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32 architektur FACHMAGAZIN Dachausbau Architektur ganz oben Wenn man durch Wien flaniert, sieht man – vor allem innerhalb des Gürtels – viele Baukräne stehen. Ein Zeichen, dass wir in einer prosperierenden Stadt leben und von der viel zitierten Krise eigentlich wenig zu bemerken ist. Die meisten der Bauvorhaben sind Dachausbauten. Der Fokus dieser Projekte liegt auf Verdichtung, Wohnraumgewinnung, aber auch Erneuerung der Haussubstanz – das wird in einem „Aufwaschen“ meist miterledigt. Die Wirtschaftlichkeit eines Zinshauses wird durch einen Dachbodenausbau deutlich erhöht. Allerdings gibt es auch genügend Gesetze und Normen, welche einen Dachausbau verhindern können. Text: Peter Reischer Fotos: Jab Studio Zu diesen Erschwernissen zählt sicherlich auch die Stellplatzverordnung. Sie sieht vor, dass ab 100 m2 neuer Fläche mindestens ein Stellplatz nachzuweisen ist. Wer jetzt nicht die Hausfassade eines Gründerzeit oder Jugendstilhauses mit einem Garagentor verschandeln will (wobei dann meistens auf der Straße wieder ein bis zwei Stellplätze verloren ge- hen), kann sich von dieser Verpflichtung „freikaufen“. Allerdings ist in Zeiten, in denen immer mehr Menschen bewusst leben und deshalb auf ein Auto verzichten, die Sinnhaftigkeit dieser Verordnung, die ja nur die Baukosten erhöht und somit den Wohnraum verteuert, sehr fragwürdig.


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