Landlord im sportiven Outfit

 

Ein „Range“ zählt seit jeher zu den feinsten, aber eher selten gesehenen Vertretern britischer Automobilbaukunst. Nun stellt Land Rover mit dem „Range Rover Sport“ ein innovatives Fahrzeugkonzept in das Marktsegment der SUV´s, das aus verschiedenen Gründen auf häufigere Begegnungen auf den heimischen Strassen hoffen lässt.

   

          

 

Der Range Rover Sport ist die nun fünfte Modellreihe (neben Defender, Freelander, Discovery, und Range Rover), mit der Land Rover Marktanteile und Kunden gewinnen will. Und der Sport scheint dafür die besten Voraussetzungen zu haben. Technisch basiert er überwiegend auf dem Discovery, optisch haben sich die Designer glücklicherweise am Range Rover orientiert und eine „kleinere, sportliche Ausgabe“ davon produziert. Und so gibt es – den Gegenwert eines Kompaktklasse-Fahrzeugs unter dem Flagschiff Range Rover – ab Euro 58.840.- die optisch, technisch und finanziell wohl gelungenste Möglichkeit, in die Range-Welt zu tauchen. 

 

Der Range Rover Sport soll nach Angaben des Herstellers das fahrerorientierteste Fahrzeug sein, das Land Rover je entwickelt hat. Man braucht aber keine vielschichtigen und tiefgründigen Analysen, um nicht spätestens nach wenigen Kilometern bedingungslos an diese Herstelleraussage zu glauben. Das beginnt bei den gelungenen Proportionen, den dezent ausformulierten Spoilern und Seitenschürzen, die des Autofahrers Herz höher schlagen lassen. Natürlich ist das alles vordergründig für verbesserte Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und einen cw-Wert von 0.37 verantwortlich. Aber Aufmerksamkeit erregt diese Kombination im Straßenverkehr allemal – vor allem bei „X“-und „M“-Eignern. Der Sport ist trotz der „Verkleinerung“ (Länge 4.788 mm, Breite 2.179 mm, Höhe 1.812 mm) immer noch eine imposante Erscheinung, nur lässt er sich das im Handling in keiner Weise anmerken. Egal wo wir ihn im zweiwöchigen Testbetrieb auch bewegt haben, das gesamte Fahrzeug ist genial auf den Schnittpunkt zwischen Komfort und Sportlichkeit getrimmt. Selbst im Stadtverkehr lässt er sich durch die hohe Sitzposition und tadellose Rundumsicht lässig bewegen – wobei wir gerne die Unterstützung der vorderen und hinteren Einparkhilfen und Abstandswarner angenommen haben. Und auch unsere Tester (siehe Kasten) zeigten sich vom Range Rover Sport bei den praktischen Erprobungen auf den diversen Baustellenbesichtigungen mehr als nur angetan.

 

Souveränes Fahrwerk

 

Das Fahrwerk mit höhenverstellbarer Luftfederung überzeugt nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf holprigen Untergründen. Unbemerkt von den Insassen werken unaufdringlich eine Reihe von „elektronischen Helferlein“, wie etwa das „Dynamic Response”-System, das in Kurven auftretende Kräfte erkennt und selbsttätig reagiert, um Karosseriestabilität und Handling-Eigenschaften zu optimieren. Ein Blick auf die verfügbaren Motoren, die allesamt von Jaguar-Aggregaten abstammen, lässt aber erahnen, dass unser mit dem 2,7-Liter-V6-Turbodiesel-Motor mit 140 kW (190 PS) ausgestattete Testwagen, den uns das Landrover Center Wien 10 (www.zitta.at) zur Verfügung gestellt hat, das Potenzial des Gesamtsystems kaum wirklich fordern kann. Den Range Rover Sport gibt es nämlich auch mit zwei Benzin-Motoren, dem 4,4-Liter-V8-Saugmotor mit 220 kW (299 PS) oder dem 4,2-Liter-V8-Kompressormotor mit 287 kW (390 PS). 

 

Wer aber in diesem kraftstrotzenden Umfeld bei der Dieselausführung an behäbiges Fortkommen denkt, der irrt gewaltig: Das Drehmoment von 440 Nm reicht aus, um die rund 2,6 Tonnen in 12,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt lt. Werkangabe bei 193 km/h. Serienmäßig sind alle Motorversionen mit einer modernen ZF-Sechsgangautomatik mit Sport-Schaltmodus, Geländeuntersetzung sowie permanentem Allradantrieb ausgestattet. Ein innovatives Detail ist das elektronisch sperrbare Mittendifferenzial, das auf der Straße wie im Gelände Handling- und Traktionsverhalten verbessert. Und auch im Bereich der Anpassung auf unterschiedliche Bodenverhältnisse haben sich die Land-Rover-Entwickler etwas besonders Komfortables einfallen lassen: Über einen Drehschalter in der Mittelkonsole lassen sich fünf verschiedene „Untergrund-Fahr-Programme“ – Normal, Gras/Schnee, Schlamm, Sand, Felsen – wählen. 

 

Das Kernstück des Range Rover Sport ist aber der Innenraum, der fünf Personen in einem luxuriösen Ambiente aus hochwertigen Materialien, wie Leder und Holz oder Metallic-Oberflächen, reichlich Platz bietet. Das Cockpit wurde konsequent zum Fahrer hin orientiert, und eine hoch angeordnete und geschwungen gestaltete Mittelkonsole, die dem Fahrer einen schnellen und leichten Zugriff auf alle wichtigen Bedienungseinheiten ermöglicht, bildet ein zentrales Gestaltungselement. Bi-Xenon-Scheinwerfer, TV-Navigation der neuesten Generation für den Straßen- und Geländeeinsatz, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, und hochwertige Audiosysteme runden die Ausstattung ab.

 

Der Range Rover Sport ist ein tolles Auto, mit dem jeder Kilometer zum Vergnügen wird. Bis zum Genuss ist es aber ein langer Weg: Die Lieferzeit beträgt derzeit rund ein halbes Jahr, und auch Vorführwagen, nach denen Interessenten in ganz Europa „fahnden“, sind längst vergriffen.

 

     

Das Test-Team:

 

 

 

Arch. Dipl.-Ing. Günther Hadler 
hadlerbishausdorf Architekten, Kaltenleutgeben

   

Günther Hadler zählt zu den Off-Road-Experten des Teams und hat in seinem Fuhrpark u. a. einen antiken Landrover und einen Mitsubishi Pajero. Beim Test spielte er seine langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich aus: Ohne Berührungsängste ging es über Forst- und Bundesstraßen zu seinen aktuellen Projekten. Sein Tenor: Tolles Auto, vielleicht etwas zu nobel für seine Anforderungen.

   

Arch. Mag. Asim Dzino, Architekt, Wien

  

„Reicht die Autobahn-Vignette, oder fällt der Range Rover Sport in die Kategorie LKW-Mautpflicht?“ – zeigte sich Asim Dzino von den Dimensionen des Testwagens beeindruckt. Er beteiligte sich am Stadt-Test, der durch viele für Autofahrer „schlimme“ Gegenden in Wien führte. Höhepunkt dabei: Die Parkplatzsuche im verwinkelten und verparkten 12. Bezirk, wo öfter die elektrisch klappbaren Außenspiegel „angelegt“ werden mussten und die Abstandswarner sehr gute Dienste leisteten.

  

Arch. Dipl.-Ing. Michael Pech, 

Öster. Siedlungswerk Gemeinn. Wohnungs-AG (ÖSW), Wien

  

Michael Pech ist Mitglied des Vorstandes der ÖSW AG, des größten gemeinnützigen Wohnbaukonzerns in Österreich. Der gesamte ÖSW-Konzern umfasst rund 20 Immobilienunternehmen in Österreich, der Slowakei und Ungarn und verwaltet derzeit 50.000 Wohneinheiten. Am Wiener Markt ist die ÖSW AG selbst operativ tätig: Die Baukosten der in Wien derzeit geplanten, gebauten und betreuten ÖSW-Projekte liegen bei ca. c 150 Millionen  und umfassen 1.350 Wohneinheiten und 500 Heimplätze. Und so führte der Range-Rover-Sport-Test zur Besichtigung des aktuellen ÖSW-Projektes in die Thürnlhofstraße in Wien 11, wo derzeit nach den Plänen von Architekt Martin Kohlbauer eine Wohnanlage mit 136 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption und die Wohngemeinschaft „Betreutes Wohnen“ für zehn Personen entstehen. In den Händen von Michael Pech konnte der Testwagen dort seine Baustellentauglichkeit unter Beweis stellen und zog im matschigen Untergrund, wo sonst nur grobstollig bereiftes Baugerät fährt, rund um die gigantische Baugrube sicher seine Spuren.

 

 

Text: Walter Laser

Bilder: Nicolas Paga, Walter Laser

 

Den gesamten Artikel mit weiteren Bildern finden Sie im Heft 8/05.

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