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Die Hafenstadt im Wandel |
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Berliner Tor Center, Hamburg/D Planung: Jan Störmer Partner, Hamburg/D |
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Hamburg rüstet architektonisch auf: Die von Herzog & de Meuron projektierte Elbphilharmonie als Glas-Riesenwelle auf dem “Kaiserspeicher A” soll den Wohnbezirk am Ende des Dalmannkais aufwerten und sich außerdem mit den weltbesten Konzerthäusern messen können. Während in diesem Fall eine Realisierung und Finanzierungsmöglichkeit im Moment noch diskutiert wird, konnte dem europäischen Glasbaukörper-Bürotrend der letzten Jahre schon Genüge getan werden: Da ist einerseits der von den Architekten Bothe, Richter und Teherani 2001 fertig gestellte Bürokomplex “Berliner Bogen” zu nennen, und seit April 2004 erweitert das “Berliner Tor Center” von Jan Störmer Partner die Stadt-Silhouette Hamburgs. Das nunmehrige Berliner Tor Center nahm seinen Anfang als Wettbewerbsentwurf, dessen Gegenstand die Entwicklung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes auf ca. 20.000 m2 Grundstücksfläche am Kreuzungsbereich “Beim Strohhause”/“Berliner Tor” darstellte. Besonderes Merkmal des Baugrundes ist der Bestand eines Hochhauses, das seit 1962 besteht und jahrelang als Polizeipräsidium und Stadtkennzeichen fungierte. Der gewonnene Wettbewerbsentwurf von Jan Störmer Partner hatte nach Vorgabe der Ausschreibung eine Integration des betagten Hochhauses vorzusehen. Abgesehen von dem gewünschten Miteinbeziehen des 83 Meter hohen Baukörpers galt es außerdem, die durch Gewerbe-, Büro- und Wohnbauten gekennzeichnete Umgebung zu reflektieren. Das vorliegende Projekt nimmt formal das Spiel mit dem ehemaligen Polizeipräsidium auf und antwortet mit zwei Hochhäusern ähnlicher Kubatur. Grundsätzlich muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich das Berliner Tor Center durch ein Maßstabsspiel auszeichnet, das den Spagat zwischen Städtebau und Architekturdetail schafft: Stichwort spezielle Fassadengestaltung – um den Gebäudekomplex als urbane Orientierung zu nutzen – plus Durchbrüche der gläsernen Megastruktur in humanen Maßstab. Einerseits ist es der Öffentlichkeit möglich, den neuen Komplex mittels vielfältiger Wegeführungen zu erleben, und die am Ostteil des Grundstückes situierte Ringbebauung bildet mittig einen zentralen Hof. An der Nordost-Ecke wächst eines der beiden 90 Meter hohen Hochhäuser aus dem Gebäudering, der mit seiner 7,50 Meter hohen Aufständerung Platz für eingeschoßige, polygonale Pavillons macht. Diese feingliedrigen Baukörper wurden durch Versuche im Windkanal formal definiert, um sicherzustellen, dass im Bodenbereich trotz der hohen Bebauung keine erhöhte Windbelastung auftritt. Charakter zeigen diese Pavillons einerseits durch ihre Fassadenverkleidung mittels Holzfurnierplatten als auch durch ihre kleingewerbliche Nutzung (Bäcker, Friseure, etc.). Der im Westen platzierte Teil des Gebäudekomplexes bildet den Sockel für das 22 Etagen umfassende Bürohochhaus, das IBM als Hauptmieter nutzt. Über ein zentrales Foyer – das in zwei Erschließungskerne führt – sind beide Hochhausneubauten zu begehen. Das ringförmige Bürogebäude mit sechs Geschoßen besitzt vier hofseitige Eingänge, wodurch eine flexible Vermietung aller Bürobereiche in 169 m2 bis 3.200 m2 Einheiten möglich ist. Feingliedriger gibt sich das an die Bürogebäude angrenzende achtgeschoßige Wohnhaus: hier stehen Maisonetten, Lofts und Etagenwohnungen zwischen 60 m2 und 145 m2 zur Auswahl. Alle Wohnungen sind so konzipiert, dass den Mietern zwei Ausblicksrichtungen sowie ein Balkon zur Verfügung stehen. Zusätzlich bieten die Lofts den Nutzern individuellste Wohnmöglichkeiten, da nur Küche und Bäder fix eingebaut sind und somit persönlichen Wohnvorstellungen Raum lässt. Von außen ist diese Wohnnutzung des Baukörpers durch verschachtelt angeordnete Waschbetonfertigteile abzulesen, während Einschnitte in das Gebäudevolumen mit glattem Putz versehen wurden. Unkonventionell formuliert präsentieren sich auch die Fassaden des Bürohauskomplexes: Prinzipiell als Doppelfassade ausgeführt tragen bestimmte Gebäudeabschnitte Folienstreifen in unterschiedlichen Primärfarben, wodurch die Baukörper ihre Strenge verlieren und an Identität gewinnen. Um das Berliner Tor Center auch nächtens stadtweit präsent erscheinen zu lassen, ließ man ausgewählte Farbstreifen hinterleuchten. Neben diesem architektonischen Makeup ist die Gebäudehülle haustechnisch als Klimamoderator artikuliert. Um den Nutzern größtmögliche Entscheidungsfreiheit zu gewähren, sind alle Büros mit raumhohen, zu öffnenden Schiebefenstern ausgestattet was eine freie Lüftung erlaubt. Um bestmöglichen Sonnenschutz gewährleisten zu können, sind zwischen äußerer und innerer Fassade bewegliche Jalousien mit zentral vorgegebener, energieoptimierter Einstellung montiert. Auch hier wiederum ein planerisches Eingehen auf den einzelnen Nutzer: Die Sonnenschutzjustierung ist individuell veränderbar, was unwillkürlich die Frage nach der Notwendigkeit der zentralen Energieoptimierung im gesamten Jalousienensemble aufkommen lässt. Noch ein haustechnisches Kuriosum, bzw. ein Trick aus der Architektenzauberkiste wurde angewandt: Um die zwar notwendigen aber nicht sehr ansehnlichen technischen Anlagen auf den Dächern der Hochhäuser optisch verschwinden zu lassen, wurde die Attika auf 4,50 m hochgezogen und homogen mit der Doppelfassade ausgeführt.
Den gesamten Artikel finden Sie im Heft 4/05.
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BTC, Berliner Tor Center Beim Strohhause 31, D-20097 Hamburg |
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| Planung: |
Jan Störmer Partner |
| Mitarbeiter: | Achim Schneider |
| Statik: |
Phillip
Holzmann Planungsgesellschaft |
| Fassade: | Waagner Biro |
| Grundstücksfläche: | 6.600 m2 |
| Bebaute Fläche: | 75.000 m2 |
| Umbauter Raum: | 286.000 m3 |
| Baubeginn: | Jänner 1999 |
| Fertigstellung: | April 2004 |
| Fotos: | Erik Recke Datenland, Klaus Frahm, Christoph Gebler |
| Text: | Sandra Knöbl |
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