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Boutique Bizarre |
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Sex-Shop, Reeperbahn, Hamburg Planung: BEHF |
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An einem Nachmittag auf die Reeperbahn zu kommen, ist sicher nicht so spannend und aufregend wie während der Nacht. Doch wenn man sich für einen kleinen Ausflug in einen "Shop" interessiert, kann es sehr aufschlussreich sein. Die Reeperbahn, eine breite Straße mit vielen Bars und Cafés, hat eine Unzahl von kleineren und größeren Sex-Stores. Schon nach wenigen Gehminuten sieht man eine weiße, leuchtende Fassade mit einem geschwungenen Vordach, das weit auf den breiten Gehsteig hinausragt. Passanten,
Frauen, Paare und Touristengruppen spazieren in die Boutique Bizarre. Das
moderne, ansprechende Geschäftslokal lässt die Schüchternheit abfallen. An
manchen Tagen, besonders am Wochenende, ist der Andrang so groß, dass der
Inhaber Eintritt verlangen muss, um nur die wirklich kauforientierten Leute in
den Laden zu bekommen. Die 1,2 Meter tiefe Fassade ist wie eine Glas-Vitrine in
verschieden große Kabinen aufgeteilt und mit Folien beschichtet, wobei die
Kabinen der Schaufensterpuppen und Artikel in Rot und Pink gewählt sind. Über
Nacht wird diese Wand von innen her mit einer Helligkeit von 1.000 Lux
beleuchtet, um eine große, helle, kristalline, auffallende Fläche zu erzeugen.
Die Fassade geht in den Bogen des Vordaches über. Dieses ist aus weiß
lackiertem Blech auf eine Unterkonstruktion genietet, dieses reflektiert das von
unten kommende Scheinwerferlicht. Im Gegensatz zu dem äußeren Erscheinungsbild
tritt man im Inneren in einen großen, dunklen Raum. Geradeaus sieht man, über
eine Galerie, die mit blauem Neonlicht betont ist, in das Kellergeschoss, das
mit vage wahrgenommenen Fotos geheimnisvoll lockt. Der Raum ist hoch, die
Deckenkonstruktion und Installationen sichtbar und dunkelgrau gestrichen. Die
Neonröhren und Neonspots sind von der Decke abgehängt. Der kühle,
abgeschliffene Rohbeton ist passend zum anonymen Ambiente. Diesen heiklen Spaziergang von Intimität und Offenheit lässt die lockere und offene Architektur des Architekten-Teams BEHF zu. Der offene Umgang mit diesem Thema hat auf der Reeperbahn eine lange Tradition und ist für die Architektur-Szene eine interessante Herausforderung. Die Architekten versuchten, die Kultur der Reeperbahn und des ausgeprägten Kommerz-Milieus St. Pauli mit Anspruch und Niveau eigenverantwortlich mitzugestalten.
Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 4/05.
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Boutique Bizarre Reeperbahn 35, D-20359 Hamburg |
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| Planung: |
BEHF |
| Projektverantwortlicher: | Stephan Ferenczy |
| Projektleiter: |
Denis Kosutic |
| Mitarbeiter: | Tanja Prusnik, Roswitha Schranz, Peter Trabichler, Charlotte Schülke, Rainer Mitterer, Ulrike Hahn, Gerhard Scheller |
| Statik: |
Peter Bartram, Ottersberg |
| Lichtplanung: | Zumtobel Staff, Wien |
| Nutzfläche: | 1.400 m2 |
| Planungsbeginn: | Juli 1999 |
| Baubeginn: | Februar 2002 |
| Fertigstellung: | März 2002 |
| Fotos: | Klaus Frahm |
| Text: | Brigitte Sponer |
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