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Blick auf die Karlskirche inbegriffen! |
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Dachgeschossausbau Schlossgasse, Wien Planung: Jessica Wehdorn und Robert Wehdorn-Roithmayr |
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Die Schlossgasse im 5. Wiener Gemeindebezirk, die zu einer der Schutzzonen Wiens zählt und vielen wegen der zahlreichen Lokale im Schlossquadrat bekannt sein wird, ist um einen Dachbodenausbau ganz im Sinne des Denkmalschutzes reicher. Im Zuge der von der Stadt Wien geförderten Verbesserungsmaßnahmen (statische Sanierung, Gas, Wasser, Strom etc.) wurde auch die historische Fassade des vierstöckigen Gründerzeitwohnhauses wieder in Stand gesetzt. Durch Entfernen der defekten Kunststofffenster, die die einzige, etwas sündige Sanierungsmaßnahme der Vorbesitzer des Hauses darstellten, und Einbau entspiegelter Kastenfenster konnte die ursprüngliche Lebendigkeit der Fassade wieder hergestellt werden. So zeigt sich das Gründerzeithaus wieder so, wie einst von seinem Erbauer erdacht.
Nicht ganz – denn nun ist das Haus um zwei Wohnungen, mit insgesamt 210 m2 Grundfläche reicher und verfügt jetzt auch über einen Aufzug. Schon die Erschließung des Dachraumes wird zum Erlebnis und bietet Einblick in das Leben im 5. Bezirk. Der stirnseitig verglaste Aufzug lässt den Besucher die nicht geahnte Hintergartenatmosphäre erleben, um dann im Dachgeschoß in einem glasüberdeckten Bereich der Terrasse anzukommen. Hier gelangt man links in die kleinere 50 m2 Wohnung und rechts in die größere 130 m2 Wohnung. Zwischen den beiden Wohnungen liegen der öffentliche Treppenaufgang vom Haus und die Sanitärblöcke. Beide Wohnungen sind sehr offen gestaltet, der Wohn, Ess- und Kochbereich gehen ineinander über, trennendes Element sind einzig die zentral gelegenen Kamine. Im Wohnbereich der großen Wohnung gibt es auch einen offenen Kamin. Ein Kinderzimmer zur Straße und ein Schlafzimmer zum Hof ergänzen das Raumangebot. Der gesamte historische Holzdachstuhl mit seiner gegabelten Sparrenkonstruktion konnte erhalten bleiben, da eine zusätzlich eingebrachte Stahlkonstruktion oberhalb der Sparrenlage die Lasten des neuen Daches abträgt. Hofseitig öffnet sich das Dach in seiner gesamten Länge als Glasfront zur Terrasse. Eine über drei Meter breite Hebe-Schiebetüre im jeweiligen Küchenbereich verbindet den Innen- mit dem Außenraum, der Bodenbelag setzt sich auf gleichem Höhenniveau terrassenseitig fort.
Es ist auch der Boden, der zunächst die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf einer Architekturexkursion nach Italien, wo auf den Spuren Palladios gewandelt wurde, verliebten sich die Bauherren in den Antico-Terrazzo-Boden der Villa Pisani in Bagnolo. Dieser wurde später zum Ausgangspunkt einer Neuinterpretation für den Dachbodenausbau: Aus über 15 verschiedenen Steinarten wurde ein fugenloser Terrazzo hergestellt. Der helle Boden mit seinen antrazithfarbenen (Jura), weißen (Bianco Verona), beige (Botticino, Giallo Mori), roten (Rosso Verona, Rosso Corallo), schwarzen (Nero Ebano) und anderen Steinen wirkt bei Sonneneinstrahlung eher kühl und bei indirekter Beleuchtung sehr warm. Kein einfaches Unterfangen, auf der bestehenden Dippelbaumdecke einen Terrazzo Boden zu verlegen. Durch eine leichte LECA Beschüttung bleibt die Atmungsaktivität der bestehenden Dippelbaumdecke erhalten. Eine EPS-Ausgleichsbeschüttung dient zugleich als Schalung für die tragende Stahlbetonplatte. Der Heiz-Estrich macht das Begehen des Steinbodens angenehm. “Viele Details sind gar nicht planlich festgehalten, sie wurden zusammen mit den Professionisten vor Ort auf der Baustelle entwickelt – entweder direkt an die Wand gezeichnet oder auf Post-It festgehalten”, erzählt Robert Wehdorn Roithmayr, der maßgeblich die Bauleitung ausführte. Und so ist auch kurzfristig ein kleines Lesezimmer, durch das Einziehen einer Geschoßdecke oberhalb des Sanitärblockes, entstanden. Über eine steile Treppe vom Eingangsbereich gelangt man in dieses versteckte Nest. Durch eine Glaslucke blickt man in den Wohnbereich und ersieht den Dachstuhl in seiner Gänze, zwei Dachflächenfenster zur Schlossgasse hin bringen den Himmel in den Raum. Der neu geschaffene Raum ist im Niedrigenergiestandard ausgeführt, 16 m2 Sonnenkollektoren gewährleisten neben der ganzjährigen Warmwasserversorgung ein Drittel der winterlichen Heizleistung.
Die Tatsache, dass die Bauherren zugleich Architekten des Projektes waren, führte zu vielen Extrawünschen und hohen Anforderungen an die Bauprofessionisten. Doch an Herausforderungen wächst man bekanntlich, und so war jeder Einzelne gefordert, sein Know-how einzubringen, um neu erdachte Details sorgfältig zu entwickeln und auszuführen. Das Ergebnis der Diskussionen auch zwischen den beiden Architekten lässt sich sehen, nicht nur in den baulichen Tatsachen, in fünf Wochen kommt Antonia-Ella auf die Welt und wird ihr eigenes Kinderzimmer beziehen.
Den gesamten Artikel mit Plänen usw. finden Sie im Heft 6/05.
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Dachgeschoßausbau Schlossgasse, Wien |
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| Planung: |
Jessica
Wehdorn |
| Mitarbeiter: | Klaus Fessl |
| Statik: |
Stella & Stengel ZT GmbH, Rudolf Frank |
| Zimmermannsarbeiten, Innenausbau, Dachflächenfenster: | Holzbau Winkler GmbH |
| Sonnenschutz: | Klotzner Sonnenschutz GmbH & Co. KG |
| Kamin: | Ofenmarkt Steinböck |
| Grundstücksfläche: | 231 m2 (21 x 11 m) |
| Bebaute Fläche: | 180 m2, 47 m2 Terrasse |
| Umbauter Raum: | 670 m3 |
| Planungsbeginn: | Herbst 2003 |
| Bauzeit: | 1 Jahr |
| Fertigstellung: | August 2005 |
| Fotos: | Marcel Nikodim, Archiv Architekten |
| Text: | Katharina Tielsch |
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