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Globale Fashion Architektur |
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Emporio
Armani Shops in Hong Kong und Shanghai/China Planung:
Massimiliano und Doriana Fuksas, Claudio Silvestrin/I |
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Der
Konsumkreislauf in der Modewelt ist ein simpler: Kleider machen Leute, Leute
kaufen Kleider in Shops, und Architekten machen Shops. Giorgio Armani gehört zu
den Vorreitern in der Fashion-Welt. Mittlerweile führt das Label neben Kleidern
auch Accessoires, Möbel, und bald gibt es auch ein Armani-Hotel zu konsumieren.
Der Beginn des Armani Imperiums war ein simpler, dem Hungerkünstler Dasein ähnlicher.
1972, im Alter von 38 Jahren, hatte Giorgio Armani gemeinsam mit seinem Partner
Sergio Galeotti nicht mehr als zwei Atelierzimmer in der Corso Venezia in
Mailand vorzuweisen. Die Möblierung der einfachen Arbeitsräume finanzierten
die Designer zum damaligen Zeitpunkt mit dem Erlös aus dem Verkauf ihres
Volkswagen-Automobils. Doch schon 1975 wurde das eigene Label Giorgio Armani
S.p.A. gegründet und 1978 erhielt man die Armani Damen- und Herrenkollektionen
nicht nur in Europa, sondern auch in Kanada und den USA. Seit 1979 ist der Name
Armani weltweit bekannt, und ebenso international ist die breite Produktpalette
erhältlich. Uhren, Kosmetika, casual wear, Abendkleidung, Möbel, Juwelen,
Sonnenbrillen und sogar Schokolade wird unter dem Namen Armani präsentiert –
es scheint keine Lücke in der Verkaufsliste zu geben. Edle Materialien und
elegant luxuriöses Design bilden den kleinsten gemeinsamen Nenner der
unterschiedlichen Artikel. Der charismatische Giorgio Armani sieht
Eleganz als etwas, das still und leise neben lauten Modetrends existiert
und wahrer Luxus ist – seiner Meinung nach – eine von kommerziellen
Parametern losgelöste Stilfrage. Dass die edlen Teile nach einer adäquaten Präsentationsfläche
im urbanen Kontext suchen, steht außer Frage. Hong
Kong 2002
begann der Armani-Konzern den asiatischen Markt mit einem ersten flagship zu
erobern. Hong Kong sollte den perfekten Rahmen für die edle Ware bilden. In
einer pulsierenden Stadt wie Hong Kong liegt es nahe, einen Shop zu entwickeln,
der den visuell urbanen Lärm als Hintergrund sieht und den Besucher in eine
stille Welt führt. Das italienische Stararchitektenteam Massimiliano und
Doriana Fuksas wurden mit der Aufgabe betraut, ein Shopkonzept der Sonderklasse
zu entwickeln. Das Emporio-Armani-Projekt in Hong Kong wurde mit der Einsicht
geschaffen, dass globale Kultur ein experimentelles Territorium verschiedener
Identitäten ist. Fuksas Architekten sehen „Architektur und Mode als Teile der
gleichen universellen Kultur mit der permanenten Wichtigkeit in unserem Alltag.
Architektur erscheint als Permanenz während sich die Modewelt durch
Kurzlebigkeit auszeichnet. Aufgrund der Beschleunigung unserer
gesellschaftlichen Aufmerksamkeit werden die architektonischen Werte denen der
Modewelt im Wettbewerb gegenübergestellt. Der Emporio-Armani-Shop in Hong Kong
verweigert sich jeglicher Form traditioneller Architektur-Formalismen. Die wahre
Inspiration des Shops ist nicht auf dekorative Elemente zurückzuführen.
Vielmehr sind die menschlichen Bewegungsabläufe im Geschäft von äußerster
Bedeutung. Die unsichtbaren Spuren der menschlichen Bewegung durch den Raum sind
die einzig mögliche Referenz.“ Wir
leben in einer Zeit, wo für jedermann 15 Minuten Berühmtheit einfach zu
erreichen sind. Der Emporio-Armani-Shop in Hong Kong ist wie eine Show-Bühne
des metropolen Alltags angelegt. Der Besucher fühlt ganz, als ob der Raum nur für
ihn geschaffen wurde, und das zur Schau stellen der Designer-Ware wird nicht
plump im Regal vermittelt, sondern erscheint in magischem Licht. Die kunstvollen
Lichterscheinungen variieren in ihrer Farblichkeit und präsentieren sich im
Laufe der 24 Stunden eines Tages in unterschiedlichsten Farben. Doch
welches architektonische Konzept steht hinter diesem Shop, der dem Traum jedes
Architekten, Geschäftsinhabers und vor allem der Besucher entspricht? Noch
bevor die Architekten Fuksas an Formgebungen und Materialwahl dachten, wurden
Wege und Bewegungen von Konsumenten in Verkaufsräumen studiert und analysiert.
Die Ergebnisse dieser Studie führten zur nunmehrigen Anordnung der räumlichen
Elemente. Nicht die Besucher sollen sich an Positionierung der räumlichen
Strukturen anpassen, vielmehr passt die Architektur sich den menschlichen
Bewegungsmustern an. Und beinahe göttlich lässt es sich in den Räumen
bewegen! Lichtdurchflutet tritt die Ware dezent ins omnipräsente und
distinguierte Rampenlicht. Die Schaukästen scheinen sich durch ihre gläserne Körperlichkeit
jeglichen physikalischen Gesetzen zu widersetzen und verschwinden. Drei
Satin-Plexiglas-Präsentationsflächen zieren Wände, und die
Nirosta-Stiegenelemente passen durch ihre transparenten Plexiglas-Handlaufröhren
und Glasgeländer in das fragile Umfeld. Bei so viel gläserner Eleganz muss
Licht Materialität erzeugen, die Lichtquellen jedoch bleiben dem Auge des
Betrachters verborgen. Der Raum scheint sich durch einen fluoriszierenden Boden
selbst zu reflektieren, und schwebend gelangt der Besucher vom Emporio Shop, über
Café Restaurant, Buchladen, Blumengeschäft zum Kosmetik-Shop. Die fulminante
Krönung des Shops bildet allerdings eine rote, 105 Meter lange
Fiberglas-Schleife, die durch die Räume leitet. Von Emporio gelangt man direkt
in das von der Schleife dominierte Restaurant. Die Schleife befreit sich von der
Verbindung mit dem Boden und wird zu einer Bar, die eingefrorene Bewegung der
Schleife formuliert außerdem den Speisebereich, verschmilzt mit dem DJ-Bereich
und hebt sich weiter, um den Bar-Bereich markant abzugrenzen. Das Finale
movimento der Schleife ist die Bildung einer Spirale, die den Haupteingang in
Szene setzt. Die übrige Möblierung ist extrem minimalistisch in Satin Nirosta
in semi-transparentem, weichem Polycarbonate gehalten, und lädt zum
genussvollen Berühren ein. (Möblierung von Fuksas und Doriana Mandrelli,
restliche Inneneinrichtung von Zeus Noto – Milano.) Shanghai Im
April 2004 eröffnete Armani/Three on the Bund, der zweite Armani Multibrand
Store im asiatischen Raum – global gesehen neben Armani Mailand und Armani Fünf-Höfe
in München ist er schon der vierte im Bunde. Um der Tradition der schon
existenten, exquisiten Stores zu folgen wurde auch der Armani/Three on the Bund
flagstore in einer Art und Weise konzipiert, die die Armani-Design-Welt unter
einem Dach verbindet. Giorgio Armani: „Ich bin absolut darüber erfreut, dass
wir uns die wichtige Präsenz in einer signifikanten Stadt wie Shanghai mit
einem flagship sicherstellen konnten. Der neue und ambitionierte
Einzelhandel-Shop demonstriert unsere Bindung an ein Multi-Brand-Store-Konzept,
das sich schon in Mailand, Hong Kong und München erfolgreich bewährte. In
China allerdings freut mich persönlich der neue Shop besonders, da wir damit
auch den Beginn einer Shop-Kette starten. Wir haben vor, bis 2008 an die 30
Filialen in China zu realisieren.“ Für
die Realisierung des Three on the Bund Stores in einem neoklassizistischen Gebäude
der 1900er-Jahre wurden zwei Architekturteams beauftragt. Einerseits vertraute
man auf das Konzept in Hong Kong, und die Architekten Fuksas wurden für das
Design des Emporio Armani verpflichtet. Für den Giorgio-Armani-Bereich wurde
ein zweites, ebenfalls italienisches Architekturbüro, namentlich Claudio
Silvestrin, herangezogen. Beide Teams entwickelten ein völlig neues Konzept für
das Shanghai flagship. Einzigartiges Design wird von spezieller Materialwahl
reflektiert und respektiert, gleichzeitig lässt die Shop-Architektur der
Produktschau den glamourösen Vortritt. Das Leitmotiv des Shanghai Emporio
Armani ist ein kontinuierliches, sich durch die Räumlichkeiten schlängelndes
Stahl- und Plexiglas-Band. Die Architekten Fuksas verstehen Architektur als
Zugeständnis an die Öffentlichkeit und befreiten den Raum von Gewicht und
Masse. Kurven, sanfte Formen und fragile anmutende Materialien lassen Vergleiche
mit Standard Shops nicht aufkommen. Unvergleichlich auch das
Three-on-the-Bund-Gesamtkonzept: Dem kosmopoliten Menschen wird auf sieben
historischen Stockwerken dekadent schöner Lebenstrend auf höchstem Niveau
geboten. Neben Giorgio Armani und Emporio Armani erleben die Besucher bei Three
on the Bund die meisterhafte Kochkunst des Restaurants Jean-Georges, David Laris
und Whampoa-Club-Restaurants, New Heights Dachterrassen Lounge Café, den Third
Degree Music Store, den Three Fashion Store, Evian Spa und die Shanghai
Kunstgalerie. Der neue Shop in alter Bausubstanz funktioniert wie ein
Lifestyle-Magnet und konvergiert zeitgenössische Mode, Kunst, Speisen, Musik,
Gesundheit und Wohlfühlen.
Den gesamten Artikel mit weiteren Bildern und Plänen finden Sie im Heft 8/05.
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Emporio Armani, Chater Road, Hong Kong/China Eröffnung: 3. 11. 2002 |
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| Planung: | Massimiliano und Doriana Fuksas |
| Projektleiter: |
Davide Stolfi |
| Design Team: |
Iain Wadham, Defne
Dilber, |
| Möblierung: |
Massimiliano Fuksas
& Doriana Mandrelli, |
| Licht: | I Guzzini, Padua |
| Fassaden Design: | Nettuno Neon, Bologna |
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Emporio
Armani, Three on the Bund, Shanghai/China Eröffnung:17. 4. 2004 |
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| Planung: | Fuksas, Claudio Silvestrin |
| Projektleiter: | Davide Stolfi |
| Design Team: | Iain Wadham |
| Licht: | Fuksas Design |
| Fotos: |
Giacomo Giannini (Shanghai) Ramon Prat (Hong Kong) |
| Text: | Sandra Knöbl |
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