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sol-Haus Planung: planhaus |
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Der Bau des eigenen Hauses ist für die meisten Menschen ein einmaliges Erlebnis. Unzählige Entscheidungen und Kostenrechnungen sowie die fehlende Kenntnis der Baubranche stellen oft ein unbezwingbares Hindernis dar. Nur die wenigsten vertrauen sich in diesem Fall einem Architekten an, der für sie Entwurf und Bauabwicklung ihres zukünftigen Heimes übernimmt. Die Architektin Claudia Pöllabauer und der Mediendesigner Gernot Tscherteu haben diese Problematik analysiert und waren überrascht, wie groß bei vielen Menschen die Angst ist, der Architekt würde sie mit seinen Ideen überrumpeln und in Unkosten stürzen. Mit der Gründung des Büro “planhaus” 1998 setzten sie sich zum Ziel, diese Hemmschwelle zu brechen. Sie nahmen sich vor, selber auf die Kunden zuzugehen mit einem Produkt, bei dem von Beginn an handfeste Aussagen über Kosten und Bauzeit gemacht werden können, die architektonische Qualität aber weiterhin zählt. Dazu entwickelten sie in einer zweijährigen Vorbereitungsphase den sol-Haustypus. Baumaterial sind vorgefertigte Massivholztafeln, die mit entsprechenden Wärmedämmstärken versehen, trotz großen Fensterflächen, den Niedrigenergiehausstandard erreichen. Die klar aufgebauten, kompakten Einheiten können auf die verschiedenen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Benutzer reagieren. Der kommunikative Prozess zwischen Planern und Kunden spielt hier eine ganz wesentliche Rolle. Mit ihrem Konzept fanden planhaus eine Nische für ihr Produkt zwischen herkömmlichen Fertighäusern und dem vom Architekten geplanten Designobjekt. Als viele der Kleingärten Wiens für ganzjähriges Wohnen geöffnet wurden entstand für das planhaus-Team ein neues Klientel: von Jungfamilien, die sich mit ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten ein flexibles Haus mit dem Anspruch einer zeitgemäßen Architektur wünschen bis zu Pensionisten, die sich den Traum vom “Wohnen im Grünen” ermöglichen wollen. Die Werbung und Vermarktung des sol-Produktes geschah und geschieht über Zeitungsannoncen, Internetwerbung und den Auftritt auf Messen. Eines dieser Projekte ist das 2003 fertig gestellte Haus K. im 17. Bezirk in Wien. Um trotz der Beschränkung für die bebaute Fläche im Kleingartengebiet (für ganzjähriges Wohnen) von 50 m2 eine entsprechende Nutzfläche zu erreichen, hat es sich unter “Kleingarten-Architekten” inzwischen eingebürgert, den Keller in die Wohnfläche mit einzubeziehen. Im Falle von dem Haus der Familie K. machten sich planhaus die leichte Hanglage des Grundstückes zunutze und setzten ihr “Systemhaus” auf ein zum Garten hin geöffnetes “Souterraingeschoß” aus Ortbeton. Das Ursprungskonzept von sol bestand aus einem einfachen Grundrisstypus, der sich je nach Flächenbedarf erweitern ließ. Nach dem ersten Kontakt mit den Kunden wurde klar, dass der Anspruch des planhaus-Teams, jedem Nutzer eine auf ihn zugeschnittene Architektur zu liefern, höher war, als durch Serienfertigung eine Preisreduktion zu erreichen. So wurde aus sol ein Produkt, das trotz gleich bleibender Systemkomponenten Flexibilität zeigt. Die Grundrisse zeichnen sich wie auch beim Haus K. durch die Reduktion auf das Wesentliche aus. An der Außenhaut dominieren klare Linien ohne Schnörkel. Wo es energetische Überlegungen und Nutzung zulassen werden raumhohe Öffnungen in der Fassade angeordnet. Ein einfaches Pultdach ohne Dachüberstand bildet den Gebäudeabschluss. Auf der Baustelle werden die Außenwände von Erd- und Obergeschoß aus Holzblocktafeln, die in der Zimmerei vorgefertigt wurden, zusammengesetzt, mit Steinwolle isoliert und mit Lärchenholzstülpschalung verkleidet. Auch die schichtverleimte Holzplattendecke, die als vorgefertigte Geschoßdecke eingesetzt wird, beschleunigt den Bauablauf. In der Regel beträgt der Aufbau dieser Elemente drei Tage. Basierend auf der Grundidee der passiven Sonnenenergienutzung, die ohne Technik ihr Auskommen findet, ist die Haustechnik der meisten bereits bewohnten sol-Häuser einfach gestrickt. Eine Fußbodenheizung temperiert die Räume, und zur Warmwasseraufbereitung entscheiden sich immer mehr Kunden für kleine Solaranlagen. Um die Kosten eines sol-Hauses vollständig kalkulierbar zu machen, spielt neben der kurzen Bauzeit auch die Wahl des Materials und der Produkte eine Rolle. Fenster und Türen sind Standardware, und die Ausstattung besteht durchwegs aus Markenprodukten, die sowohl nach optischen als auch nach finanziellen Überlegungen ausgewählt werden. Das “Basisequipment”, welches das Team für den “Planungskoffer” ihres Systemhauses verwendet, entstand keineswegs aus einem einseitigen Prozess. Durch die Fokussierung auf gewisse Zielgruppen, die, wie sich bald herausstellte, durchwegs ein knappes Budget haben, sowie intensive Kommunikation, können die Planer auf Kundenwünsche reagieren und so ihr Produkt jederzeit anpassen. Aus dem ungewöhnlich umfangreichen Prozess, den planhaus für die Entwicklung neuer Ideen und Produkte aufwendet, entstand auch ihr jüngstes Projekt: parq.at. Es ist eine Kommunikationsplattform, die bei der Abwicklung größere Wohnprojekte zwischen Projektentwicklern, Planern und zukünftigen Kunden vermitteln soll.
Mitbestimmung, Austausch, Transparenz und Vermarktung sind dabei die Schlagworte. Auch eine Verwendung der parq.at-Plattform für eine sol-Haus-Siedlung ist geplant. Um den immer wieder erwähnten Kommunikationsprozess mit mehreren Nutzern parallel und einfach führen zu können, ist ein Online-Informationsaustausch angedacht. Planhaus sieht dabei auch eine Chance, zukünftigen Nutzern die Identifikation mit dem Objekt und seinen Bewohnern zu ermöglichen und die Anonymität von vornherein auszuschalten. Ein Aspekt, der gerade in der Großstadt in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 5/05.
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Haus K. Czartoryskigasse, A-1170 Wien |
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| Bauherr: | Familie K. |
| Planung: |
planhaus |
| Projektleitung: |
Katja Nagy |
| Mitarbeiter: | Antje Lehn |
| Grundstücksfläche: | 335 m2 |
| Bebaute Fläche: | 50 m2 |
| Umbauter Raum:: | 262 m3 (inkl. Keller) |
| Planungsbeginn: | Mai 2001 |
| Baubeginn: | Dezember 2002 |
| Fertigstellung: | Juni 2003 |
| Fotos: | Wolfgang Leeb / Gabriele Koch / Archiv Architekten |
| Renderings: | Erika Ratvay |
| Text: | Nicole Büchl |
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