Page 24

Architektur Fachmagazin April, Mai 2014

magazin Das verschobene Wohnhaus Es besetzt eine von vier Baulücken in einer Straße in London: 3 Geschosse hoch, leicht in der Längsrichtung versetzte Volumina - so stellt sich der neue Prototyp eines adaptionsfähigen Terrassenhauses dar. Drei einfache, in der Tiefe ‚verrutschte‘ orthogonale Boxen brechen die Masse der Reihenhäuser in der Straße auf und geben dem Wohnhaus eine aufregende, skulpturale Qualität. Der oberste Körper ist durchgehend mit transluzenten Glastafeln umgeben, sie erstrecken 24 sich noch über das Geschoss in die Höhe und geben so den Schutz für einen ‚Skygarden‘. Die Außenwände, des von Carl Turner Architects entworfenen Hauses, sind lastabtragend, somit bleibt der Innenraum frei für Grundrissvariationen. Der offene Raum garantiert leichte und mit minimalem Aufwand herstellbare Teilungen. Nicht nur in finanzieller Hinsicht ist es nachhaltig, auch in Hinblick auf Nachnutzungen und veränderte Ansprüche seiner Bewohner. Es entspricht den englischen Regeln für eine nachhaltige Architektur der Klasse 5, es hat eine solar betriebene Wärmepumpe, die einen Wärmespeicher unter dem Gebäude anspeist. Fotovoltaik, ein begrüntes Dach, Wasserspararmaturen, Regenwasserspeicher, mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung und eine - es luftdicht umhüllende - Isolierung machen es zu einem der energieeffizientesten Häuser Englands. Diese Architektur ist ein Prototyp für Indoor Studien über nachhaltiges Design, es integriert den oft geäußerten Konflikt von ästhetischen Ansprüchen in der Architektur und alternativen Niedrigenergiesystemen. Es soll als Prinzip eines leistbaren Wohnmodells weiterentwickelt werden. Fotos: Tim Crocker


Architektur Fachmagazin April, Mai 2014
To see the actual publication please follow the link above