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architektur FACHMAGAZIN 68 Bildung für alle Die Verglasungen reichen im Kreuzungsbereich vom Boden bis zur Decke und hier fallen auch die „eingedellten“ Glasflächen auf. Die im sogenannten Schwerkraftbiegeverfahren hergestellten Gläser (wie auch bei der Elbphilharmonie) erhalten durch diese sphärische Geometrie eine größere Steifigkeit gegen Windlasten. Bei den Glasscheiben mit bis zu sechs Meter Spannweite ist das ganz vernünftig. Die teils transparent, teils opak ausgebildete Isolierglasfassade umschließt alle vier Flügel des dreistöckigen Gebäudes. Die einzelnen Scheiben werden von hervorstehenden Pfostenprofilen gehalten, die als durchgehende vertikale Linien die Fassaden gliedern. Die Bibliothèque Alexis de Tocqueville hat zwei vis-àvis gelegene Ausgänge, einer führt zum nahe gelegenen Wasser und der andere in einen neu angelegten Park. Im offen konzipierten Erdgeschoss befinden sich Ausstellungs- und Seminarräume, ein Restaurant samt Café, ein Auditorium mit 1.650 Sitzplätzen und ein Zeitungskiosk. Im ersten Obergeschoss liegt der große Lesesaal im Herzen des Volumens, erreichbar über eine mit Spiegeln verkleidete Rolltreppe. Im Saal sind Arbeits- und Ruhebereiche verteilt und gegen die Enden der Flügel hin befinden sich die notwendigen Büro-, Verwaltungs- und Arbeitsräume. Im zweiten Obergeschoss ist jeder der vier Flügel des x-förmigen Grundrisses von einer anderen Fachrichtung belegt: Naturwissenschaften, Literatur, Kunst und Geisteswissenschaften. Hier gibt es auch spezielle Bereiche für Kinder. Diejenigen der über 120.000 digitalen und auch physischen Medien, welche nicht über die Bücherregale direkt abrufbar sind, lagern im Archiv des Untergeschosses. Verglaste Lesebereiche bieten ein Belvedere auf die urbane Umgebung. (rp)


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