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architektur FACHMAGAZIN 44 Stadt – Zeit Der Plan beinhaltet ökologische und erholungsmäßige Aspekte und die Brücke verbindet die ziemlich unterschiedlichen Höhenlagen der Ausgangs- und Zwischenpunkte miteinander. Sie ist – sowohl literarisch wie auch metaphorisch – in ihrer Form die Verknotung all dieser physischen und metaphysischen Details. Auf den verschiedenen Wegführungen gibt es in den Schnittpunkten der unterschiedlichen Wellen der Bänder Querverbindungen, die den Passanten das Wechseln der Seite und immer wieder neue Aussichten gewähren. Nicht nur die Form des Glücksknotens, auch die Farbgebung ist in der chinesischen Tradition begründet: Rot steht für Fröhlichkeit und Wohlstand. Das wird auch in der Nacht mit einer LED-Beleuchtung, welche die Brücke zu einer Landmark macht, unterstrichen. Sie ist mehr als eine einfache Brücke, als eine funktionale Verbindung: Ihr Erfolg liegt auch darin, Kulturen einander anzunähern, eine Verschmelzung von Geschichte, Technik, Kunst, Innovation, Architektur und Event zu erzielen. Und in der rapid wachsenden Stadt Changsha birgt dieser Kontext eine einzigartige Geste, um auch die Passanten zu inspirieren. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Brücken und überhaupt Verkehrsbauten „verrückte“ Konstruktionen erhalten. Vielleicht ist das Repertoire der Architektur in Bezug zum Hochbau schon erschöpft, alle Formen sind schon ausprobiert und zu Tode variiert worden? Warum also nicht den Teil der Architektur, der In den Schnittpunkten der Bogenlinien ergeben sich Querverbindungen und interessante Ausblicke in die Umgebung. in unseren Städten einen immer größer werdenden Teil einnimmt – also Brücken, Überquerungen, Verkehrsverbindungen im Allgemeinen – nicht nur funktionell, sondern auch ansprechend zu gestalten? Weitere internationale Beispiele wären die Langkawi Sky Bridge in Malaysia oder die Python Bridge in Amsterdam und die Gateshead Millennium Bridge in England. (rp)


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