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Kazuyo Sejima |
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1987 gründete die Architektin ihr eigenes Büro Kazuyo Sejima & Partner, acht Jahre später ging sie eine mittlerweile weltbekannte und erfolgreiche Bürogemeinschaft mit Ryue Nishizawa ein. All ihre Arbeiten, vom “new Museum” in N.Y. über ihre sensiblen Einfamilienhäuser in Tokio, bestechen durch ausgeklügelte Raumprogrammierung und zeigen eine Vorliebe der Architektin für den Werkstoff Stahl. |
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architektur: SANAA nimmt an dem CIPEA-Wohnhaus-Projekt in Nanjing teil. Wie kam es zur Auftragsvergabe?
Kazuyo
Sejima: Das CIPEA-Projekt in Nanjing ist ein sehr spezielles Bauvorhaben. 20
Architekten, davon 10 internationale und 10 chinesische, werden jeweils einen
Wohntypus entwickeln und realisieren. Der Kurator Arata Isozaki hat SANAA
eingeladen, an diesem Projekt teilzunehmen.
Ihr
Entwurf setzt sich aus einzelnen Solitären und einem überdimensionalen Ring
zusammen. Welches Konzept steht hinter dieser ersten architektonischen
Entscheidung? In
Japan leben Menschen auf sehr engem Raum – deshalb war es uns bei diesem
Projekt wichtig, eine gewisse räumliche Großzügigkeit zu entwickeln. Uns
standen 800 m2 zur Verfügung, normalerweise habe ich bei meinen Wohnbauten mit
38 m2 auszukommen. Stellen Sie sich vor, dass in Japan eine fünfköpfige
Familie auf 38 m2 lebt. Im Falle des Nanjing-Projektes soll den zukünftigen
Nutzern, die jeweils für kurze Zeit eines der Häuser bewohnen werden, diese
Großzügigkeit im Wohnbau bewusst werden. Unser Projekt besteht aus den
Wohnsolitären, es gibt allerdings einen Gemeinschaftsspeisesaal, der am See
situiert ist. Ein weiterer wichtiger Punkt an diesem Projekt ist der kreisförmige
Korridor, der ebenfalls als Gemeinschaftsraum wie als Außenraum zu verstehen
ist und sich seiner Umgebung mit einer Metallhülle präsentieren wird.
Wenn
Sie über Ihre Architektur sprechen fällt sehr oft der Begriff Transparenz. Wie
kann diese Transparenz im Wohnbau umgesetzt werden, ohne die Intimsphäre des
Nutzers einzuschränken?
Das
ist eine schwierige Frage. Möglicherweise ist das japanische Verständnis der
Transparenz ein anderes als das europäische. Ich verstehe unter Transparenz
eine gute Raumprogrammierung und interne Raumbeziehungen des jeweiligen Baukörpers.
Stellen Sie sich ein Wohnhaus wie die Kleidung eines Menschen vor. Man kann
manchmal einen Mantel tragen, an anderen Tagen möchte man einen Pullover
tragen. Genauso kann man bei Wohnbauten mittels unterschiedlich transparenter
Ebenen mit Nähe und Distanz hausintern wie -extern spielen.
Sie wurden nach Wien eingeladen, um einen Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des HB2-institutes der TU Wien zu halten. Welchen Stellenwert nimmt österreichische Architektur in Ihrer Architekturwahrnehmung ein?
Ich
denke, grundsätzlich liegen japanische und österreichische Architektur nicht
so weit voneinander entfernt. Aber ich glaube auch, dass ein Hauptunterschied in
der Architekturtradition besteht. In Japan fühlen sich Architekten ihrer
Geschichte verpflichtet aber auch dem Kontext, in dem sie bauen oder von dem aus
sie agieren, das heißt, sie reflektieren ihre Umgebung und dessen Geschichte
sehr stark. Aber es gibt sicherlich eine sehr signifikante österreichische
Architektur, wie beispielsweise Coop Himmelb(l)au – ich meine das nicht
wertend.
Sie
leiten Ihr Büro SANAA gemeinsam mit Ryue Nishizawa. Wie kann man sich diese
Zusammenarbeit vorstellen?
Wir
haben uns im Büro bei Toyo Ito kennen gelernt und konnten immer sehr gut
zusammenarbeiten. Als ich mein eigenes Büro gründete blieb der Diskurs mit
Ryue Nishizawa sehr wichtig, und wir entschieden, gemeinsam ein Büro zu
betreiben. Trotzdem ist es für uns beide wichtig, auch weiterhin unseren
eigenen Projekten nachzugehen. Grundsätzlich verhält es sich so, dass wir
gemeinsam an großen Wettbewerben teilnehmen, kleinere Bauaufgaben Vielen Dank für das Gespräch!
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