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Raumgewinnende
Leichtigkeit |
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A.
Ö. Krankenhaus Dornbirn/A Planung: Markus Gohm + Ulf Hiessberger |
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Nach 20 Jahren Betrieb bedurfte das Krankenhaus Dornbirn einer weit greifenden Restrukturierung seiner Organisation. Die darauf folgenden notwendigen Maßnahmen umfassten nicht nur den Bestand, sondern erforderten auch die Auslagerung der Verwaltungsbüros in jenen 2005 fertig gestellten solitären Baukörper. Für den Verwaltungsneubau lag die spezielle Problematik darin, dass der Platz dafür – das begrünte Vorfeld entlang der Lustenauer Straße – kaum nutzbar schien. Das vom Feldkircher Architekturbüro Gohm und Hiessberger ausgeführte Konzept ist zugleich auf mehrere Parameter abgestimmt.
Durch eine ebenso kühne wie praktikable Fusion des räumlichen Konzeptes mit einer extrem ausgereizten Konstruktionsweise erreichten die Architekten nicht nur einen optimalen Raumgewinn für den Spitalsbetrieb, sondern auch eine städtebauliche Nachverdichtung des gesamten Areals. Den Ausgangspunkt für die statische Entwicklung bildete die bestehende und vormals nicht für eine mehrgeschoßige Überbauung ausgelegte Tiefgarage. Dies bedingte die Ausbildung eines gut siebzig Meter langen Traktes in Stahlleichtbauweise, der nur mit wenigen Stahlsäulen und zwei Stiegenkernen auf die Garagendecke abgestützt wird. Dieser scheinbare „Schwebezustand“ des Zubaus mit seiner Untersicht aus Alucobond ist mit allen materiellen Mitteln hin zur Verringerung des Gewichtes und der punktgenauen Lastabtragung getrimmt.
Bei der Gestaltung der Fassade ist besonders auf einen möglichst freien Blick nach außen, auch vom Arbeitsplatz aus, geachtet worden. Nur für die Verlegung von Elektroleitungen musste eine niedrige Brüstung bleiben. Im Innenraum setzt sich die konsequente Durchbildung der Fassade fort. Über zwei Geschoße reihen sich die Einzelbüros um ein mit Glas gedecktes Atrium. Die Trennwände zwischen den Büros sind aus Kastanienholz, welches mit seiner suggestiv „warmen“ Materialoberfläche gleichzeitig den Stahl-Stützenraster bekleidet. Neben den Büro- und Verwaltungsräumen situieren sich auch ein 2-geschoßiger Schulungsraum, Stiegenhäuser, Liftanlagen, Sanitärbereiche und die Schächte zur haustechnischen Erschließung um die zentrale Halle. Umlaufende creme-weiß getönte Brüstungen ziehen den großzügigen Innenhof in die Horizontale, intensivieren die Streckung des Gesamtbaukörpers im Innenraum. Kontrastreiche dunkle Wandflächen, ein rostroter Industrie-Bodenbelag aus PVC-Harz, und die Bepflanzung bilden eine wohltemperierte Raumatmosphäre mittels Einsatz warmer Farbtöne. Großzügige Glasflächen in den Zwischenwänden der Halle hin zu den einzelnen Büroräumen gewähren einen Durchblick bis in den Außenraum. Es besteht die Möglichkeit, diese Offenheit je nach Bedarf durch textile Sichtschutzelemente in unterschiedlichen Farben zu unterbinden.
Zwei
künstlerische Interventionen im Innen- und Außenraum von Karl-Heinz Ströhle
setzen punktuelle Akzente. In der Halle durch eine Wandarbeit, die simple Stahlbänder
in ein raumstrahlendes Relief verwandelt und im Außenraum durch eine
interaktive Umhüllung einer der großen Tragsäulen, die auf die Annäherung
von Passanten mit leichter Bewegung reagiert. Das vom Team GMI entwickelte Gebäude-Klimakonzept
der Selbstregelung ist wesentlich auf einer hochwertigen Qualität von Fassade,
Dach und Boden aufgebaut und bindet die zentrale Halle über die Luftführung
kostengünstig in die Raumklimatisierung mit ein. Unter Selbstregelfähigkeit
eines Gebäudes wird ein ohne technische Regelung automatisch erfolgender
Regelungsmechanismus gegen ungünstige Einflüsse von außen (z. B. Witterung)
oder innen (z. B. innere Wärmegewinne) verstanden. Eine gute Gebäudehüllenqualität
hinsichtlich Dämmstärken, Verglasungsqualität und Gebäudedichtigkeit ist
Grundvoraussetzung (3-Schicht-Verglasung 0,7 W/m2K mit thermisch getrennten
Abstandhaltern und thermisch hochwertigen Profilen für die gesamte Gebäudehülle
zu Außenluft). Ca. 10% der Fassadenfläche dienen als wirksamer Lüftungsquerschnitt,
wobei der Sonnenschutz für die Büroräumlichkeiten näher an der äußeren
Fassade angebracht ist. Eine Einbeziehung der Halle in das Klimakonzept passiert
durch eine geregelte Überströmung der Abluft aus den Büroräumen und ergibt
eine entsprechende Hallentemperierung bzw. -klimatisierung. Nutzung der
Feuchtegewinne in der Halle durch die Bepflanzung, der Wärmegewinne bei
Sonneneinstrahlung sowie der gegebenenfalls kühleren Hallensituation im Sommer
über die Wärme- und Feuchterückgewinnung der kontrollierten Lüftung. Eine
Kombination aus Fußbodenheizung bzw. -kühlung über Register in Estrich und
Bodenbelag mit sehr geringem Wärmewiderstand (R<0,1 m2K/W, wie z. B. einem
max. 10 mm vollverklebten Parkett bzw. einem 3 mm starken Industrieboden aus
PVC-Harz) ist ebenfalls Teil des optimierten Klimakonzeptes. Insgesamt ergeben
sich 1913 m2 beheizte und gekühlte Nettonutzfläche. Der gesamte Baukörper ist in sich auf die Nutzung abgestimmt, rückt allerdings deutlich durch den kontrastreichen Einsatz von Materialien und Farben von den herkömmlichen starren Typen an Krankenhäusern als funktionale Gesundheitsanstalten ab. Wenn man über die etwa 30 m lange und 3 m breite Verbindungsbrücke hinüberwechselt in den Neubau, betritt man sogleich die Halle als zentraler Verteiler, die nicht nur durch ihre optischen Eindrücke ein angenehmes Raumgefühl vermittelt. Dabei spielt auch das ausgefeilte Klimakonzept eine wesentliche Rolle
Den gesamten Artikel mit weiteren Bildern und Plänen finden Sie im Heft 7/05.
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Erweiterung
u. Umbau A. Ö. Krankenhaus Dornbirn Lustenauerstr. 4, A-6850 Dornbirn |
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| Bauherr: | Stadt Dornbirn |
| Planung: |
Markus
Gohm & Ulf Hiessberger |
| Mitarbeiter: | Otto Brugger, Susanne Stöckerl, Andreas Xander |
| Statik Tragwerk: | gbd, diem.schuler.pfefferkorn, Dornbirn |
| Nutzfläche: | 3.438 m2 |
| Umbauter Raum: |
19.460 m3 |
| Planungsbeginn: | 2000 |
| Baubeginn: |
2002 |
| Fertigstellung: |
2005 |
| Fotos: |
Bruno Klomfar |
| Text: | Michaela Haller |
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