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Architektur
als zentraler Bestandteil der Firmenphilosophie |
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Firmensitz
rothoblaas, Kurtatsch/I Planung: monovolume, Innsbruck |
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Die
Firma „Rotho Blaas“ wurde 1991 gegründet, als Vertretung für Südtirol von
„Holzher“, dem deutschen Produzenten für Elektrowerkzeuge,
Zimmereimaschinen und Nagelgeräte. Einige Jahre darauf wurde die Eigenmarke „fixing
systems“ entwickelt, mit der dem Zimmermann eine umfangreiche Produktpalette
angeboten werden kann, die von Verbindungssystemen für den Holzbau, über
Maschinen und Werkzeuge alles beinhaltet, was im Holzbau benötigt wird. Das
Verkaufsprogramm erweiterte sich mit der Zeit und komplettiert sowohl den
Direktverkauf als auch den Verkauf über den Handel. Derzeit ist die Firma der führende
Großhandelsbetrieb für Zimmereibedarf in Italien. Um einen entsprechenden Entwurf für das noch junge Unternehmen erarbeiten zu können, beschäftigten sich die Architekten von „monovolume“ vorerst mit der Firmenphilosophie selbst, die sich durch einen überaus positiven Teamgeist auszeichnet. So war es von Anfang an klar, dass die Bauaufgabe zum Ziel hatte, eine Struktur zu schaffen, welche den Teamgeist unterstützt und fördert. Die Architektur soll dabei die Firma nach außen transferieren. Den Architekten war wichtig, ein einheitliches Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen. Dies führte zu einem funktionellen, kompakten Baukörper, welcher mit einer Klimahülle versehen ist. Als primäres Baumaterial findet der Werkstoff Holz großflächigen Einsatz, auch um die eigenen Produkte anhand eines modernen und innovativen Holzbaus noch besser demonstrieren zu können. Das Gebäude ist dabei auf seine Umgebung abgestimmt, reagiert auf diese und macht sie sich zunutze. Besonders an der Ostfassade, welche Richtung Autobahn ausgerichtet ist, wird dies deutlich, denn sie dient als überdimensionale Werbefläche, die ansonsten mit Holzlamellen geschlossen wirkt. Der Schriftzug „rothoblaas“ ist in der Fassade ausgespart und auch bei hoher Geschwindigkeit weithin sichtbar. Besonders abends und nachts bildet diese Wand, indem sie nach außen abstrahlt, einen optimalen Werbebanner. Im Gegensatz dazu steht die vollkommen transparente Süd- und Westfassade. Eine Herausforderung war es, die Glasfassade ohne Sonnenschutz zu entwickeln. Als Ersatz dafür konnte durch genaue Sonnenverlaufsstudien das Dach so berechnet werden, dass eine notwendige Auskragung die Büroarbeitsplätze vor einer direkten Einstrahlung schützt. Die an der Westseite gelegene Eingangsfassade ist zur Gänze offen und gewährt Einblick in die dahinter liegenden zentralen Funktionen des Gebäudes. Die Nordfassade wurde geschlossen gehalten, vor allem um einer Bewitterung standzuhalten, aber auch um die Eigenständigkeit des Gebäudes gegenüber den umliegenden Gewerbebauten noch mehr zu unterstreichen, indem das Blechkleid des Daches über die schräge Wand heruntergezogen wird.
Bei einer Gebäudehöhe von 12,5 Metern ist die Länge mit 55 Metern sowie die Breite mit 35 Metern auf einen Stützenraster von 11 x 10 Metern abgestimmt. Alle Maße sind wiederum auf das Regalsystem hin optimiert. Konstruktiv wurden Stahlstützen (30 x 30 cm) und für das horizontale Tragsystem Holzleimbinder aus Fichte, je nach statischen Anforderungen mit Höhen zwischen 68 und 116 cm, eingesetzt. Insgesamt sind ca. 1.000 m2 unbehandeltes Holz für den Bau verarbeitet worden. Es ist bewusst auf Lacke und Holzschutzmittel verzichtet worden, um dem Holz seinen natürlichen Charakter zu belassen. Alle Hölzer im Außenbereich sind aus witterungsbeständigem Lärchenholz. Über zwei Geschoße erstrecken sich die verschiedenen Funktionen. Das Erdgeschoß hat dabei eine Raumhöhe von 7,30 Meter und eine Gesamtfläche von 1.800 m2. Es ist gegliedert in Hauptlager, dem Detailverkauf, den beiden Andockrampen, der Warenannahme und der Kommissionierung. Vom Kundeneingang aus gelangt man direkt in das Empfangsfoyer, von dort erreicht man über eine großzügige Freitreppe das Obergeschoß mit dem Verwaltungsbereich. Hier befinden sich neben einem weiteren Lager auch die Team- und Einzelbüros, der Seminarraum für ca. 20 Personen, eine Dienstwohnung, ein Vorführraum und der zentrale Dachgarten. Dieser teilt den Lagerbereich von den Arbeitsräumen und ist als Relax- und Belichtungszone ausgelegt. In dem über dem Detailverkauf eingeschobenen Zwischengeschoß, mit diesem über eine interne Treppe verbunden, ist eine Werkstatt (Lager) untergebracht. Neben dem Empfang im Obergeschoß angegliedert ist ein Besprechungsraum, dahinter der Muster- und Ausstellungsraum vorgesehen. Die breite Produktpalette der Firma kann dort ausgestellt sowie anhand von Anwendungsbeispielen veranschaulicht werden. Dieser Raum soll unter anderem auch für Schulungen nutzbar sein.
Im Eingangsfoyer verbindet eine großzügig ausgelegte Stahltreppe das Erdgeschoß mit dem Obergeschoß. Wie eine Skulptur schwingt sie sich nach oben, bis vor die breiten Raum einnehmenden Möbelstücke der Empfangzone. Der Empfang ist das erste repräsentative Ambiente in jedem Unternehmen und Anlaufstation für Information und Kommunikation. Gerade am Empfang zeigt sich die Unternehmenskultur für Mitarbeiter und Besucher. So sind die Möblierung und deren Inszenierung durch eine gezielte Beleuchtung essenzielle Bestandteile zur Vermittlung dieser Philosophie. Die dafür angefertigten Elemente aus gewachstem Stahl stehen frei im Raum, sind Mittelpunkt und Ausdruck zugleich. Anschließend daran sind die Büros angeordnet. Da diese darauf ausgelegt sind, den Wandel im Büro zu ermöglichen, zeichnen sie sich durch eine offene, facettenreiche Grundrissstruktur mit Zonen unterschiedlicher Nutzung aus. Sie orientieren sich an den Arbeitsformen und an den Anforderungen des Unternehmens. Das „transparente Büro“ erlaubt Kommunikation in Blickgeschwindigkeit, es wird zum Raum für den schnellen Umschlag von Ideen und Anregungen. Durch flexible Raumteiler aus Glas wird die innerbetriebliche Organisation transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar. Ebenfalls rahmenlose Glasscheiben trennen die Büros vom angrenzenden Lager. Somit sind diese Bereiche nur akustisch, nicht aber optisch voneinander getrennt. Der Sitzungssaal ist ebenfalls direkt vom Empfang aus zu erreichen. Nach drei Seiten hin offen bietet er auch Zugang zum Dachgarten, der als allgemeine Erholungszone von allen benützt werden kann. Bepflanzung und Sitzmöglichkeiten werden so von dem weniger attraktiven Erdgeschoßbereich auf das Obergeschoß verlagert. Zu alledem steht eine an den Sitzungsraum angrenzende Theke für die Versorgung zur Verfügung. Alle Bereiche sind mit einem einheitlichen Boden (Industrieparkett) ausgestattet.
In drei Teile ist der Lagerbereich gegliedert, welche sowohl in der horizontalen, als auch in der vertikalen Ebene direkt miteinander verbunden sind. Während sich im Erdgeschoß die Warenannahme und -ausgabe mit dem dahinter liegenden Regallager sowie dem Detaillager und Verkauf befindet, ist im Obergeschoß das Maschinen- und Ersatzteillager untergebracht. Ein Lichtband, welches zwischen Lagerhalle und Verwaltungsbereich eingeschoben ist, durchleuchtet zusätzlich diese Bereiche in vertikaler Richtung, differenziert die Tätigkeitsbereiche voneinander. Dieser Firmensitz bestärkt sich mit allen architektonischen Mitteln selbst, übermittelt durch seine Einheitlichkeit ein starkes Konzept.
Den gesamten Artikel mit weiteren Bildern und Plänen finden Sie im Heft 8/05.
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Firmensitz rothoblaas Etschweg 2/1, I-39040 Kurtatsch |
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| Bauherr: | rothoblaas, Robert Blaas |
| Planung: |
monovolume, Burgauner-Pedo´-Pobitzer |
| Mitarbeiter: | Christian Gold, Barbara Waldboth, Angelika Mair |
| Lichtgestaltung: | Zumtobel Staff |
| Grundstücksfläche: | ca. 5.000 m2 |
| Bebaute Fläche: |
1.925 m2 |
| Umbauter Raum: |
24.000 m3 |
| Planungsbeginn: |
Februar 2004 |
| Bauzeit: | 13 Monate |
| Fertigstellung: |
August 2005 |
| Fotos: |
Oskar Da Riz |
| Text: | Michaela Haller |
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