Page 45

Architektur Fachmagazin April, Mai 2014

architekturszene 45 lich der Steinhofgründe nicht allzu weit hergeholt ist. Die Bürgerinitiative will aber nicht nur eine Verbauung des Grünraumes in den Steinhofgründen verhindern, sondern ebenso eine Restaurierung der bestehenden Gebäude erwirken. Letzteres trifft vor allem beim Experten Christoph Luchsinger auf Zustimmung. Durch eine Überholung der historischen Bauwerke würden die Objekte vor dem Zerfall geschützt und dadurch der individuelle Charakter der Baumgartner Höhe erhalten bleiben. Zwar konnte der Einspruch engagierter Bürger die Umsetzung einer großen Bausünde verhindern, trotzdem stellt sich in diesem Kontext die Frage, ob die drohende Bebauung nicht den Grundstein für eine drastischere Umgestaltung des derzeit noch dünn besiedelten Ortsteils legt. Die Folgen einfallsloser Planungspolitik Die Wiener Planungspolitik ist mittlerweile dafür bekannt, dass sie dem finanziellen Vorteil von Bauprojekten bisweilen Gebiete von hohem gestalterischen und historischen Wert opfert. Ohne Rücksicht auf Verluste werden Hochhäuser zwischen gründerzeitlichen Bauten platziert, Shoppingcenter neben Einkaufsstraßen gebaut und Grünflächen zu Bauland umgewidmet. Derzeit sieht es ganz danach aus, als würden sich die Steinhofgründe ebenfalls in die Ränge, der vordergründig finanziell motivierten Projekte einreihen. Was nicht nur den engagierten Bewohnern der Bürgerinitiative am jüngsten Entwurf negativ auffällt, ist die Tatsache, dass die Bebauung vor Festlegen einer konkreten Nutzung erfolgen soll. Der Mangel an Ideen seitens der Raumplanung zeigt auf, dass weder von der Bevölkerung noch von der Stadt Wien aus, Bedarf an neuen Bauobjekten besteht. Es hat also ganz den Anschein, als handle es sich bei diesem Konzept um einen Versuch, Profit aus einem schützenswerten Freiraum zu schlagen. Diese Art der planerischen Kurzsichtigkeit kann auf lange Sicht jedoch unerwünschte Nebeneffekte haben. Als Negativbeispiel ist in diesem Kontext die verfehlte Nutzung der Gasometer in Wien Simmering zu nennen. Anstatt die einzigartige Konstruktion der denkmalgeschützten Gebäude für Funktionen zu nutzen, welche das Vermächtnis der ‚Geschichte Stadt‘ einem breit gefächerten Publikum zugänglich machen, beinhalten diese heute kleine, viel zu dunkle Wohnungen. Dass einer der ehemaligen Gasbehälter obendrein ein Dasein als gescheiterte Version eines Einkaufszentrums fristen muss, verdeutlicht das Ausmaß dieser Fehlplanung. Beim Gelände des heutigen Otto-Wagner- Spitals erweisen sich auch die derzeitige Erschließung durch den öffentlichen Verkehr und der Mangel an Nahversorgern für den Bau mehrerer Wohneinheiten als ungünstig. Lediglich eine Buslinie befördert die Menschen in ein dichter verbautes Ortsgebiet mit Einkaufsmöglichkeiten. Daraus lässt sich schließen, dass die Errichtung der elf Gebäude weitere Bautätigkeiten nach sich ziehen und das derzeitige Wohngebiet Schritt für Schritt einer massiven städtebaulichen Verdichtung unterzogen wird. Auf lange Sicht fördern solche Maßnahmen das Ausufern der Verbauung bis in die grünen Zonen am Stadtrand. Dadurch erhöht sich das Verkehrsaufkommen, was nicht nur die Befürchtungen der Anrainer bestätigt, sondern auch sämtlichen Prinzipien der heutigen Raumplanung widerspricht. HAWA- Purolino-PLUS 80 Schafft Raum im Raum. Beim Ganzglasschiebebeschlag HAWA-Purolino-PLUS 80 gehört ein neues Raumgefühl zum Programm: Maximale Transparenz dank integrierter Komponenten. Einfache Montage dank Keilaufhängung und praktischem Festver glasungsprofil. Hochwertige Öldruckdämpfer für höchsten Bedienkomfort. Mehr Infos unter www.purolino-plus.com Hawa AG, Untere Fischbachstrasse 4, 8932 Mettmenstetten, Schweiz, Tel. +41 44 767 91 91, Fax +41 44 767 91 78, www.hawa.ch haw 10005-07 Inserat Purolino_de_187x137_coated340.indd 1 16.10.13 14:00


Architektur Fachmagazin April, Mai 2014
To see the actual publication please follow the link above