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74 architektur FACHMAGAZIN Licht Individuelles Licht mit harmonischem Antlitz Wiedereröffnung des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt Nach mehrjähriger Generalsanierung präsentiert das Darmstädter Universalmuseum seine Sammlungsbestände zeitgemäß auf neustem technischen Stand. Für die Neueinrichtung der Ausstellungen in teils historischen Stilräumen planten Kardorff Ingenieure ein ganzheitliches Ausstellungs-Lichtkonzept in modernster LED-Technologie, das höchsten konservatorischen und ästhetischen Ansprüchen genügt. Die besondere Aufmerksamkeit des Lichtkonzeptes galt dem harmonischen Gesamteindruck des Museums, bei gleichzeitiger Umsetzung individueller Lichtlösungen innerhalb der facettenreichen Sammlung und ihrer Inszenierung. Text: Kardorff Ingenieure Lichtplanung Fotos: Volker Kreidler Das Museum wurde nach Plänen von Alfred Messel 1906 eröffnet. In dem Haus verteilen sich auf vier Etagen 9.000 m2 Ausstellungsfläche für die Dauer- und Sonderausstellungen: Rund 100.000 Objekte werden aus der über eine Million Exponate umfassenden Sammlung rund um Kunst-, Kultur- und Naturgeschichte dauerhaft ausgestellt. Die Sanierung des Museums umfasste neben dem historischen Messelbau zugleich den von Reinhold Kargel errichteten Museumsanbau von 1984. Dieser beherbergt heute die Gemäldegalerie. Übergeordnete Beleuchtung Das Beleuchtungskonzept ist auf die besonderen Anforderungen der Ausstellungsbereiche von der Archäologie bis hin zur modernen Malerei abgestimmt. Neben individuellen Lichtlösungen wurde Wert darauf gelegt, dem Museum einen einheitlichen Auftritt zu geben. So besteht ein ausgeglichenes Verhältnis der Helligkeiten der Räume zueinander; die allgemeine Lichtfarbe von 3.000 K sorgt für eine angenehme Lichtstimmung. Frei stehende Exponate und Exponate unter Glas werden durch raumseitig montierte Strahler von mehreren Seiten aus beleuchtet. Aufgrund der Geometrie der bestehenden Räume und der daraus resultierenden Positionen der Stromschienen sind Strahler mit sehr unterschiedlicher Lichtverteilung erforderlich, die durch Zubehör wie Vorsatzlinsen und Entblendungsaufsätze bedient werden. Ausstellungsbeleuchtung Vor Einrichtung der Ausstellungen wurden in einer Testserie mit verschiedenen LED-Strahlern die optimalen Beleuchtungsbedingungen für Malerei unterschiedlicher Epochen simuliert. Neben Brillanz und guter Farbwiedergabe wurde insbesondere die stimmige Farbtemperatur berücksichtigt. Bei Exponaten mit vorwiegend kühleren Farben wie grau, blau und grün wird eine kühlere Farbtemperatur der Beleuchtung umgesetzt, indem zusätzlich zur allgemeinen Lichtfarbe von 3.000 K weitere Strahler mit 4.000 K verwendet werden.


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