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34 architektur FACHMAGAZIN architekturszene Terrassenwohnbau statt Einfamilienhaus Ein Konzept in Richtung Nachhaltigkeit In Wien mangelt es derzeit vor allem an günstigem Wohnraum mit hoher Lebensqualität. Mit dem Terrassenbau, der selbst auf begrenztem Raum die Realisierung von Grünflächen ermöglicht, ließe sich diese Entwicklung umkehren. Laut Gerhard Steixner, Professor für Hochbau an der Technischen Universität Wien, eignet sich die Terrassenwohnung hervorragend, um hohe Wohnqualität zu erschwinglichen Verhältnissen für eine große Zahl von Menschen zur Verfügung zu stellen. Vom 31. Jänner bis zum 06. Februar 2017 wurden Besuchern in der TVFA-Halle der Technischen Universität Wien im 4. Wiener Gemeindebezirk zukunftsweisende Projekte für den Wiener Wohnbau präsentiert – den Anlass hierfür stellte die Architekturausstellung „Luxus für Alle - Prototypen für die Grüne Stadt“ dar. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand dabei der Terrassenwohnbau. Mit dieser Form des Wohnkonzepts aus den 1970er-Jahren, welches in Wien unter anderem vom 2016 verstorbenen Architekten Harry Glück mit dem Wohnpark Alterlaa im 23. Wiener Gemeindebezirk umgesetzt wurde, sollen Grün- und Freiflächen selbst auf begrenztem Raum einer möglichst großen Zahl von Einwohnern zugänglich gemacht werden. Verantwortlich für die Organisation der Ausstellung war Architekt Professor Gerhard Steixner – mit „Luxus für Alle“ legte dieser den Schwerpunkt in erster Linie auf urbane Wohnräume, die ihren Bewohnern durch starken Bezug zur Natur hohe Lebensqualität sichern. Über mehrere Jahre hinweg setzten sich Studierende gemeinsam mit Steixners Team mit Terrassenhäusern in ganz Europa auseinander, um so einen Einblick in die Vorzüge und das Potenzial jener Wohnform zu erhalten. Das Ergebnis dieser Recherche waren 3000 Projekte, die von mehr als 500 Studenten entworfen und in Form eines Stadtmodells mit 16.000 Wohneinheiten im Maßstab 1:200 umgesetzt wurden. Zu sehen war dabei eine sehr große Bandbreite an Ideen – unter den Text und Fotos: Dolores Stuttner Entwürfen befanden sich unter anderem kleinteilige Wohnformen, futuristisch anmutende Projekte sowie großvolumige Baublöcke. Im Fokus der Arbeiten standen vor allem Wohneinheiten, die ihren Bewohnern durch direktes Sonnenlicht sowie mit integrierter Bepflanzung ein naturnahes Umfeld zur Verfügung stellen. Zusätzlich verfügten alle gezeigten Modelle in Bezug zur Wohnfläche über 20 Prozent an privaten Freiflächen in Form einer Terrasse. Mit dieser architektonischen Vielfalt sollen Alternativen zum derzeit vorherrschenden Wohnbaukonzept der Stadt Wien aufgezeigt werden – laut Steixner bauen aktuelle Wohnprojekte nämlich „an den Wünschen der breiten Bevölkerung vorbei“, was bei der städtischen Bevölkerung auf lange Sicht zu Frustrationen beitrage. In den Terrassenwohnungen sieht der Professor die Möglichkeit, den Einwohnern die Qualität des Einfamilienhauses – ein Wohnkonzept, das von vielen Personen noch immer als erstrebenswert erachtet wird – in verdichteter Form in der Stadt zur Verfügung zu stellen. Aufklärungsarbeit für den Wiener Wohnbau Ein Problem für das Ortsbild der Stadt Wien und den städtischen Verkehr stellt das stetig wachsende Umland mit seinen Einfamilienhaussiedlungen dar. Dass das Einfamilienhaus keine raum- und umweltfreundliche Lösung für die Zukunft darstellt, ist aus städtebaulicher Sicht klar – zu hoch ist der Flächenverbrauch, welcher im schlimmsten Fall zur Zersiedelung sowie einer Verwahrlosung innerstädtischer Areale führt. Trotzdem gilt diese Wohnform für zahlreiche Menschen immer noch als Ideal. Viele Stadtbewohner, die es sich leisten können, ziehen in den sogenannten „Speckgürtel“ im Süden Wiens. Hauptgrund für diese Stadtflucht sind schlechte Wohnverhältnisse, die zu einer generellen Unzufriedenheit in der Wiener Bevölkerung führen. Die Lösung dieses Problems sieht Steixner in einem bewohnerzentrierten Städtebau. Gemeint ist damit nicht nur eine an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasste architektonische Gestaltung der Gebäude und Wohnungen, sondern das Ansetzen von „leistbaren“ Kosten für den Wohnraum. Der Preis soll gemäß Steixner dabei so ausfallen, dass die Wohneinheiten samt Grünfläche für einen möglichst großen Personenkreis erschwinglich sind. Tatsächlich hat die Stadt Wien derzeit mit einem Mangel an kostengünstigem Wohnraum zu kämpfen. In zahlreichen Wiener Stadtteilen, die ehemals als Standorte günstiger Wohnungen bekannt waren, setzte in den letzten Jahren der Prozess der Gentrifizierung ein. Diese Entwicklung brachte zwar einerseits die Aufwertung eines Bezirksteils, aber anderseits einen Anstieg der Wohnkosten mit sich – ein solcher Prozess hat unweigerlich die Verdrängung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen zur Folge. Das Terrassenhaus sieht Georg Steixner als optimale, zukunftsweisende


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