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friendly low-tech alien |
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Einfamilienhaus Grabner Graz/A Planung: projekt.cc, Graz/A
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Eine junge Familie erwarb vor einigen Jahren ein unbebautes Grundstück in Gösting bei Graz, in einer engen Talverbindung nördlich des Plabutsch. Es war klar, dass ein klassisches, vom Architekten geplantes Einfamilienhaus, wie auch ein Fertigteilhaus aus dem Katalog das verbliebene Budget sprengen würden. Glücklicherweise ist die Familie mit einem jungen Architektenteam befreundet, das die Vorgaben der Bauherrenschaft als Herausforderung betrachtete und sich enthusiastisch an die Arbeit machte. Es galt nun die klar definierten Anforderungen der zukünftigen Nutzer äußerst ökonomisch in Architektur umzusetzen. Gewünscht waren ein offenes, lichtdurchflutetes Wohnambiente sowie Intimräume mit Rückzugsmöglichkeiten.
Das Entwickeln des Gebäudes wurde durch einige Grundstückseigenschaften erschwert: Der Baugrund setzt sich aus felsigem Untergrund zusammen, die Südseite ist von einer stark frequentierten Erschließungsstraße tangiert und die restlichen drei Himmelsrichtungen werden von benachbarten Häusern eingesehen. Diese Parameter führten zur planerischen Entscheidung, den Baukörper L-förmig auf dem Grundstück zu platzieren. Gleichzeitig wurde das Gebäude angehoben, um dem Schlagschatten des westseitigen Nachbarn zu entgehen, den Anrainern im Osten den Ausblick auf eine Wand zu ersparen und zudem das kleine Grundstück so wenig wie möglich zu verbauen. Die Positionierung des Objektes am Baugrund war wohl weniger schwierig als das Erarbeiten des Raumkonzeptes. Um mit dem relativ niedrigen Baubudget professionell arbeiten zu können, mussten die Planer mit einfachen Kubaturen und wirtschaftlichen Spannweiten jonglieren. Sie entwickelten ein Gebäude, das beinahe futuristisch schlicht ist, durch gewitzte Materialwahl auffällt, und zusätzlich U-Werte aufweisen kann, die Vorgaben aus der Önorm unterbieten. Auch statisch wurde elegant und klug gearbeitet: Das primäre Tragsystem setzt sich aus elf eingespannten Stahlstützen, zwei aussteifenden Betonscheiben und verzinkten Walzprofilen zusammen. Die Sekundärstruktur besteht aus vorgefertigten Holzelementen. Effizient agierte man auch an der Fassadengestaltung: Bewitterte Flächen wurden mit einer hinterlüfteten, gespannten Folienhaut versehen, während unbewitterte Fassaden wie Untersichten schlicht als OSB-Platten ausgeführt sind. Auf Unnötiges wurde auch im Bereich Sonnenschutz verzichtet – ein Vordach spendet Schatten und schützt gleichzeitig die Fassade vor Bewitterung.
Das Raumkonzept
Das Haus erschließt sich zentral über den vom Vordach überdachten Zugang. Mit einem Schritt befindet man sich im Wohn-Koch-Ess-Raum, der von einem großflächigen nordseitigen Fenster dominiert wird. Alle Belichtungsausschnitte entsprechen Rahmungen der umliegenden Natur und wurden durchdacht angeordnet. So kollidiert die Aussicht – trotz der Anhebung des Hauses – nie mit nachbarlichen Fenstern. Als zusätzliche Belichtung ist der Küchenbereich durch ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt. Der nur 22 m2 große Wohnbereich lässt sich im Sommer mittels Schiebetür um großartige 35 m2 Terrasse erweitern. In der Zone zwischen den nach Osten ausgerichteten Schlafzimmern und dem Wohnraum befindet sich der komprimierte Funktionsbereich mit Speis, Besenkammer, Garderobe, WC und Bad. Der Gangbereich wurde bewusst “zu groß” geplant, um die Möglichkeit einer Multifunktionalität durch Möblierung zu schaffen. Dieser 1,7 m breite Gang ist raumhoch verglast und dient im Sommer zusätzlich als Pufferraum und im Winter als Kollektor der raren Sonnenstrahlen. Diese Doppelbelegung räumlicher Funktionalität wurde auch im Haustechnikraum weitergespielt, der zusätzlich als Lagerraum genützt werden kann und so den klassischen Keller ersetzt. Dieses – vor allem im ländlichen Bereich – außergewöhnliche Haus erscheint am ersten Blick wie ein Lego-Alien in seiner kleinteilig parzellierten und klassisch bebauten Umgebung. Den beiden Jungarchitekten von projekt.cc ist aber eine Meisterleistung im Einfamilienhausbereich gelungen: Anstelle auf Auftraggeberkosten Materialexperimente durchzuführen wurde auf günstige Werkstoffe gesetzt, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen und ein harmonisches Erscheinungsbild ergeben. Und eine Bauzeit von nur 7 Monaten ist ja wohl auch aller Bauherren Wunsch.
Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 2/05.
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Einfamilienhaus Grabner Floraquellweg 8, A-8051 Graz/Gösting |
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| Bauherr: | Fam. Reinhard Grabner |
| Planung: |
projekt.cc: Harald Kloiber, Christian Tabernig |
| Grundstücksfläche: | 1.039 m2 |
| Überbaute Fläche: | 251 m2 |
| Umbauter Raum: | 708 m3 |
| Planungsbeginn: | August 2003 |
| Bauzeit: | 7 Monate |
| Fertigstellung: | November 2004 |
| Fotos: | Zita Oberwalder |
| Text: | Sandra Knöbl |
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