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46 architektur FACHMAGAZIN Stadt – Zeit “Wer Realität will, soll mit der Bahn fahren.” Wenn man sich international in der Wirklichkeit neuer Bahnhöfe, Brücken und Verkehrsknoten umschaut, findet man Bauten, die weit mehr als ihre Funktion erfüllen und sich durch ihr expressives Äußeres nicht nur in die urbane Landschaft eingliedern, sondern diese auch visuell aufwerten. Sie sind nicht mehr mit den sterilen, rein auf ihre Funktion begrenzten Transitbereichen zu vergleichen. Zum Beispiel in Taiwan: Der Hochgeschwindigkeitszug High Speed Rail (HSR) des Landes verbindet die größten Städte und ermöglicht das Reisen von Taipeh im Norden bis Kaohsiung im Süden in ca. 90 Minuten (für 345 km). Der Zug, der mit dem deutschen ICE oder dem französischen TGV vergleichbar ist, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 350 km/h. Seit Anfang 2007 ist die Strecke in Betrieb, deren Bau eine Herausforderung war. Zur Sicherung gegen die rund 30.000 jährlich in Taiwan registrierten Erdbeben wurde die Strecke an vielen Stellen bis zu 100 m tief im Boden verankert. Die Gesamtkosten der Strecke belaufen sich auf circa 13,8 Milliarden Euro. Und manche der Bahnstationen bieten ein durchaus sehenswertes Design. Die beiden hier vorgestellten Projekte haben ziemlich unterschiedliche Anmutungen, sind aber beide vom Anspruch der Perfektion geprägt. Es zeigt sich, dass Verkehrsbauten mittlerweile ein wesentlicher Teil der Infrastruktur unserer Zivilisation und der Städte sind: Sie werden immer aufwendiger und kreativer gestaltet und tragen auch manchmal zu einem Erlebnis bei, „wenn einer eine Reise tut“.


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