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Architektur Fachmagazin April, Mai 2014

magazin Fotos: Mike Tsang Wohnen im Fischgräthaus In einer altmodischen Straße, an der Grenze zwischen Hackney und Islington, London, befindet sich das Herringbone House der Architektin und Designerin Zoe Chan. Es sitzt in einer Reihe mit niedlichen viktorianischen Terrassenhäusern, einer Straßenbahnremise und der örtlichen, steinernen gotischen Kirche und ist geschickt auf einem (an und für sich unbrauchbaren) keilförmigen Grundstück platziert - früher waren dort Garagen, Schuppen und einige weitere abbruchreife Lagerbauten. Die Architektin wollte die wichtigsten Merkmale der volkstümlichen Bauweise, wie die an den Giebelwänden endenden Satteldächer und auch die Materialität der Umgebung übernehmen, aber doch ein eigenes Design verwirklichen. Dazu wählte sie für den Bau eine Stahlstruktur und fachte sie mit einer nicht tragenden, im Fischgrätmuster versetzten, Ziegelwand aus. Die Ziegel bilden die Referenz zu den Baumeisterarbeiten der Nachbarschaft, aber die gewählte helle Farbe bildet einen angenehmen Kontrast zu den - zwar auch mit Ziegeln, aber in einem dunkleren Farbton 14 errichteten - viktorianischen Häusern. Die größte Herausforderung war der Versuch, in allen Räumen des 30 Meter tiefen, jedoch relativ schmalen Grundstückes, Tageslicht zu bekommen. So wählte sie einen L-förmigen Grundriss, der sich um private Höfe ‚herumwickelt‘ und die Belichtung in beiden Geschossen sicherstellt. Die jeweils von Mauern umgebenen Innenhöfe sind chinesischen Vorbildern geschuldet. Zwei Oberlichten durchbrechen das Satteldach und bringen zusätzliches Licht in das Haus. Eines ist genau über dem Stiegenhaus situiert, ein offener Stahlstiegenlauf lässt hier das Licht durch die einzelnen Stufen nach unten durch. Im Inneren sorgen großzügig verglaste Öffnungen für weiteres Licht. Verstärkt wird dieser ‚lichtdurchflutete‘ Eindruck durch eine mit Bedacht getroffene Materialauswahl: weiß gekalkte Holzböden, weißer matter Marmor und perlfarbene Ziegel. Möbliert wurde nach skandinavischem Vorbild mit einem Hauch von sanften Grau- und Pinktönen.


Architektur Fachmagazin April, Mai 2014
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