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65 www.architektur-online.com OMA + BARCODE Architects Im Altertum zählten Bibliotheken zu den Orten, die legendenumwittert waren. Seien es die von Alexander dem Großen gegründete berühmte Bibliothek in Alexandria oder die Klosterarchive des Mittelalters, alte Handschriftensammlungen in den Klöstern von Athos, oder die vielen Universitätsarchive, die zur Bildung und Wissensvermittlung dienten. Heute gibt es unzählige Bibliotheken weltweit, die nach Größe, Schönheit, Extravaganz, Bestand und anderen Kriterien in diversen Listen zusammengefasst werden. Die New York Public Library zählt mit mehr als 51 Millionen Medien nicht nur zu den größten Bibliotheken weltweit, auch zahlreiche Berühmtheiten wie Bob Dylan, Jackie Onassis, Grace Kelly und Marlene Dietrich sollen es sich hier schon beim Lesen gemütlich gemacht haben. Auch die Biblioteca Joanina in Coimbra, Portugal, ist als ein Prachtstück barocker Architektur sehenswert, oder die Stiftsbibliothek Admont in Österreich. Bibliotheken sind trotz digitaler Zeiten gefragt, ständig werden neue erbaut. Die Bibliothèque Alexis de Tocqueville in Caen, Nordfrankreich, entworfen von OMA und den BARCODE Architects aus Rotterdam, ist ein gutes Beispiel für eine, den heutigen Leser- und Nutzergewohnheiten entsprechende Architektur. Sie ist als Gegenstück zum Elfenbeinturm konzipiert und befindet sich, städtebaulich gesehen, am Schnittpunkt des urbanen Zentrums von Caen mit einem Stadtentwicklungsgebiet. Die vier Achsen des x-förmigen Grundrisses weisen auf vier wichtige Landmarken der Stadt hin: Zwei verschiedene Klöster, den Hauptbahnhof und ein Neubaugebiet. u


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