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55 www.architektur-online.com Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH Wenn 2.600 Menschen an einem Standort in der Stadt zusammenarbeiten und mehr als tausend von ihnen täglich hier auch essen, dann braucht es mehr als nur eine perfekte Logistik. Es bedarf einer Umgebung, die kommunikationsfördernd und integrativ wirkt. Und idealerweise eines Wahrzeichens, das die gemeinsame Identität stärkt. Zwischen Gasometer und Wasserturm befindet sich in Wien-Simmering das Netzkulinarium als Betriebsrestaurant und Kommunikationszentrum der Wiener Netze, errichtet von Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH. Eine Stadt definiert sich durch ihre Struktur und auch durch ihre Wahrzeichen. Diese Landmarks tragen ein Wesentliches zum Erlebnisgehalt der Städte bei und sind auch Teil einer gewissen optischen Infrastruktur. In Wien liegen in Simmering die sogenannten Gasometer (siehe Kasten). Mehrere Architekturbüros haben sich mit mehr oder weniger Erfolg an der Revitalisierung und Neunutzung dieser Wahrzeichen des momentan auslaufenden Kohlezeitalters, beteiligt. Das gesamte Areal, auf dem sich sowohl Gasometer wie auch Wasserturm befinden, gehört heute Wiener Netze. (Es ist gewachsenes Betriebsgebiet und gehörte ursprünglich Wiengas. Nach wie vor befindet sich der Wasserturm auf dem Betriebsgelände der Wiener Netze (als fusionierter Betrieb der Versorgungseinrichtungen der Stadt Wien). Zur Errichtung dieses Betriebsrestaurants wurde 2013 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Pichler & Traupmann Architekten ZT GmbH gewannen. Am 12. Jänner 2015 wurde mit den Bauarbeiten begonnen und im Jahr 2016 fertiggestellt. Heute erstreckt sich zwischen dem Gasometer und dem Wasserturm das neue Gebäude als eingeschossige Struktur. Da der Wasserturm eher am Ende des längs gerichteten Grundstückes steht, ist der gesamte Restaurant- und Cafeteriabereich ebenfalls so gerichtet, um auf beide Baudenkmäler einen Ausblick zu gewähren. Die Tische sind im Raum quer gestellt, um jeweils einer Seite der Sitzenden die Sichtachse durch die Glasabschlüsse der Architektur zu ermöglichen. Der Speisesaal und Cafeteriabereich bietet 530 Sitzplätze, im Außenbereich stehen 80 weitere Sitzplätze zu Verfügung. Die 1.500 Mittagessen pro Werktag dienen in erster Linie der Mitarbeiterverpflegung. u


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