Page 71

architektur_417_eMag

73 www.architektur-online.com Bibliotheken Bücher und Sonnenschutz Befindet man sich in einer Bibliothek, oder auch in einer Buchhandlung und blättert in den gedruckten Werken, so will man nicht durch Sonnenlicht oder störende Außeneinflüsse geblendet werden. Deshalb hat der japanische Künstler Akane Moriyama für den T-SITE Bookstore in der Nähe von Osaka einen speziellen Vorhang entworfen und produzieren lassen. Drei acht Meter hohe Vorhänge können die Nutzer und Besucher des Geschäftes bei Bedarf vor allzu grellem Sonnenlicht schützen. Die Stoffbahnen wirken wie ein Schild vor der Nachmittagssonne und kreieren gleichzeitig eine Bewegung in der Fassade der Architektur. Elegant werden mit ihnen drei große Fenster abgedeckt und am Abend rollen sie sich durch einen elektrischen Antrieb spiralförmig auf. Der Vorhang besteht aus drei verschiedenfarbigen Lagen eines semitransparenten Organzagewebes. Außen wurde eine graue Bahn mit Silber bedruckt, eine beige Lage in der Mitte blieb unbedruckt und die innere Lage zeigt dasselbe Druckmuster wie außen, nur etwas dunkler. So entsteht der Eindruck von Tiefe und Bewegung. Bücher in China Hier haben die Van Wang Architects einen baufälligen Verkaufspavillon, der eigentlich nur für eine temporäre Nutzung gedacht war und abgerissen werden sollte, in eine Bücherei verwandelt. Die Architekten wollten mit diesem Projekt einen Kontrapunkt zu der ungeheuren Energie- und Ressourcenverschwendung eines Abbruches setzen. Sie bauten das Innere des Volumens wie mit Bauklötzen zu zwei großen Büchersälen um. Eine Stiege führt freitragend zu einer rundumlaufenden Zwischenebene hinauf. Die Konstruktion aus Stahlgerüsten ist hinter den Regalen verborgen und nicht sichtbar. Dünne Holzleisten laufen an der Decke entlang und sorgen für eine Strukturierung des Raumes. So ist ein geräumiger, luftiger Raum als Lösung des Pavillonproblems entstanden. Bücher auf der Garage Auf der norwegischen Insel Tjøme haben die NOMA arkitekter AS das Dach einer alten Garage in eine Bibliothek verwandelt. Unter Benutzung natürlicher und unbehandelter Materialien wie Stein, Holz und Beton, schufen sie eine Kombination aus Bücherei, Küche und Arbeitsraum, ohne die ursprünglichen Größenverhältnisse zu ändern. Sämtliche Wände sind mit Bücherregalen belegt und in diesen sind die Fenster integriert. So entstand ein aufregender Innenraum mit ebenso aufregenden Aussichten. © Yasushi Ichikawa © Jean S. Lorentzen © Van Wang Architects


architektur_417_eMag
To see the actual publication please follow the link above