Page 128

architektur_417_eMag

130 architektur FACHMAGAZIN edv BIM-Ausbildung: Ohne Know-how kein BIM Building Information Modeling ist im Baubereich angekommen, doch es fehlt an Fachkräften. BIM-Schulungsanbieter haben deshalb momentan Hochkonjunktur. Doch welche Kriterien und Inhalte sind bei der BIM-Ausbildung wichtig, wer bietet sie an und was kostet sie? Text: Marian Behaneck BIM kann man nicht kaufen, BIM muss man erlernen. Auch wenn immer mehr Bausoftware Anbieter ihre Produkte unter dem BIM-Label vermarkten – Building Information Modeling ist eine Planungsmethode, die vor allem Wissen, Know-how und Erfahrung voraussetzt. Doch eine gute Ausbildung dauert und kostet Geld. Wer aktuell BIM-Fachkräfte sucht, wird kaum welche finden: Einerseits sind erfahrene BIM-Experten fest angestellt und gut bezahlt. Andererseits fehlt es Hochschulabgängern mit BIM-Know-how an praktischer Erfahrung. Den Großteil des Fachpersonals bilden Planungs- und Bauunternehmen deshalb selbst aus, indem sie ausgewählte Mitarbeiter mit praktischer Erfahrung und Affinität zu digitalen Werkzeugen intern oder extern schulen. Obwohl sich das Ausbildungsangebot inzwischen sehen lassen kann, ist die Qualität externer BIM-Ausbildungsangebote sehr unterschiedlich. Was sollten BIM-Fachleute wissen? Eine ganze Menge. Neben Modellierungsregeln (Koordinaten, Maßeinheiten, Strukturierung, Bezeichnung etc.), der Verwendung von BIM-Objekten oder der Auswertung von Bauteilattributen, müssen BIM-Konstrukteure auch den IFC-Modellaustausch, die modellbasierte Qualitätsprüfung und Koordination beherrschen, denn BIM ist mehr als nur 3D-Modellierung. BIM ist vor allem eine Managementaufgabe. Die neue Planungsmethode funktioniert – insbesondere im Sinne einer fachübergreifenden kooperativen Anwendung der neuen Planungsmethode (Big BIM, Open BIM) – nur auf der Grundlage einer intensiven Kommunikation, Abstimmung, Koordination und Information aller Beteiligten. Es müssen Absprachen getroffen werden über Prozesse, Verantwortlichkeiten, Koordinationsabläufe, das Änderungsmanagement oder Anforderungen Das BIM-Ausbildungsangebot ist inzwischen breit gefächert – es reicht von BIM-Softwareschulungen bis zu BIM-Management-Kursen. © ATP/Becker an die Struktur, den Inhalt und die Qualität der Informationen. Dazu gehören der Fertigstellungsgrad der Gebäudemodelle (Art, Umfang, Detaillierung, Informationstiefe etc.), eine koordinierte Strukturierung der Bauwerksmodelle nach Räumen oder Komponenten sowie Werkzeuge zur Vollständigkeits-, Konsistenz- oder Kollisionsüberprüfung. Die Palette der weiteren Absprachen reicht von der Zuweisung von Verantwortlichkeiten im Projekt, über die Kooperationsstrategie, die Auswahl und Verwendung der BIM-fähigen Software, Datenaustauschformate oder Projektplattformen – bis hin zu technischen Details wie Namenskonventionen, die Ablagestruktur oder Dateiversionierung. Weiteren Koordinierungsaufwand erfordert das BIM-Gebäudemodell, denn jeder Fachplaner generiert sein eigenes „Fachmodell“, für das er auch verantwortlich ist. Diese Fachmodelle werden zu Koordinationszwecken in vereinbarten Abständen zusammengeführt, um sie auf mögliche Fehler, Inkonsistenzen oder Kollisionen zu prüfen, Planungsstände abzugleichen etc. Damit der Austausch der Fachmodelle und die Zusammensetzung in einem Koordinierungsmodell mit allen Projektbeteiligten möglichst reibungslos funktioniert, müssen bestimmte, die Modellierung betreffende Standards eingehalten werden. Diese und viele weitere Details der BIM-Planungsmethode müssen erlernt und anschließend praktisch angewendet werden – im Selbststudium mit Hilfe von Fachliteratur (siehe Anlage), über Webinare (Online-Schulungen) oder im Rahmen von BIM-Kursen, Seminaren und Workshops.


architektur_417_eMag
To see the actual publication please follow the link above