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75 www.architektur-online.com Licht Die Exponate in Schauvitrinen werden von externen Strahlern beleuchtet. Nach Bedarf wird die Vitrinenbeleuchtung durch integrierte LED-Leuchten ergänzt. Sie sorgen für eine gleichmäßige Anstrahlung der Exponate und arbeiten wirkungsvoll deren Materialität heraus. Allen Lösungen ist gemein, dass die Leuchten variabel auf die Exponate eingerichtet werden können, ohne die Wahrnehmung zu beeinträchtigen. Inszenierte Beleuchtung, gelenktes Licht Dem Waffensaal liegt der Gedanke des Zeughauses zugrunde. Ein aufsteigender Laufsteg in dessen Zentrum bildet das Podest für die Ausstellungsstücke. Die Inszenierung von Exponaten wie Rüstungen und Waffen gelingt durch Strahler mit verschiedenen Strahlungscharakteristiken. Die gewünschte Lichtverteilung von eng- bis breit strahlend lässt sich durch den Tausch der Vorsatzlinsen (Spot, Medium oder Flood) anpassen. Die Wahrnehmung wird durch diese gesetzten Lichtschwerpunkte auf wesentliche Merkmale und Objekte gelenkt. In der gotischen Kapelle werden Gegenstände einer kirchlichen Schatzkammer ausgestellt. Eine Besonderheit sind die beiden Radleuchter mit einem Durchmesser von 1,70 Meter, die für die gotische Kapelle entwickelt wurden. Durch die Kombination zweier integrierter Lichtkomponenten erfüllen sie eine doppelte Funktion: Uplights sorgen für eine diffuse Grundbeleuchtung der Gewölbe, richtbare Strahler auf der Unterseite beleuchten Exponate und ermöglichen eine flexibel nutzbare Beleuchtung. Herzstück der Kapelle ist das Darmstädter Turmreliquiar, das in einer überkopfhohen Ganzglasvitrine als Point de Vue inszeniert ist. Erneut dient das Zusammenspiel zweier Lichtkomponenten für optimale Sehergebnisse. Von oben sorgen Lichtpunkte in den horizontalen Profilen für die Beleuchtung; frei in Miniaturstromschienen positionierbare Magnetstrahler in den vertikalen Profilen beleuchten das Reliquiar von den Seiten. Die aus vier historischen Stilräumen bestehende Chiavenna Spange ist das weltliche Gegenstück der Schatz- und Kunstkammer, in denen die dunkle Grundstimmung im Raum das Motiv des Staunens und Wunderns unterstreicht. Die Vitrinenbeleuchtung stellt gemeinsam mit einer Uplight-Komponente auf dem Vitrinendach so auch die einzige Raumlichtquelle dar und konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Artefakte. Die unverfälschte Farbwiedergabe und die Schonung der Exponate sind die wesentlichen Herausforderungen bei der Beleuchtung von Kunst- und Kulturwerken. Die Art der Anstrahlung, aber auch das abgestimmte Verhältnis von Umgebungslicht zu den beleuchteten Exponaten und der beleuchteten Exponate zueinander bestimmen die Qualität der Beleuchtung. Die einzelnen Ausstellungsbereiche werden ihren Anforderungen entsprechend individuell beleuchtet, während ein übergeordnetes Lichtkonzept für den harmonischen Gesamtauftritt des Hauses sorgt.


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