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architektur FACHMAGAZIN 60 Bildung für alle Das Design entwickelt sich aus den räumlichen und dekorativen Qualitäten der existierenden Bauteile und Strukturen. Diese wiederum sind ein Teil der Identität, welche die Stadt Barcelona in der Zeit der aufkommenden Arbeiterbewegung mit ihrem drängenden Wunsch nach Unterhaltung entwickelt hatte. Signifikante Elemente der Geschichte sind sorgfältig erhalten und wieder eingebaut worden – Türrahmen, bunte Fliesen, Fensterrosetten, Ziegelmauerwerk und Stuckverzierungen. Es ist aber keine einfache Wiederverwendung von Zitaten, sondern eine auf intensiven Studien der historischen Charakteristika beruhende Arbeit, dokumentiert in zahlreichen Zeichnungen und Modellstudien. Die Anmutung der Architektur und der Formensprache ist die eines Baus des späten Kubismus, vermischt mit Art déco und organischen Elementen. Durch die sichtbar gelassenen Zeichen des Verfalls bietet sich eine Mischung aus Dekadenz, „Shabby Chic“, Bohème und perfekt Neuem. Dazwischen immer wieder konstruktiv technisch hervorragend gelöste Details wie Deckenauswechslungen, die durch filigrane Tragsysteme gelöst sind. Ganz wichtig war für die Architekten die Lichtführung. So ergeben sich fast magische Momente im Stiegenbereich, wenn sanft gefiltertes Licht von oben die Besucher zu den Aufführungsorten geleitet.


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