser auf den PC übertragen. Achten Sie darauf, dass Ihr PC über einen passenden freien Anschluss verfügt.

Gehäuse: Slimline-Kameras sehen zwar schick aus, für raue Baustellenbedingungen oder gar die Bedienung mit Handschuhen taugen die winzigen Bedienknöpfe aber wenig. Achten Sie auf ein robustes Gehäuse mit ausreichend großem Bedienfeld.

Fotohandys: Immer interessanter werden auch Fotohandys. Zwar bieten sie derzeit Auflösungen von maximal 2 Megapixeln, für schnelle Dokumentationsfotos auf der Baustelle reicht das allemal. Vorteil: Fotos können zur Abstimmung unmittelbar ins Büro versandt werden.

 

Fotos ausgeben

 

Wesentlicher Vorteil der Digitalfotografie ist zwar das digitale Bild – dennoch will man das Ergebnis auch mal in der Hand halten – um es dem Bauherren mitzugeben oder einfach im Büro an das schwarze Brett zu hängen. Der preiswerteste Weg zu qualitativ hochwertigen Fotoabzügen führt über professionelle Bilderdienste. Foto-Fachgeschäfte, Drogeriemärkte oder Online-Dienste bieten gute Qualität zu unschlagbar günstigen Preisen. Wer dennoch die Fotos im Büro ausgeben will, greift auf die preiswerteren Farb-Tintenstrahldrucker (ab Euro 100,-) oder die noch recht teuren Farblaserdrucker (ab Euro 500,-) zurück. Wird spezielles Tintenstrahl-Fotopapier verwendet, erhält man ein zur Bildqualität der Digitalkamera adäquates Ergebnis. Wer Fotos vor Ort ausgeben will, wählt mobile Fotodrucker, die randlose Fotos in Postkartenqualität bieten. Die Ausgabekosten liegen mit 40–90 Cent/Bild allerdings deutlich höher als bei Fotoabzügen von Bilderdiensten (ab 20 Cent/Bild).

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten

 

So viele Vorteile die digitale Fotografie auch hat – auch Schwächen sollten nicht unerwähnt bleiben: Feine Strukturen im Bildmotiv liefern immer noch störende Moiré-Effekte. Farbverläufe werden stufig wiedergegeben, Farbkontraste teilweise zu hart dargestellt. Teilweise lässt auch die Farbtreue zu wünschen übrig. Mit schlechten Lichtsituationen kommen viele Digitalkameras ferner nicht klar, wenn man keinen Blitz einsetzen kann oder will. Digitalkameras sind zudem Energiefresser: Ein voller Akkusatz reicht selten für mehr als 100 Aufnahmen. Immer größere Displays tragen nicht unbedingt dazu bei, dass sich hier etwas bessert ... Dennoch – werden “technische” Aufnahmen wie Baustellen- oder Detailfotos benötigt, gibt es zu Digitalkameras mit einer Bildauflösung ab 4 Megapixel keine Alternative! Spiegelreflexkameras ab 8 Megapixel Bildauflösung und hochwertiger Optik taugen durchaus auch für anspruchsvolle, kreative Architekturfotos.

Foto: Kodak

 

Den gesamten Artikel mit Bildern, Herstellerverzeichnis und Link-Liste finden Sie im Heft 5/05.

 

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