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Justizanstalt Wiener Neustadt |
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| Sanierung und Erweiterung der Justizanstalt Wiener Neustadt/A Planung: Rudolf und Andreas Machalek |
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Das
Architekten-Duo Machalek und Machalek war der Preisträger des geladenen
Wettbewerbes, der im Jahr 2000 von der Bundes Immobilien Gesellschaft (BIG)
ausgeschrieben wurde. Gemeinsam mit ihrem jungen Team, Höller und Baumgartner,
entwickelten sie durch ihre unbefangene Kreativität neue Ansatzpunkte und Lösungskonzepte,
die sie von den anderen sieben Wettbewerbsteilnehmern unterschied. Die
Anforderungen, die bestehende Justizanstalt mit angrenzendem Landesgericht
“sanft” zu sanieren und durch Neubauten zusätzlich Haft- und
Verwaltungsraum zu schaffen, war durch die komplexen Sicherheitsanforderungen
eine schwierige Herausforderung. Der Komplex sollte in verschiedene
Funktionsbereiche gegliedert und entsprechend einem vorliegenden Raum- und
Funktionsprogramm erweitert und in organisatorischer Hinsicht optimiert werden.
Der gestalterischen Lösung der Bauaufgabe liegen
zwei Hauptansatzpunkte zu Grunde: Einerseits die klare Trennung zwischen
Verwaltung und Häftlingsbereich und andererseits die gestalterische Entwicklung
zwischen Bestand und Neubauten. Das Verwaltungsgebäude aus dem Verband der
Anstalt zu nehmen und vor die Gefängnismauern
zu positionieren, stellt die bisherigen Regeln eines konventionellen Gefängnis
in Österreich in Frage. Die
Schnittstelle zwischen Bestand und Neubau bildet im Erdgeschoß des lang
gestreckten, riegelförmigen Baukörpers die zentrale Eingangszone, die den
kontrollierten Zugang für Personal und Besucher ermöglicht. Für die
Anlieferung mit Lastwägen befindet sich neben der Torwache eine Einfahrt, die
als Schleuse ausgebildet ist. Darüber liegend im ersten Stock befindet sich das
Besucherzentrum. Das bewusste Absetzen dieses Baukörpers von der Straßenfront
ergibt einen Vorbereich, der als begrünte Pufferzone zwischen öffentlicher
Verkehrsfläche und dem Gebäude entsteht. Weiters im Anschluss daran ist die
Unterbringung von 24 PKW-Stellplätzen geplant. Die
vorgesetzte Mauer ist in diesem Bereich aus Sichtbetonscheiben mit 12 cm Abständen
errichtet und stellt durch diese Sehschlitze einen Bezug zur Außenwelt dar.
Hinter dieser “Mauer” befindet sich der Grünbereich. Die Einzelzimmer der
Freigänger und der Gemeinschaftsraum mit Küche
sind auf diese Seite ausgerichtet. Die einfachen Stahlbetten, die von der
Verwaltung erwünscht wurden, sind von den Architekten durch Bettladen und durch
ein Regal am Fußende ergänzt worden. Die Zimmer im Erdgeschoß besitzen ein
Fenster und eine Terrassentür – diese sind vergittert, um die Flucht in der
Nacht zu verhindern. Die
Büroräume der Verwaltung sind südseitig mit Blick auf den Schneeberg
orientiert. Ein breiter Erschließungsgang parallel zur Außenwand mit einer
einläufigen Freitreppe wird vom Personal als kommunikative Zone genutzt. Die
Sichtbetonwand zum hinteren Teil der Anstalt hin ist zweischalig ausgeführt und
dient als Lüftungsschacht für die unteren Geschoße. Die Bullaugen bieten
Ausschnitte auf den großen Gefängnishof und den zweiten Neubau. Im zweiten
Stock über dem Eingangsbereich befindet sich die Kantine des Personals und im
dritten Stock das zentrale Wachzimmer mit Nebenräumen sowie der Übergang zur
Haftanstalt. Die farbliche Gestaltung einzelner Wände im Gang und Stiegenhaus
und der Stühle im Besprechungsraum und der Kantine sind in einem knalligen Grün
gehalten. Die Schließfächer der 40 Wachbeamten musste eigens entworfen werden,
da die einzelnen, versperrbaren Türchen transparent sein müssen, um
kontrollieren zu können, ob sich die Waffe bei Dienstschluss im Kästchen
befindet. Durch
die differenzierten Haftbedingungen zwischen “normalen” Vollzug und
“gelockerten” Vollzug ist in diesem Zubau eine neuartige Form von
Freiheitsstrafe ermöglicht worden. Im ersten und zweiten Geschoß befinden sich
je zwei Wohngruppen. Die Häftlinge leben wie in einer “Wohngemeinschaft”.
Sie können ihren Tagesablauf in alleiniger Verantwortung ohne aufwändige Überwachung
abwickeln. Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 3/05.
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Justizanstalt Wiener Neustadt A-2700 Wiener Neustadt, Maximiliang. 3 |
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| Bauherr: |
BIG |
| Generalplanung: |
Rudolf Machalek und
Andreas Machalek |
| Mitarbeit: |
Harald
Höller, Michael Baumgartner |
| Sicherheitstüren: |
Tortec |
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Licht:
|
Siteco |
| Aufzug: | Kone |
| Profilitverglasung: |
Kaplanek |
| Grundstücksfläche: |
13.770 m2 |
| Bebaute Fläche: |
3.850 m2 |
| Umbauter Raum: |
55.000 m3 |
| Planungsbeginn: | 2000 Wettbewerbserfolg |
| Baubzeit: | 41 Monate |
| Fertigstellung: |
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| Fotos: | Alex Dobias |
| Text: | Brigitte Sponer |
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