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6 architektur FACHMAGAZIN Start UrgentCity „Smart“ ist wohl der häufigste Ausdruck des modernen Cityvokabulars, den kaum einer mehr hören kann, geschweige denn in den Mund nehmen will. Zu sehr sind wir in den Medien und der Öffentlichkeit von Fremdwörtern und neuen Begrifflichkeiten in der fast täglichen Diskussion um die Zukunft unserer Städte überflutet. Architektur, Stadtplanung, Kunst, Design, Aktivismus, Stadtforschung, Verwaltung und Politik sprechen zwar (angeblich) miteinander, viele Diskussionen laufen aber parallel oder sogar getrennt ab, da eine gemeinsame Verständigungsbasis oft schwer zu erreichen ist. Wer nicht versteht – kann und darf nicht mehr mitreden. Als urbanes Habitat bieten Städte ein reiches Feld von Möglichkeiten, aber gleichzeitig viele Herausforderungen an allen möglichen Fronten. Umwelt, Ökologie, Technologie und Gesellschaft sind einige davon. Es gibt schon eine ganze Reihe von interessanten Entwicklungen (Stadtpolitiker bräuchten nur zuzugreifen), wie zum Beispiel: • Das BMW Guggenheim Lab, ein mobiler Think-Tank hat ein Projekt mit Namen „100 Urban Trends“ als eine Sammlung von Ideen zur Urbanität entwickelt. Sie stellt sich als eine „Compilation“ der meistgebrauchten und drängendsten Probleme der Stadt dar. • Das „Dictionary of Now“ wiederum, wird aus einer Serie von zwölf Diskussionen (2015 - 2018) zwischen Fachleuten eine Text: Peter Reischer Fotos: Luca Chiaudano CC BY-NC-SA 4.0 Publikation herausbringen, welche die Schlüsselbegriffe der einzelnen Teilnehmer aufgreift, Verbindungen herstellt und daraus eine dynamische Konstellation der Wissensproduktion erlaubt. Das UrgentCity-Projekt, das von 11. bis 12. November in Florenz im Palazzina Reale stattgefunden hat, ist auch so ein kleiner Lichtblick und tritt genau in diese Fußstapfen. Fast 30, aus den verschiedensten Ländern Europas angereiste Teilnehmer aller erdenklichen Disziplinen, versuchten, eine gewisse Klarheit in den babylonischen Bedeutungswirrwar der modernen Stadtplanung zu bringen. Die Initiative, welche von „Amateur Cities“ (NL) und „New Genera- tions“ (IT) kuratiert wurde, präsentierte sich in einem zweitägigen Event mit Workshops, Diskussionen, Roundtable-Gesprächen und Keynote-Vorträgen. Durch das Crowdsourcing von Ideen (im Frühjahr 2016) von verschiedensten Teilnehmern wollten die Kuratoren einen multidisziplinären, epistomologischen Rahmen für bereits existierende und auch neue Begriffe schaffen, um so ein allseits zugängliches, neues urbanes Vokabular definieren zu können. Es ging bei diesem Forschungsprojekt um einen Wortschatz, um ein Vokabular und um die Rolle der Sprache schlechthin, die diese in der täglichen Auseinandersetzung um die zukünftigen Entwicklungen unserer Städte einnimmt.


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