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architektur FACHMAGAZIN 40 Stadt – Zeit Trotz der großen Spannweite und nur einer Unterstützung wirkt die Konstruktion (vor allem aus der Luft betrachtet) leicht und filigran. Wie ein feines Spinnennetz liegt sie über den Bahngeleisen und bietet eine brauchbare und bequeme Verbindung zwischen dem Technologiepark und der Zugstation. Sie ist das Resultat der Spannung aus zwei Auflagepunkten an ihren beiden Enden und der einzigen Säule auf einem Bahnperron. Die Brücke versinnbildlicht auch die Bewegung, die etwa am Design der verdrehten Bögen abgelesen werden kann, ebenso wie durch die ständige Bewegung der unter ihr durchfahrenden Züge. Die eher expressive Tragstruktur wurde sichtbar gelassen, statt sie mit einer Verkleidung zu verbergen. Das Beleuchtungskonzept der Brücke ist stark von ihrer Architektur abhängig. Es ging dabei nicht darum, bei Tag oder Nacht unterschiedliche Eindrücke zu erzielen, sondern das Licht ist das Ergebnis eines Entscheidungsprozesses, was in der Nacht zu sehen und beleuchtet sein sollte. Bei Nacht scheint die Brücke zu schweben, um die Züge unter ihr passieren zu lassen. Die Lichtteile sind allesamt in die Struktur integriert und nicht augenfällig. Sie schaffen einen Rhythmus, der den dynamischen Charakter der Struktur bei Nacht verstärkt. Trotz eines starken Bedürfnisses nach Sicherheit während der Nacht ist hauptsächlich die Tragstruktur beleuchtet, und so bietet sich immer noch eine eher entspannte und intime Atmosphäre auf der Gehfläche. (rp)


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