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77 www.architektur-online.com RETAIL architektur Anfänglich war Sato nur gebeten worden, die vierte und fünfte Etage neu zu gestalten. Doch seine Entwürfe begeisterten Siam Piwat CEO Chadatip Chutrakul so sehr, dass das Büro den Auftrag für alle fünf Ebenen inklusive Außengestaltung erhielt. Für die Außenansicht wurde entschieden, die Fassade, soweit es die Gebäudestruktur erlaubte, zu öffnen und so dem Gebäude seine ursprüngliche Schwere zu nehmen. Um dennoch die in Bangkok sehr intensive Sonneneinstrahlung zu bewältigen, wurde eine doppelwandige Fassade ausgeführt, die in ihrer formalen Gestaltung die beeindruckende Displayinstallation aus dem Atrium aufnimmt und so als weithin sichtbares Landmark auch nach außen hin kommuniziert. Eine der zentralen Herausforderungen bestand darin, den Kundenfluss zu verbessern und Besucher aus dem schmalen Eingangsbereich vermehrt in das Innere des Gebäudes und auch in die ursprünglich weniger frequentierten oberen Stockwerke zu führen. Um dieses Problem zu bewältigen wurden die bereits existierenden, kreisförmigen Atrien ausgeweitet und miteinander verbunden, sodass eine geräumige, Canyon-artige Fläche mit einer Länge von 58 Metern entstand, die die Besucher nun gleichsam in das Gebäudeinnere zieht. Zusätzlich wurde in dem mehrstöckigen Atrium eine Wandkonstruktion aus 202 gerahmten Boxen errichtet, die Videomonitore, DigitalSignages und Merchandising-Displays enthalten. Diese fungieren auf Grund ihrer mehrere Etagen umfassenden Höhe als attraktiver Blickfang – auch in Richtung der oberen Stockwerke – und dienen zugleich als leicht verständlicher Wegweiser zu den jeweiligen, im gesamten Gebäude thematisch geordneten Warengruppen. Durch die neue Positionierung der Fahrtreppen im Atrium wird es den Kunden leicht gemacht, die oberen Stockwerke zu besuchen. Um die Käufer nicht zu verwirren, bleibt die vertraute Aufteilung mit verschiedenen Etagen für Herrenmode, Damenmode, Streetwear, Technik & Gadgets und Heimtextilien bestehen. Insgesamt sind in den verschiedenen Stockwerken mehr als 5.000 internationale und lokale Marken zu finden. Zusätzlich ist Raum für Kunst, Ausstellungen und Interaktion gegeben. So können etwa persönliche Instagram Fotos über einen riesigen LED-Bildschirm projiziert werden.


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