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Architektur Fachmagazin April, Mai 2014

facility management Herr DI Kloboucnik, Sie wollten im Hinblick auf Kundenfreundlichkeit eine Konzentration 42 des Betriebes, der in ganz Wien verstreut ist - warum haben Sie sich für dieses Grundstück in St. Marx entschieden? Wir wollen nicht die Kundenservicestandorte konzentrieren, sondern jene Funktionen, die im Hintergrund laufen. Um welche Funktionen handelt es sich da? Das umfasst beispielsweise das Nothilfe- Callcenter mit über 200 Mitarbeitern und mehr als 2 Mio. Telefonaten pro Jahr, die Redaktion unserer Zeitschrift und unsere Internetredaktion. Wo ist bei diesem Projekt das FM eingestiegen? Das Facility Management beginnt bereits bei der Anforderungsdefinition. Also schon bei der Standortwahl? Bei der Grundidee, bei der Immobilienstrategie - wollen wir einen Standort oder wollen wir verteilte Standorte - hat das FM noch keine wesentliche Rolle gespielt. Außer bei der Beurteilung der Kostenreduktion im Betrieb eines Standortes gegenüber vier Standorten. Man sagt ja vom FM, dass es möglichst früh in den gesamten Prozess mit einbezogen werden soll. Am besten schon bei der Ideenfindung. Das ist richtig, wir haben uns auch im Zuge dieses Projektes organisatorisch weiter entwickelt. Facility Manager mit einer ausgeprägten, organisatorisch starken Funktion fordern das sehr früh ein. Wir haben in unserer gewachsenen Struktur noch keine sehr starke FM-Organisation, wir sind aber dabei, im Zusammenhang mit der Änderung der Immobilienstrategie auch unsere organisatorische Herangehensweise zu verbessern. Wie ist das zu verstehen? Beim FM ist es immer die Frage, ist es eine aktive, steuernde Funktion oder ist es eine unterstützende, begleitende Funktion. Wie wird das bei Ihnen sein? Unsere FM-Strategie definieren wir im Zusammenhang mit der Gebäudeentwicklung neu. Wir streben einen deutlich höheren Servicegrad als derzeit an, aber in kleinen Schritten. Man darf eine Organisation nicht überfordern. Welche Zielsetzungen haben Sie für das Gebäude hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit? Wir wollen ein ökologisches und ökonomisches Vorzeigeprojekt schaffen. Streben Sie eine Zertifizierung an? Wir streben keine spezielle Zertifizierung an, wir streben die Einhaltung der Kernvorgaben der verschiedensten Systeme an. Ein hoher Energiestandard ist uns sehr wichtig. Bei der Grundstücksauswahl war es z.B. ein Kriterium, dass Geothermie nutzbar sein sollte. Wie weit beeinflusst das FM die Architektur in Ihrem Fall? Das Ergebnis hat sowohl durch seine überraschende Form überzeugt, aber auch im Inneren durch die Funktionalität. Es hat die wenigsten funktionalen Kompromisse beinhaltet und sogar Lösungen und Vorschläge gebracht, die funktional weit besser als gefordert waren. Wie würden Sie die Wichtigkeit dieses von M.O.O.CON gesteuerten Prozesses für das Endprodukt betrachten? Entscheidend war, dass man von Beginn an alle wesentlichen Aspekte, Unternehmensziele, Leitbild und Werte des Unternehmens, funktionale Anforderungen, aber auch die gesamten Anforderungen an den Betrieb des Gebäudes definiert hat. Das spiegelt sich in einem ganzheitlichen Ergebnis wider. Auch bei der kaufmännischen Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus ist das FM ein wesentlicher Baustein. Ufo landet in St. Marx „Unser Ziel war ein Gebäude zu entwickeln, das den beeindruckend vielfältigen Funktionen des ÖAMTC - vom Mitgliederservice bis zum Hubschrauberstützpunkt - konsequent Rechnung trägt, und die Unternehmensphilosophie der Transparenz und Offenheit abbildet“, sagt Christoph Pichler von Pichler & Traupmann. Mit diesem Anspruch haben die Architekten auch den Generalplanerwettbewerb gewonnen. Mit der Errichtung dieses ‚landmark building‘ sind natürlich viele, weit- und tiefreichende Prozesse verbunden. Peter Reischer sprach mit dem Bereichsleiter Organisation des ÖAMTC, DI Ernst Kloboucnik über die Herausforderungen und Aufgabenstellungen im FM für diesen Neubau. © PxT Architekten


Architektur Fachmagazin April, Mai 2014
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