Nomanslanding

16. Februar 2016 Mehr

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Europa mit der Herausforderung einer logistisch durchdachten und humanitären Flüchtlingspolitik konfrontiert ist, ist die multimediale Installation ‚Nomanslanding‘, die im Rahmen der Ruhrtriennale gezeigt wurde, topaktuell. Die fünf international renommierten Künstler Robyn Backen (AUS), Andre Dekker von Observatorium (NL), Graham Eatough (UK), Nigel Helyer und Jennifer Turpin (beide AUS) zeigten eine begehbare Installation auf dem Wasser. Diese internationale Gemeinschaftsproduktion kam nach seiner ersten Station in Sydney vom 15. August bis zum 13. September 2015 nach Duisburg-Ruhrort.

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Das Projekt besteht aus zwei, gegenüberliegenden, beweglichen Plattformen mit Kuppeln, die sich auf der Wasserfläche zu einer Halbkugel vereinigen. Die beiden Plattformen mit den Maßen von 12 x 12 Meter sind über 35 Meter lange Stege von beiden Ufern aus erreichbar. Nach dem Zusammenschluss der beiden Hälften und im so entstandenen Innenraum haben die Besucher ein einmaliges Erlebnis: Im allmählich sich verdunkelnden Raum ist eine Sound-Collage zu hören, die nach dem kompletten Zusammenschluss der beiden Teile in einem live gesungenen, multilingualen Klagelied (‚Lament‘) eines Performers kulminiert. Ein Durchgang durch die Installation dauert ca. 30 Minuten und in der Installation können sich 40 Menschen gleichzeitig aufhalten.

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Die Installation thematisiert das Trennende, um es in einem symbolischen, ja geradezu theatralischen, in jedem Fall aber sinnlich erfahrbaren Akt zu überwinden. So berührt sich das Gegenüberliegende, so wird aus einem alten, verlassenen Eisenbahnhafen ein Ort der Begegnung und Transformation. ‚Nomanslanding‘ will eine sinnliche Erfahrung des Übergangs sein und führt die Besucher an den Punkt der Ungewissheit zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Sie ist ein Versuch, metaphorisch die uns vom Fremden trennende Kluft zu überbrücken und eine Begegnung auf gemeinsamem Terrain zu ermöglichen.

Fotos: ©Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr
Text: Peter Reischer

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Kategorie: Allgemein, Projekte

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