Aussteller,
Neuerungen, Trends im Überblick: Seit vielen Jahren ist sie
unumstrittener Branchentreffpunkt – die österreichische
Bausoftwaremesse. Vom 11. bis 12. November öffnet sie in diesem Jahr im
Austria Center Vienna ihre Tore und bietet neben Produktpräsentationen
viel Zusatznutzen. Was die Besucher genau erwartet, erfahren Sie in
diesem Messe-Vorbericht.
Zum
17. Mal lädt die Bundesinnung Bau und der Österreichische Baumeisterverband
zur Bausoftwaremesse. Die an alternierenden Orten abgehaltene Veranstaltung ist
zwar eine Nummer kleiner als die ACS in Frankfurt doch gegenüber Europas größter
AEC-Show (Architecture, Engineering, Construction), die drei Wochen zuvor zu
Ende ging, bietet die Bausoftwaremesse einige konzeptionelle Vorteile. Nicht
umsonst konnte sie sich als Branchentreffpunkt für Österreich etablieren. Auf
einer überschaubaren Fläche im Wiener Austria Center informieren 54 Aussteller
(Stand: 10/04) die Besucher rund um das Thema Bau-EDV. Damit kann die
Bausoftwaremesse sogar gegen den Trend zulegen: 2003 waren es 47 Aussteller. Die
Besucher aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Norditalien erwartet ein
abwechslungsreiches Produkt- und Informationsangebot, das sich schwerpunktmäßig
an die planende Zunft richtet.
Das
Besondere
Was
ist das Besondere an der Bausoftwaremesse? Da ist zunächst die überschaubare
Größe, die Sympathie erzeugt. Kilometerlange Messeflure, die beim Besucher
eher ein Gefühl der Ratlosigkeit hinterlassen, kennt man zur Genüge. Das
Messepersonal ist weniger gestresst und hat auch mal Zeit für ein
ausgedehnteres Fachgespräch oder den einen oder anderen Anwendertipp. Wer
technologisch auf dem Laufenden und dem Mitbewerb voraus sein will, sollte die
Messe deshalb keinesfalls verpassen. Wo sonst kann man sich in derart
komprimierter Form bei allen wichtigen Unternehmen der Bausoftwarebranche Österreichs
über Neuerungen informieren? Punkten kann die Bausoftwaremesse auch in Bezug
auf den Eintritt: Während andere Messen inzwischen stolze Preise verlangen (ACS/Frankfurt:
16 Euro, Build IT/Berlin: 12 Euro), ist der Besuch der Bausoftwaremesse und die
Teilnahme an den Vorträgen kostenfrei. Für Aussteller ist der wechselnde
Veranstaltungsort (gerade Jahre: Wien, ungerade Jahre wechselweise Innsbruck und
Graz) interessant. Denn damit kommen nicht ständig die selben Besucher aus
einer Region – ein Problem, mit dem viele, auch große Messen zu kämpfen
haben. Ausbaufähig ist die Messe vor allem im Vorfeld. So ist die
Online-Vorabinfo über die Veranstaltung etwas knapp und spröde. Auch eine
einfachere offizielle Web-Adresse (momentan: www.software.bau.or.at)
würde der Messe sicher zu noch mehr Popularität verhelfen.
Das
Rahmenprogramm
Die
Bausoftwaremesse bietet diesmal besonders viel “Drumherum”, denn sie wird
heuer gemeinsam mit den Tagen der Baufachliteratur veranstaltet. Die Messe
bietet zwei Vortragsschwerpunkte. Zum einen haben wie schon in den vergangenen
Jahren die Aussteller die Möglichkeit, neue Produktentwicklungen oder Themen in
Form von Präsentationen vorzustellen. Das Rahmenprogramm wird zu den “Tagen
der Baufachliteratur” ergänzt durch ein zweitägiges Vortragsprogramm, in dem
renommierte Experten aus der Bauwirtschaft und Bauwissenschaft Vorträge halten.
Zwischendurch werden aktuelle Diplomarbeiten der Baufachrichtungen von TU und FH
vorgestellt. An den Bücherständen werden aktuelle Ausgaben von Baufachbüchern
mehrerer Verlage präsentiert.
Die
Trends
Gut
vertreten sind auch in diesem Jahr die Themen CAD, AVA und Projekt/Büro-Controlling
(architektur 4/03). Exponentiell zunehmende Datenmengen und die Forderung nach
schnellem Zugriff auf die richtigen Informationen setzen in den Büros
innovative Lösungen voraus. Auch der Zwang zu mehr Flexibilität und
Kooperation wird immer größer. Diesem Trend folgend präsentieren zahlreiche
Aussteller webbasierende Projektmanagement-Systeme. Noch stärker als im Vorjahr
zeigen sich heuer Entwicklungen zum Thema “Mobile Computing”. Mobile Lösungen
kommen in vielen Bereichen erfolgreich zum Einsatz: bei vernetzten Projekten, in
der Vermessung, im Controlling etc. Daher wird heuer verstärkt auch Hardware zu
sehen sein.
Die
Neuerungen
Die
folgende Übersicht fasst interessante Neuerungen zusammen – nicht wie üblich
nach Herstellern, sondern nach Themen strukturiert. So sehen Sie auf einen
Blick, was es für Ihr Interessensgebiet Neues gibt:
Bestandserfassung
Mehrere
Lösungen für die Vermessung bietet die IDC EDV GmbH: Geosi 6.0 ist ein
universell einsetzbares Vermessungsprogramm, sowohl für Katasteranwendungen als
auch für ingenieurgeodätisch anspruchsvolle Aufgaben. Für die digitale
Bildentzerrung wurde Monobild entwickelt. Das Ergebnis der Entzerrung ist ein maßstabsgetreues
digitales Bild mit exakten geometrischen Informationen. Bauen im Bestand ist
einer der wenigen Wachstumsbereiche im Bauwesen. Speziell für die schnelle
fotografische Erfassung von Fassaden offeriert das CAD Service Center die neue
Version von SPIRIT archmess. Damit lassen sich auch stark verzerrte Fotos
perspektivisch entzerren und als Grundlage für CAD-Pläne nutzen.
Bau-CAD
ABIS
hat eine Textverarbeitung in die brandneue Version 19.0 von ABISPLAN integriert,
wodurch sich das Programm nun auch zum Erstellen von Broschüren eignet. Zudem
berücksichtigt die neue Fassung der CAD-Software Lichtquellen in der
Echtzeitanimation und unterstützt auch beim Erstellen von Filmen die
realistischere Darstellung mit Reflexionen und Radiosity (architektur 8/01).
Autodesk
zeigt auf der Bausoftwaremesse Lösungen rund um Architektur und Bauwesen. Im
Mittelpunkt der Messe steht für Autodesk das Konzept der digitalen Gebäudedatenmodellierung.
Basis dafür bilden die Lösungen AutoCAD, Autodesk Architectural Desktop und
Autodesk Revit. Damit werden verschiedene Ansätze zur Bewältigung aller Phasen
im Lebenszyklus eines Gebäudes offeriert.
Die
Nemetschek Bausoftware GmbH, eine Tochter der Nemetschek AG, entstand durch die
Fusion der Firmen IBD und Henke & Partner. Unter dem Motto: “Zeit zum
Handeln” offeriert das Unternehmen die gesamte Palette seiner Tätigkeitsfelder
Planen, Bauen, Nutzen. Mit der Branchenlösung BAU financials erfüllt das
Unternehmen Wünsche der Interessenten und Kunden im baukaufmännischen Sektor.
Ingenieur-CAD
bocad-3D
von bocad ist ein eigenständiges CAD-System für die individuelle und
standardisierte Konstruktion in den Bereichen Stahl, Glas, Dach & Wand und
Holz. Eine Stück- und Sägeliste ist ebenso integriert wie ein Eingabe- und
Aufbereitungsmodul für NC-Daten. Die aktuelle Version enthält zahlreiche
Funktionserweiterungen.
Construsoft
hat sich auf die Lieferung und technische Unterstützung bautechnischer
CAD-Software für den Stahlbau spezialisiert. Dazu offeriert das Unternehmen
Softwareprodukte, die kompatibel sind mit dem 3D-Modellierungssystem Tekla
Structures für die Stahl-, Beton- und Holzkonstruktion.
CAD
für den Konstruktiven Ingenieurbau offeriert die Glaser -isb cad-
Programmsysteme GmbH. Spezielle Applikationen machen das Programm einsatzfähig
für die Bereiche Stahlbetonbau, Mauerwerksbau, Stahlbau, Holzbau oder Brückenbau.
An einem Gemeinschaftsstand mit Bau-Software-Haus Veit Christoph GmbH präsentiert
das Unternehmen die neue Version 18.0.
Die
Peterschinegg GmbH, CAD- und Serviceanbieter im Bereich Hoch- und Tiefbau, präsentiert
neben Autodesk Architectural Desktop, Autodesk VIZ und Discreet 3ds max 7 auch
CAD-Speziallösungen für die Landschaftsplanung (WS-Landcad), den Straßenbau (PLATEIA),
den Kanalbau (CANALIS) und den Wasserleitungsbau (HYDRA).
Die
deutsche SOFiSTiK AG, eigenen Angaben zufolge führender Anbieter von CAD und
Finite-Elemente-Lösungen für das Bauwesen, präsentiert auf der
Bausoftwaremesse Programme wie SOFiCAD Bewehrung und Konstruktion sowie Lösungen
für Brücken, Tunnel- und Hochbau. Abgestimmt auf die aktuelle AutoCAD-Version
präsentiert die Sofistik AG spezielle Applikationen für die Tragwerksplanung.
Das
neue FEM-Paket RFEM 2 von Dlubal ist nicht nur schneller als die Vorgängerversion,
sondern bietet auch Erweiterungen. Bei der CAD-Funktionalität betrifft dies
unter anderem die Hilfslinientechnik sowie die neuen Volumen- und
Kontaktelemente. Geometrie und Belastung von Strukturen lassen sich mit Hilfe
einer parametrisierbaren Eingabe zeitsparend erzeugen. Das FEM-Paket erhielt
zudem zwei neue Zusatzmodule (RF-STANZ und RF-IMP).
DI
Kraus präsentiert Produkte verschiedener Hersteller. Mit ViCADo *arc 2004 zeigt
DI Kraus ein 3D-CAD für die Architekturplanung sowie dessen Pendant für den
konstruktiven Ingenieurbau, ViCADo *ing 2004. Für den gleichen Bereich
interessant ist die RIBTEC-Produktreihe von RIB mit den Anwendungsbereichen CAD
für Schal- und Bewehrungspläne, Konstruktiver Hoch- und Ingenieurbau,
Berechnungen mit Finiten-Elementen, Grundbau sowie Tunnel- und Brückenbau.
Data
Design System offeriert CAD-Komplettlösungen für die Gebäudetechnik. Von der
Planung für Elektro, Sanitär, Heizung und Lüftung bis zum Facility Management
bietet DDS modulare Systemlösungen. Die neue Version 6.3.4 bietet
Verbesserungen und Erweiterungen in den Bereichen Pixelgrafik, Gebäudeschema,
Symbole, DXF/DWG, IFC und viele mehr.
GIS
rmDATA
Österreich zeigt mit rmGEO/Bau Software für die Bereiche Bauvermessung und
Geoinformation. Viele namhafte Baufirmen, wie z. B. Porr, Strabag,
Alpine-Mayreder Bau-GmbH, Teerag Asdag etc. setzen die Produkte ein. rmGEO ist
ein geodätisches Standard-Softwarepaket, das alle geodätischen Berechnungen
von Standardaufgaben bis zur Ingenieurgeodäsie und Landesvermessung erledigt.
Anwender von rmGEO sind alle, die Vermessungen auswerten: Ingenieurbüros,
Planungsbüros und öffentliche Stellen wie Stadtwerke, Gemeinden etc.
AVA
Die
aktuelle Version ABK 7 vom ABK-Zentrum hat sich von einer AVA-Software zu einem
leistungsstarken Instrument für das Management von Projekten entwickelt. Dazu
gehören, neben den AVA-Bereichen, Projektorganisation, Projektstrukturierung,
Dokumentenmanagement, Aufgabenverwaltung, Besprechungsprotokolle, Terminplanung
in Meilensteintechnik und der Bereich Kostenmanagement.
Mit
AUER Success 2005 präsentiert AUER Bausoftware die neueste Version der
Komplettlösung für die Bereiche Ausschreibung, Kalkulation, Abrechnung,
Kostenmanagement und Controlling. Detailverbesserungen und die Integration neuer
Lösungsbereiche steigern den Anwendernutzen. Neu ist auch die Möglichkeit, LVs
zweisprachig zu verwalten und zu drucken. Schnittstellen wie GAEB 90 und GAEB
2000 sowie REB 23.003 bieten auch Vorausetzung für den erfolgreichen Einsatz in
Deutschland.
Die
Nemetschek GmbH Österreich, Lösungsanbieter für das Planen, Bauen und Nutzen
von Bauwerken und Immobilien, präsentiert auf der Bausoftwaremesse aktuelle
Versionen eines Teils des Produktportfolios – unter anderem die CAD-Programme
Allplan/Allplot, die AVA-Software Allright und die neueste Version von CINEMA
4D.
Eine
ÖNORM-gerechte AVA-Komplettlösung zeigt ORCA-Software. Zur zunehmenden
Bedeutung des grenzüberschreitenden Datenaustauschs Rechnung tragend, bietet
die ORCA AVA auch die Möglichkeit, LVs von ÖNORM in den deutschen
GAEB-Standard zu konvertieren.
Die
Möglichkeit, Ausschreibungen über das Internet abzuwickeln, wird zunehmend
genutzt. Die Messe gibt Gelegenheit, sich über die Vorteile des
Online-Ausschreibungservice der inzwischen etablierten Plattform
www.ausschreibung.at von der Info-Techno Baudatenbank GmbH zu informieren, über
die mittlerweile mehr als 2.000 Ausschreibungen abgewickelt wurden.
Controlling
Software
für den Baupraktiker bietet der Betriebsdatenservice BDS an. Die vom
Unternehmen auf der Bausoftwaremesse präsentierte, modular aufgebaute Komplettlösung
für die Bereiche Kostencontrolling, Garantie-/Geräteverwaltung, Fakturierung,
Einkauf oder Buchhaltung/Kostenrechnung bietet eine Schnittstelle zum
AVA-Komplettlösung AUER Success an.
Network
Dimensions zeigt die aktuelle Version von Megabau, einer integrierten
Standardsoftwarelösung für alle, die Leistungen kalkulieren, offerieren und
fakturieren, dafür Aufmaße erfassen, Massen berechnen, Material, Personal und
Geräte disponieren. An jeder Stelle im Gesamtsystem sind projektspezifische
Auswertungen auf Knopfdruck möglich.
SDR
stellt mit Web.Optimus ein neues Modul zu SDR-Optimus vor. Mit Web.Optimus kann
nun auch außerhalb des eigenen Büros via Internetverbindung jederzeit auf die
aktuellen Unternehmens- und Projektdaten der Office-Management-Software
zugegriffen werden.
PeP-7
steht für die sieben elementaren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen nach der
Empfehlung der “Praxisinitiative erfolgreiches Planungsbüro” (PeP), durch
die die Wirtschaftlichkeit von Planungsbüros objektiv mess- und vergleichbar
werden soll. Die erste Controlling-Software, die diese Zahlen liefert, heißt
untermStrich und wird vom gleichnamigen Hersteller präsentiert.
IBPM
Active-Project,
die Internet-Plattform für effizientes Management von Projekten, enthält und
verwaltet alle projektbezogenen Daten. Diese werden einem Projektteam zur Verfügung
gestellt. Damit ist sichergestellt, dass jeder berechtigte Projektteilnehmer im
Umfang seiner Zugriffsberechtigungen Zugang auf alle aktuellen Projektdaten hat.
Internetbasierendes
Projektmanagement ist auch das Tätigkeitsfeld der EngineeringNetWorld-Plattform.
Die neue Version 3.2.0 enthält Verbesserungen in den Bereichen
Dokumentenmanagement, Terminplanung, Kalender und Vorlagen. Die IBPM-Plattform
ermöglicht es Unternehmen, standortunabhängig und ohne spezielle Software
weltweit zu kommunizieren und Projekte abzuwickeln.
Fachprogramme
Komplexe
statische Probleme werden in vielen Ingenieurbüros mit dem PC gelöst, aber
kleine Nachweise, Lastermittlungen und Bemerkungen werden von vielen noch immer
mit der Hand geschrieben. Genau hier setzt BauText vom Bau-Software-Haus
Veit Christoph GmbH an. Dabei handelt es sich um einen Statik-Editor, der die
Arbeit des Tragwerkplaners effizienter macht.
Gefahrenevaluierung
bedeutet die Ermittlung, Beurteilung und Beseitigung von arbeitsplatzbezogenen
Gefahren. Die Bundesinnung Bau stellt mit dem speziell für die Baubranche
entwickelten Österreichischen Bau-Evaluierungsprogramm 3 (ÖBEV 3) ein
Hilfsmittel zur Durchführung der vom Gesetzgeber geforderten
Gefahrenevaluierung zur Verfügung.
R&S
Software offeriert Immobilienbewertungssoftware und spezielle Softwarelösungen
für Banken- und Finanzdienstleistungsunternehmen. Zu den präsentierten Lösungen
zählen das Programm Liegenschaftsbewertung, eine Informationsdatenbank für
Liegenschaftsbewertung und Immobilien sowie ein “Hausbaumanager”.
Die
nächste Bausoftwaremesse
findet
2005 vom 10. bis 11. November in der Grazer Stadthalle statt.
Text:
Marian Behaneck und Jürgen Roth
Den
gesamten Artikel mit Ausstellerverzeichnis und den Terminen des Rahmenprogrammes
finden Sie im Heft 7/04.
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