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Multifunktionsdrucker im Praxistest

 

All-in-one-Geräte (Drucker, Scanner, Kopierer und Fax/Modem), die wertvolle Büro-Standfläche und Kosten sparen, wurden bereits im Büro-Sonderheft 2001 von architektur vorgestellt. Eine neue Gerätegeneration mit Laser-Technologie und Auflagen-Scanner verspricht bürotaugliche Multi-Funktionalität für wenig Geld. Ob sie es auch hält, zeigt dieser Praxisbericht.

 

Bislang hatten es Multifunktions- (MF-)Geräte im professionellen Büroumfeld schwer. Die Gründe lagen vor allem in der Drucktechnik. Ein Großteil der Geräte basierte auf der zwar farbfähigen, dafür aber langsamen, nicht auf großen Papierdurchsatz ausgelegten Tintenstrahl-Technologie mit relativ hohen Betriebskosten. 

 

Dank der neuen Gerätegeneration mit Laser-Druckwerk avancieren MF-Geräte zu einer echten Alternative in den Büros, denn die Vorteile überzeugen –zumindest auf den ersten Blick:

 

Platz sparen

Drucken, Faxen und Kopieren sind alltägliche Tätigkeiten jedes Planungsbüros. Was liegt näher, als diese Funktionen in einem Gehäuse unterzubringen? Die Vorteile liegen auf der Hand: Einsparung von Standfläche, gleiche Benutzerführung, gleiches Verbrauchsmaterial, geringere Gerätekosten. Summiert man die Standfläche eines Druckers, Faxes, externen Modems, Kopierers und Scanners sowie den erforderlichen Arbeitsraum zwischen den Geräten, kommen schnell zwei Quadratmeter Standfläche zusammen. Zusätzliche Papier- oder Einzugkassetten erhöhen diesen Platzbedarf. Die Abmessungen eines Kombigerätes liegen durchschnittlich bei bescheidenen 40 x 30 x 50 Zentimetern (B x H x T) – das entspricht einem Fünftel des Platzbedarfs einzelner Geräte! Der lästige Kabelsalat entfällt, denn ein integriertes System benötigt nur einen Netz-/PC-Anschluss.

 

Kosten sparen

Über den erforderlichen Platzbedarf (Büro-Mietkosten), Energieverbrauch sowie den jeweiligen Abschreibungszeitraum gerechnet sparen MF-Geräte bares Geld. Ein wesentlicher Spareffekt entsteht bereits beim Kauf dank der Mehrfachverwendung technischer Baugruppen. Die Investitionskosten von Drucker (Euro 300,-), Scanner (Euro 100,-), Fax/Modem (Euro 50/50,-) und A4-Kopierer (Euro 900,-) zusammengerechnet, ergeben immerhin stolze Euro 1.400,-. Laser-basierende Kombigeräte mit ähnlichen Leistungsdaten sind dagegen schon ab Euro 700,- zu haben. Die einheitliche Benutzerführung erübrigt das lästige Blättern in mehreren Handbüchern zu den verschiedenen Geräten. Die Einarbeitungszeit in das System ist dadurch kürzer. Verbrauchsmaterialien (Papier, Tonerkasette) können in größeren Mengen und damit billiger eingekauft werden.

 

Stärken und Schwächen

Soweit die werblichen Aussagen einschlägiger Hersteller, aber was taugen MF-Geräte in der Praxis? Bereits beim Öffnen des Kartons fallen die Unterschiede zur Mehrgeräte-Lösung auf: weniger Verpackung, kompaktes Geräteformat, ein Netz-, PC- und Telefon-Kabel, eine Bedienungsanleitung, eine Papier- und Tonerkasette. Während der Installation wird das Gerät über eine einheitliche Programm-Maske konfiguriert. Ist die Installation abgeschlossen, kann es auch schon losgehen!

Drucken: Wichtigstes Modul – da am häufigsten genutzt – ist das Druckwerk. Aktuelle Laser-Geräte verfügen mit durchschnittlichen 8–12 Seiten/Minute – über einen etwas langsameren Papierdurchsatz als “reinrassige” Laserdrucker (12–16 Seiten/Minute). Verbessert haben sich Laser-Kombigeräte in punkto Druckauflösung: 600 dpi sind inzwischen bei einer Mehrzahl der Geräte Standard. Ist Farbe gefordert, kommt man bei MF-Geräten jedoch nach wie vor an der Tintenstrahl-Technik nicht vorbei.

 

Faxen: Der Fax-Teil weist gegenüber Einzelgeräten die wenigsten Einschränkungen auf. Alle MF-Geräte verfügen sowohl über Standardleistungen wie Fein-/Graufstufen oder automatische Fehlerkorrektur (ECM) als auch über “Komfortfunktionen” wie Zielwahl- und Kurzwahlnummern, Faxweiterleitung, Faxpolling oder zeitversetztes Senden für die kostensparende Nutzung des Nachttarifs. Geht der Papiervorrat zur Neige, werden alle eingehenden Faxe automatisch gespeichert und ausgedruckt, sobald Papier wieder nachgefüllt wird.

 

Daten übertragen: Wird das MF-Gerät an einen PC angeschlossen, übernimmt es die Aufgabe eines Faxmodems und ermöglicht so das direkte Empfangen und Senden digitaler Dokumente im Rechnerbetrieb. Dabei stellt die mitgelieferte Software meist Komfortfunktionen wie Adressbuch, Sonderfunktionen zur Dokumentverwaltung etc. zur Verfügung. Ohne PC-Anschluss bzw. bei ausgeschaltetem PC, arbeitet das Gerät als normales Papier-Fax. Daher sind MF-Geräte – unabhängig vom PC – stets empfangs- und sendebereit. Dies ist – neben der Möglichkeit, Papiervorlagen direkt zu faxen – ein wesentlicher Vorteil gegenüber reinen Faxmodem-Lösungen. Das integrierte Faxmodem kann übrigens nicht als Datenmodem, beispielsweise für das Surfen im Internet benutzt werden, lediglich – in Einzelfällen – zur Übertragung von E-Mails. In Sachen Geschwindigkeit glänzt das im Rechnerbetrieb aktivierte Modem mit durchschnittlichen 14 kbps (KiloBits pro Sekunde) nicht gerade. Standard bei Modems sind 56 kbps.

 

Scannen: Beim Scannen von Papiervorlagen wird das Einzelblatt eingezogen, oder das Papier wird auf eine Glasplatte aufgelegt und der Inhalt zeilenweise in eine Folge von Punkten aufgerastert. Die so digitalisierte Vorlage wird in einer Datei eines gängigen Dateiformats (TIF, JPG etc.) gespeichert. Sollen Texte gescannt, erkannt und in einem gängigen Textformat für die Weiterbearbeitung im Textverarbeitungsprogramm gespeichert werden, ist darauf zu achten, dass eine leistungsfähige OCR-Software mitgeliefert wird. Die Schwächen beim Scanner-Teil liegen in der etwas geringeren Auflösung von 600 dpi (Standard: 1.200 dpi), die jedoch für eine durchschnittliche Büroanwendung (Texte erfassen, elektronische Dokumentablage etc.) völlig ausreicht. Wer nicht nur Einzelblätter sondern auch Bücher oder Zeitschriften scannen will, sollte darauf achten, dass das MF-Gerät über eine Glasauflage verfügt.

 

Kopieren: Wie jedes Faxgerät verfügen auch integrierte Systeme über eine simple Kopierfunktion. Wie beim Scan-Vorgang wird die Vorlage gerastert. Die gescannten Informationen werden direkt an den Drucker weitergeleitet und ausgegeben. Auch hier ist wichtig, dass auch Kataloge, Magazine oder Bücher kopiert werden können. Vergrößerungen/Verkleinerungen sollten sich nicht nur stufig, sondern auch in Ein-Prozent-Schritten vornehmen lassen. Dies ist wichtig für das maßstäbliche Vergrößern/Verkleinern technischer Zeichnungen. Die Kopiergeschwindigkeit lässt bei einigen Geräten zu wünschen übrig, was aber bei einem Kopiervolumen von etwa 50 Seiten/Tag kaum ins Gewicht fällt.

 

Fazit

Die Kombination mehrerer Komponenten in einem Gerät ist für ein Planungsbüro nur dann sinnvoll, wenn die Nutzung einer einzigen Funktion die anderen über lange Zeit nicht blockiert, d.h. wenn der Umfang der gedruckten, gefaxten, gescannten oder kopierten Seiten das übliche Maß nicht übersteigt. Ideal sind MF-Geräte deshalb vor allem für kleine Büros oder autarke, aus 2–5 Mitarbeitern bestehende Projektgruppen innerhalb eines größeren Büros. Sobald sich mehr als 5 Mitarbeiter ein MF-Gerät teilen müssen, besteht die Gefahr, dass die Integration einen flüssigen Arbeitsablauf hemmt. So sind beispielsweise Systeme mit internem oder optional anschließbarem Telefon/Anrufbeantworter in der Praxis nur für “Ein-Mann-Büros” zu empfehlen. Welches Modell gerade für Ihr Büro geeignet ist, hängt auch von der Bauart bzw. dem primären Einsatzbereich ab. Digitale Kopierer etwa, die auch drucken und scannen (aber nicht immer faxen) können, verfügen über Stärken beim Kopieren. Abschließend ein Wort zum am häufigsten genannten Argument gegen den Einsatz von MF-Geräten: “Muss der Alleskönner einmal in die Reparatur, liegt das ganze Büro lahm”. Dagegen hilft – zugegeben – nur ein 24-Stunden-Service-Vertrag, der ein Leihgerät für die Ausfallzeit vorsieht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft einfach ein weiteres Reserve-Gerät – vielleicht ist dies ja der Grund, weshalb MF-Geräte etwa halb so viel kosten, wie Einzelgeräte...

 

Den gesamten Artikel mit Checkliste und Herstellerangaben finden Sie im Heft 6/04.

 

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