Bulgari Hotel & Resort, Mailand

 

       

    

     

 

Bulgari Hotel & Resort, Mailand

Planung: Antonio Citterio and Partners

         

Direkt beim Botanischen Garten in Mailand im zentral gelegenen stilvollen und luxoriösen Künstlerviertel Brera wurden am 18. Mai 2004, nach 4 Jahren Bauzeit, die Pforten des eleganten Fünf-Sterne-Bulgari-Hotel & Resort für die schicke, betuchte Öffentlichkeit geöffnet. Nicht ein Jahr musste verstreichen, damit sich das Hotel als exklusivste Adresse der Stadt etablierte.

Bulgari ist mit Ritz-Carlton eine Partnerschaft eingegangen, wobei erstere als Bauherren dem Hotel den Namen gegeben, seinen Standort ausgewählt und den Architekten bestimmt haben, während Ritz-Carlton das Management übernommen hat. Frei nach dem Motto "Man nehme so viel man will" und "Koste es was es wolle" ist zwischen strengem räumlichen Design eine Atmosphäre voller Luxus entstanden. Verantwortlich für die Architektur und das Innenraumdesign zeichnet das Architekturbüro Antonio Citterio & Partners aus Mailand. Das Hotel spiegelt das vom Juwelier Bulgari gewohnte unverwechselbare und zeitgenössische Design nunmehr im Architektur-, Einrichtungs- und Ausstattungssektor wider.
Situiert in einer schmalen Seitenstraße, nur Minuten vom Dom und dem "Triangolo d'oro", dem Goldenen Dreieck der Mode, das eigentlich ein viereckiger Platz ist, entfernt, mitten im pulsierenden Treiben der Stadt, stößt man im Bulgari Hotel auf eine Oase der Ruhe und
Entspannung. Im fast verschwenderischen Ausmaß fanden kostbare Materialien ihre Verwendung, und der Besucher wird mit neuen und unerwarteten Materialkombinationen konfrontiert. 300 Tonnen Marmor und damit fast ein ganzer Steinbruch wurde für das Bulgari Hotel abgebaut und im Inneren wie im Außenbereich eingesetzt. Obwohl aus Stein strahlt die weiße Marmorfassade des Hotels, das in einem aus den Anfängen der 1950er-Jahre stammenden Gebäude untergebracht ist, Leichtigkeit aus und steht im Kontrast zu den angrenzenden massiven Steinbauten. Der pure weiße Marmor akzentuiert die Eichenholzfenster und den aus dem 18 Jahrhundert stammenden Fassadenteilbereich.
Ein freitragendes Dach aus Bronze über dem Eingang leitet den Reisenden durch die überhohe Drehtüre in die Lobby des Hotels. Hier wurde optisch mit den schmalen hohen Fenstern gearbeitet. Spiegelverglaste Fenster reflektieren das Gartenszenario, während transparente Scheiben den Blick auf fünf Meter hohe Innenräume frei geben. Schwarzer Granit mit beinahe monumentaler Wirkung und burmesisches Teakholz finden sowohl in der Lobby als auch im Gartenbereich ihren Einsatz. Ein fließender Übergang wurde durch die Materialbewahrung geschaffen.
Der offene Kamin im schwarz-bronzefarbenem Ambiente der Lobby ist aus schwarzem Simbabwe-Marmor gefertigt. Die Feuerstelle wiegt sage und schreibe 15 Tonnen und scheint auszurufen "Hier bist du zu Hause, hier kannst du dich fallen lassen!". Eine kleine Bibliothek und im vierteljährlichen Rhythmus wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler runden das heimelige Wohnzimmergefühl ab. Die Korridore der oberen Stockwerke nehmen das Farbenspiel Schwarzweiß wieder auf, die Materialien grafitgefärbte Eiche und gepolsterte Stoffe an den Wänden wechseln einander ab. 58 Zimmer und Suiten öffnen sich zu dem beinahe magisch schön wirkenden Garten, der nur durch eine halbhohe Mauer vom Botanischen Garten abgegrenzt ist.
Dieser einstige Gemüsegarten eines Klosters, der bereits 1305 im Piero de Crescenza Traktat Erwähnung fand, wurde von der Landschaftsplanerin Sophie Agata Ambroise aus der Schweiz im milanesisch-lombardischen Stil restrukturiert und ist absolut einzigartig. Vor dem Restaurant befinden sich vier terrassenförmige Ebenen, von denen drei mit Gras bepflanzt sind und den natürlichen Wellen der Landschaft folgen. Als eine der wenigen historischen Gartenanlagen der Stadt zeichnet sich dieser Garten durch seine Artenvielfalt mit schöner Frühlingsblüte und herrlichen Herbstfarben und die gelungenen Raumfolgen aus. Schiefer und schwarzer Kiesel wurden gewählt, um den natürlichen Charakter der Gartenanlage beizubehalten. Die dekorativen Elemente, Geländer und Abschlussstücke sind aus anthrazitfarben gestrichenem Eisen.
Hohe technologische Ausstattungen und ein modernes, in hellen warmen Farben gehaltenes Design zeichnen die Hotelzimmer aus. Raumhohe Fenster vom Boden bis zur Decke finden sich sowohl in den Zimmern als auch in den dazugehörigen Bädern. Das Bad ist zum Schlafzimmer offen, augenfällig ist auch hier wieder das Spiel mit Hell (Waschbecken und Dusche aus warmen Travertin-Marmor aus Navona) und Dunkel (die markante schwarze Granitbadewanne). Alle Zimmer sind mit italienischen Designermöbeln und Details des Architekten ausgestattet. Der "Über-drüber"-Luxus findet sich in der obersten Etage. Die "Bulgari Suite" wird nicht nur durch ihre architektonische Raumkonzeption - vollkommen transparente Fassade und drei Meter tiefe Loggia mit herrlichem Blick über den Garten und die Stadt - charakterisiert. Auch die Innenausstattung, wie der monumentale Kamin aus Brera Stein, der sich als Herzstück im Wohnzimmer befindet, und die aus einem einzigen Block Bihara-Stein aus der Türkei gefertigte Badewanne verleihen der Suite einen edlen Charakter. Die Verschmelzung von Innen- und Außenraum erfolgt, wie bereits im Loungebereich, durch den durchgezogenen Teakholzboden.
Neben Einrichtungen, wie Meditationsbereichen in einigen Gästezimmern und Suiten, verfügt das Hotel auch über einen lichtdurchfluteten SPA-Bereich mit Innenpool, Hamam und Open Air Lounge. Als urbanes Refugium für Seele und Geist konzipiert dominiert der lange, mit gold- und smaragdfarbigem Mosaik versehene Pool. Wie ein (Bulgari)Juwel glänzt dieses im Lichtspiel orientalisch anmutende Basin. Eine smaragdgrüne Glaswand schützt den an der Stirnseite des Pools platzierten Hamam, der Sitzflächen aus Afyon-Stein aufweist. Fünf abgeschlossene Räume stehen für individuelle Behandlungen zur Verfügung.

Einzigartige Lage mit großzügigem Grünraum, zeitgenössisches Design und ein vielfältiges Serviceangebot bis hin zu Hubschrauberflügen zum Lago Maggiore oder Entdeckungsreisen mit Yachten, Privatflugzeugen oder Limousinen rechtfertigen die fünf Sterne des Bulgari Hotel. Mit Sorgfalt wurde jedes einzelne Detail gelöst; von den Türgriffen zur Fassade, vom Mobiliar bis zu den Accessoires wurde ein durchgängiges Design geschaffen, das einlädt, von und in der Welt des Luxus zu träumen!

 

Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 4/05.

 

Bulgari Hotel & Resort

Via Privata Fratelli Gabba 7, Mailand/I

Planung:

Antonio Citterio and Partners, Italien

Statik: 

Angelo Ferraresi, Italien

Landschaftsgestaltung: Sophie Agata Ambroise, Schweiz
Gesamtfläche: 22.860 m2
Anzahl der Projektbeteiligten: 400 Personen
Bauzeit: 4 Jahre
Eröffnung: 18. Mai 2004
Fotos: Richard Bryant
Text: Katharina Tielsch

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