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Feuerwehr und Bauhof in Tattendorf/A Planung: Georg W. Reinberg
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Nur acht Kilometer von der Kurstadt Baden entfernt liegt inmitten der Niederösterreichischen Thermenregion die kleine Weinbaugemeinde Tattendorf. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts wird hier Weinbau betrieben. Vor allem die Rotweinreben gedeihen auf dem trockenen, kalkreichen Schwemmlandboden.
Seit 1997 ist Tattendorf, nach einstimmigem Beschluss im Gemeinderat, Klimabündnisgemeinde. Zahlreiche Umweltschutzprojekte und geförderte Energiesparmaßnahmen wie die Ausstattung des Kindergartens mit einer Hackschnitzelheizung, die Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf Energiesparlampen, der Energieberatungsscheck oder die wärmetechnische Aufrüstung aller öffentlichen Gebäude mit Wärmeschutzfassaden und Isolierglasfenstern machen Tattendorf zur ökologischen und energetischen Vorzeigegemeinde.
Als im Jahr 2000 die Errichtung eines neuen Gebäudes für die Freiwillige Feuerwehr und der Neubau des Bauhofes anstanden, war es selbstverständlich, dass diese im Niedrigenergie-Standard gebaut würden. Für die architektonische Gestaltung wurde der landesweit anerkannte Experte für energieoptimiertes Bauen, Architekt Georg W. Reinberg, verpflichtet.
Reinbergs Konzept folgend, wurden Feuerwehr und Bauhof als zusammengehörendes Gebäudeensemble errichtet, so dass nutzungsbedingte Synergien voll ausgeschöpft werden können. Aufenthaltsräume und Sanitärbereiche werden ebenso wie die Autowaschanlage und andere technische Einrichtungen gemeinschaftlich genutzt. Die Positionierung der beiden eigenständigen Gebäudetrakte auf dem lang gestreckten Grundstück entlang der Oberwaltersdorfer Straße ist so festgelegt, dass sie Rücken an Rücken zueinander stehen. So besitzt jeder der beiden Gebäudeteile einen eigenen Zugang samt Vorplatz. Die Garage für die Feuerwehrautos blickt mit ihren Einfahrten an der Frontseite Richtung Ortsmitte. Sie ist um wenige Grad aus der Hauptachse des Ensembles gedreht und nimmt den Winkel der hinteren Grundstücksbegrenzung auf. Dieses Verschwenken ermöglicht eine bessere Frontbildung zur Oberwaltersdorfer Straße, die selbst mit einem leichten Knick kurz vor dem Feuerwehrhaus in gerader Linie bis ins Ortszentrum führt. So läuft die Straße fast exakt im rechten Winkel auf die Hauptfront (Ausfahrten der Löschwagen) der Feuerwehr zu und schwenkt erst kurz davor in eine Parallele zur Längsachse ab.
Der eigentliche Zugang zur Feuerwehr befindet sich an der Längsseite, gleich hinter der Garage. Der verkürzte Kubus des Garagengebäudes lässt hier einen kleinen Vorplatz entstehen. Eine mit den roten Lettern “Feuerwehr” versehene Glasbrüstung dient als optische Abgrenzung zum Gehweg und als Gebäudestempel. Über einen Windfang gelangt man in ein zentrales Foyer, um das sich alle Nebenräume, wie Garderobe, Sanitärzellen, Abstell- und Haustechnikräume sowie die Einsatzzentrale und der Schulungsraum gruppieren. Das Foyer selbst verfügt über eine kleine Küchenzeile und übernimmt neben seiner Verteilerfunktion auch die des allgemeinen Aufenthaltsbereiches. Der Zugang zum Bauhof erfolgt ebenfalls über diesen zentralen Innenraum. Das Foyer ist damit das pulsierende Herz, das aktive Zentrum der gesamten Gebäudeanlage.
Die öffentliche Erschließung des Bauhofes erfolgt über die im Nordosten an das Grundstück angrenzende Straße. Der offene Bauhof verfügt über eine entlang der Straßenseiten mit Lärchenlatten verkleidete Flugdachkonstruktion als Schutz für die Abfallcontainer, die Rangierfläche und die sonstigen technischen Einrichtungen.
Die Höhenentwicklung des Gebäudeensembles ist über die unterschiedlichen Funktionsbereiche definiert. So sind die LKW-Garagen mit zugehörigen Wascheinrichtungen und Werkstätten sowie der Schulungsraum mit den Oberlichtbändern höher als die übrigen Räume. Die Pultdächer der höheren Gebäudeteile steigen zu den jeweiligen Vorplätzen hin an und geben dem Bauhof bzw. der Feuerwehr jeweils eine eigene Richtung. Die Überdachungen der niedrigen Gebäudeteile sind als Flachdachkonstruktionen den Pultdächern formal untergeordnet. “Alles aus Holz”, lautete die Devise des Architekten bei der Errichtung der Baukörper, da sich Holz, wie kaum ein anderes Material, als erneuerbarer Baustoff und CO2-Deponie hervorragend in das ökologisch und energetisch optimierte Gesamtkonzept einfügt. Sämtliche Decken und die tragenden Mauern wurden aus Brettsperrholz errichtet, die Flugdachkonstruktion besteht aus Leimholz. Die Wände sind mit 16 cm, die Dächer sogar mit 26 cm Steinwolle wärmegedämmt. An den Innenseiten sind die Vollholzwände zum Teil ebenso wie die Deckenelemente mit einer Industrie-Sichtfläche belassen, mit Lehm verputzt oder im Spritzwasserbereich mit feuchtebeständigen Gipskartonplatten verkleidet und verfliest. Alle Außenfassaden wurden mit einer offenen, unbehandelten Lärchenholzschalung ausgeführt.
Lediglich die Fassaden der beiden Gebäudehaupttrakte sind an der den Eisenbahnschienen zugewandten Seite mit einem Trapezblech verkleidet und werden damit als so genannte “Solarwall” zum wahren Energiespender. Diese Solarwall besteht aus einem vor der Fassade aufgebrachtem schwarzen Lochblech mit Perforierungen, über die Luft angesaugt und solar erwärmt werden kann. Selbst an kalten, sonnigen Tagen erwärmt sich die Luft hinter der Metallfassade so weit, dass sie direkt in die Garage eingeblasen werden kann. Eine eigene Beheizung zum Erreichen der 5 °C Mindesttemperatur-Grenze erübrigt sich damit. Zusätzlich wird die über die Solarwall vorgewärmte Luft für die Frischluftversorgung der Nutz- und Aufenthaltsräume herangezogen. Die warme Zuluft trägt damit unmittelbar zur Raumerwärmung bei und vermindert den Heizenergiebedarf beträchtlich. Um die Energie, die für die Klimatisierung aufgewendet werden muss, möglichst gering zu halten, wird der Luftwechsel über eine mechanische Belüftung kontrolliert. Es besteht einerseits die Möglichkeit, die Zuluft über einen Erd-Luft-Wärmetauscher oder über die Solarwall vorzuwärmen. Um die Lüftungswärmeverluste zu minimieren, verfügt die Lüftungszentrale zusätzlich über eine Lüftungswärmerückgewinnungsanlage. Der restliche Wärmebedarf wird über einen konventionellen Gas-Brennwertkessel abgedeckt. Die Kombination aus Feuerwehrhaus und Bauhof erweist sich nicht nur aufgrund der energetischen Konzeption (der errechnete Heizwärmebedarf für die gesamte Anlage beträgt pro Jahr lediglich 21 kwh/m2), sondern auch............. Den vollen Artikel finden Sie im Heft 5/03.
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Feuerwehr und Bauhof Oberwaltersdorfer Str., A-2523 Tattendorf |
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| Bauherr: | Gemeinde Tattendorf, Freiwillige Feuerwehr Tattendorf |
| Planung: |
Georg W. Reinberg, Wien |
| Mitarbeiter: | Martin Presich, Patricie Taftova |
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Statik: |
F. Tatzber, Wien, J. Riebenbauer, Graz |
| Haustechnik: | BPS Engineering, Wien |
| Grundstücksgröße: | 2.063 m2 |
| Überbaute Fläche: | 746,5 m2 (+199,6 m2 Vordach) |
| Umbauter Raum: | 3667,1 m3 (+ 912,0 m3 überdachter Bereich) |
| Planungsbeginn: | 2000/2001 |
| Bauzeit: | ca. 9 Monate |
| Fertigstellung: | 2002 |
| Fotos: |
© Georg W. Reinberg |
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