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42 architektur FACHMAGAZIN Bildung für alle Landschaft als Bildung? Die in Jahrhunderten meliorisierten, kultivierten, umgepflügten, bebauten und umgebauten Landschaften werden in unseren Breiten gemeinhin als Kulturlandschaft bezeichnet. Über die genaue Begriffsdefinition lässt sich trefflich streiten, denn der Bergriff „Kulturlandschaft“ kann im Gegensatz zur Naturlandschaft, dem Freiraum, der Industrie- oder Wirtschaftslandschaft, in unterschiedlicher Art und Weise definiert werden. Aber aus allen Definitionen geht hervor, dass der Mensch eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Erhaltung derselben spielt. Fotos: Wolf Leeb Was hier in eher größeren Dimensionen gedacht und diskutiert wird, findet auch im Kleinen, in (fast) jedem Architekturprojekt statt: Überall ist ein kleines Fleckchen Grün, das gestalterisch behandelt werden kann. Sei es nun als das berühmte „Greenwashing“, um einem ökologischen Anspruch gerecht zu werden, sei es aus der Leidenschaft der Gestalter, um den Nutzern eine „bessere“ Umwelt zu bieten. Bei öffentlichen Bauvorhaben wie Museen, Kindergärten und Schulen ist dieser Anspruch besonders deutlich und auch wichtig. Denn Bildung soll nicht nur im Inneren, in geschlossenen Räumen stattfinden, sie muss sich auch auf die Umwelt, die Natur und die Landschaft erstrecken. So ist die vom Büro DnD Landschaftsplanung ZT KG, Anna Detzlhofer und Sabine Dessovic entworfene Außengestaltung des evangelischen Realgymnasiums in Wien-Donaustadt, Maculangasse ein schönes Beispiel für die fließenden Grenzen zwischen Gebautem und Freiraum. In dem Bau von Architektin Sne Veselinovic sind die Übergänge schon vom Schwellenbereich der Piazza des Eingangsbereiches weg spürbar. Der vergleichsweise geräumige Arbeitsbereich des Lehrkörpers öffnet sich hofseitig auf eine mit Hochbeeten ausgestattete Gemeinschaftsterrasse im Obergeschoss, die auch den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zur Verfügung steht und über eine Treppe mit dem Freibereich verbunden ist.


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