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architektur FACHMAGAZIN 64 Stadt – Zeit Die dreidimensionale Fassade des Arkadenteils ist vom Art déco und den viktorianischen Umgebungsbauten (Getreidebörse und Stadthalle) beeinflusst. Die Außenansicht entwickelt sich aus der Sprache dieser Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts und der umgebenden – im Bloomfield- und viktorianischen Stil erbauten – Ziegelbauwerke. Seine Materialität bezieht die Architektur aus den historischen Terracottafassaden (meist produziert von einer lokalen Fabrik) der Stadt. Sie stellt eine moderne Interpretation des traditionellen Materials dar und ist auch von den Strukturen der textilen Vergangenheit von Leeds beeinflusst – als darübergelegte Terracottahaut ist sie eine Referenz an gewebte Stoffe. In den höheren Ebenen sind Bronze und verrostete Metalle in die Ansicht integriert, um eine „Familie“ ziegelfarbenähnlicher Materialien zu schaffen, als Referenz an die traditionellen Terracottafarben. Die skulptural gefalteten Ziegelmuster und Ausstülpungen sind in, mit Ziegelmuster versehenen, vorgefertigten Paneelen wiederholt. Produziert wurden die Teile nach exakten Computervorlagen aus insgesamt 460.000 Ziegeln. In Rhythmus und Größe variieren sie, je nach Kontext und Lage. Das zum Gesamtkomplex gehörige Parkhaus ist von allen städtischen Zufahrtsstraßen gut sichtbar. Sein Design dient dazu, es von der Mall zwar zu trennen, aber trotzdem die gemeinsame Nutzung und Zugehörigkeit durch die optische Wirkung zu betonen. So schaffen verdrehte Aluminiumlamellen an der Außenseite wieder ein Diagrid-Muster, welches durch die Schattenwirkungen noch vertieft wird und die Verbindung zum Departmentstore herstellt. Diese Fassade bietet einen effizienten Schutz der parkenden Fahrzeuge, Tageslicht und natürliche Ventilation. (rp)


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