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36 architektur FACHMAGAZIN architekturszene Der Wiener Nordbahnhof Ein Stadtteil zwischen Wohnen und Freizeit Die Brachflächen des ehemaligen Nordbahnhofs in Wien sind die letzten unbebauten Areale in Zentrumsnähe. Früher wurde in diesem Viertel ein Frachtenbahnhof betrieben – heute befindet sich auf dem unbebauten Teil des 2. Wiener Gemeindebezirks nur noch eine Mischung aus Wildwuchs, abbruchreifen Bauwerken und Sperrmüll. Dies wird sich in den nächsten Jahren ändern. Das Gelände stellt mittlerweile nämlich eines der größten und wichtigsten innerstädtischen Entwicklungsgebiete der Stadt Wien dar. Bis 2025 sollen auf 185 Hektar Fläche Wohnungen für 20.000 Bewohner realisiert werden, wobei zusätzlich die Schaffung von 10.000 Arbeitsplätzen vorgesehen ist. Dabei wird das Gelände laut der MA 22 kein „homogenes Stadtviertel im eigentlichen Sinn“ darstellen, sondern sich aus mehreren Teilen zusammensetzen. Die Herausforderung wird während der Planung der einzelnen Areale darin bestehen, diese zu einem funktionierenden, gut zusammenspielenden Bezirksteil zu verbinden. Auf rund 50 Prozent der Fläche des einstigen Frachtenbahnhofs sind die Bauarbeiten schon abgeschlossen. Zu den mittlerweile realisierten Vorhaben gehören die Wohnbauten inklusive Volksschule und Nahversorgern rund um den Rudolf-Bednar-Park Text & Fotos: Dolores Stuttner – weitere Projekte befinden sich schon in Planung oder wurden bereits errichtet. Zur letztgenannten Kategorie gehört auch der Bildungscampus. Für den Bereich von 6,5 Hektar wurde im Mai 2016 ein mehrstufiger Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem der Entwurf der Klammer Zeleny ZT-GmbH als Sieger hervorging. Wohnen am Bildungscampus Neben einem Wohn- und Grünraumangebot wird auf der Fläche inmitten von Wohnbauten ein Bildungscampus errichtet. Dieser soll Einrichtungen zur Ausbildung von null- bis vierzehnjährigen Kindern beinhalten. Vorgesehen ist dabei unter anderem die Realisierung einer Musikschule. Beim neuesten Schulbauprojekt der Stadt Wien hat sich der Entwurf des Architektenteams Klammer Zeleny ZT-GmbH aufgrund seiner klaren Position als Solitär sowie der geschickten Baukomposition durchgesetzt. Das Konzept sieht für das Areal ein einfach strukturiertes Gebäude, das in Form einer Blume angelegt werden soll, vor. Dabei wird das Bauwerk über drei Gebäudearme – die so genannten „Blütenblätter“ – verfügen. In denselben wird jeweils ein Bildungsbereich untergebracht, wobei gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie die Aula in Form eines Blumenstiels als zusammenführende Verbindung dienen sollen. Im Außenbereich werden den Campus abwechslungsreich gestaltete Spiel- und Grünflächen umgeben. Eine großzügige Freiraumgestaltung nimmt aber nicht nur bei den Bildungseinrichtungen, sondern auch am gesamten Areal des ehemaligen Nordbahnhofs einen wichtigen Stellenwert ein. Bebauter Rand trifft auf freie Mitte und Wildwuchs Das Herzstück des Stadtentwicklungsgebiets wird ein mittig angelegter, von Wohnbauten eingerahmter Park darstellen. Durch seine Nähe zu den Wohneinheiten befindet sich dieser „vor der Haustüre“ der ortsansässigen Bevölkerung und kann von dieser in nur wenigen Gehminuten erreicht werden. Zusätzlich zu dieser Grünfläche plant die Stadt Wien auf dem Gelände die Realisierung – oder vielmehr Erhaltung – von zwölf Hektar „Stadtwildnis“. Die Erhaltungswürdigkeit des wild durchwachsenen Abschnitts auf dem Areal wurde gemeinsam von den zuständigen Planern und den Einwohnern Wiens im Zuge eines Bürgerbeteiligungsverfahrens beschlossen. Fortan soll also jene Fläche für jeden Passanten zugänglich gemacht werden und so die Funktion als Naherholungsgebiet im Stadtraum erfüllen. Von diesem Grünraum aus wird es dabei möglich sein, sowohl den Donaukanal als auch das Ufer der Donau zu Fuß zu erreichen – da-


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