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Hotelzimmer von morgen


Future Hotel / Bilder: © Archiv Architekten Future Hotel / Bilder: © Archiv Architekten
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Future Hotel / Bilder: © Archiv Architekten Future Hotel / Bilder: © Archiv Architekten

Text: Walter Laser
Bilder: Archiv Architekten

Wie wird der Hotelgast von morgen schlafen, was möchte er im Badezimmer vorfinden, und was erwartet er sich von der Audio- und Videoausstattung des Hotelzimmers? Antworten auf Fragen wie diese versucht der neue „ÖHV-Leitfaden futurehotelroom“ zu geben, der anlässlich des ÖHV-Hotelierkongress im Jänner in Galtür/Tirol präsentiert wurde.

Eine der wesentlichsten Unsicherheiten bei Investitionen sind die wechselnden Tendenzen und Strömungen, die in immer kürzeren Abständen über die Beherbergungsbranche hereinbrechen. Um so wichtiger ist in diesem wechselhaften Umfeld ein einigermaßen klarer Blick in die nahe Zukunft: Wer heute plant und investiert sollte zumindest ansatzweise wissen, wie sich die Erwartungshaltungen der Zielgruppen über den geplanten Nutzungszeitraum verändern werden.
Da diese komplexe Thematik für Einzelakteure kaum zu lösen ist, hat sich die Österreichische Hotelier Vereinigung ÖHV für ihre mehr als 1.000 Mitgliedsbetriebe dieser Vision angenommen und unter Mitwirkung von verschiedensten Experten einen Leitfaden erarbeiten lassen: Die Autoren Thomas Reisenzahn und Christian Halbertschlager stellen auf 58 Seiten bereits angebotene, aber auch noch in Planung befindliche Innovationen aus den Bereichen Architektur, Aromastoffe, Audio, Beleuchtung, Hightech, Möbel- und Interior-Design sowie Sicherheit vor. Dabei galt es nicht, das Hotelzimmer neu zu erfinden sondern vielmehr Entwicklungsrichtungen aufzuzeigen, die vor nachhaltigen Investitionen als Entscheidungshilfe dienen sollen. Eine ausführliche Trendmatrix, ein kleines Technologie-Lexikon, Expertenkommentare und zahlreiche Illustrationen runden den Leitfaden ab.
Die Grundlagen für die Zukunftsvision basieren auf Überlegungen der Architekten Ike Ikerath aus Bad Gastein und Georg Scheicher aus Adnet, die sich intensiv mit den verschiedenen Aspekten des Themenkreises bis zum Jahr 2010 auseinander setzten. Dabei stellten sie fest, dass bei den Zimmergrößen und der Raumnutzung keine wesentlichen Änderungen zu erwarten sind - ein Großteil der 2010 aktiv erwarteten Hotels existiert bereits heute. Verändern werden sich aber die Ansprüche auf allen Ebenen, und auch der Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik in den Hotelzimmern wird künftig großer Einfluss zugesprochen.
Um aber 2010 erfolgreich im Beherbergungsbereich zu agieren, wird die Flexibilität und die Ausstattungsvielfalt in Bezug auf die unterschiedlichen Gästebedürfnisse zu verstärken und zu heben sein: In einer Matrix zeigen Ikerath und Scheicher, wie vielfältig die Erwartungshaltungen an die Hotels sein werden und wo die jetzigen Ausgangspositionen sind. So sollen die Gäste des Hotelzimmers der Zukunft vorwiegend auf die emotionale Ebene setzen - geborgen, regenerierend, entspannend, inspirierend - während für die Hoteliers der funktionelle Bereich - leicht kommunizierbar, verkaufbar, haltbar, umrüstbar, pflegeleicht - im Vordergrund steht. Damit stellt sich für den „futurehotelroom“ die nicht einfache Aufgabe, sowohl flexibel als auch individuell emotional, grundsätzlich funktionell und dabei auch noch ökonomisch zu sein.
Um ihre Auswertungen praktisch zu untermauern, haben Scheicher und Ikrath ein Modell ihres Hotelzimmers der Zukunft 2010 in Originalgröße - ohne Badewelt - in Galtür präsentiert. Ihr Entwurf zeichnet sich vor allem durch eine Neudefinition von Dimensionen und der Wahl von qualitativ hochwertigen Materialien aus. Natürlich verfügt das Demonstrationsobjekt über eine Vielzahl an heute noch futuristischen technischen Details, wie etwa Sprachsteuerung für Raumklima und Lichtstimmung oder Steuerungstechnik mit Fingerabdruck- und Iriskontrolle. Die Kleidung kann im beheizten und durchlüfteten Schrank getrocknet, der Laptop im speziellen Tresor verstaut, oder alle wandhängenden Teile, wie der Plasma-Flatscreen, nach individuellen Bedürfnissen verschoben werden. Um im Mittelpunkt des Raumes zu stehen wurde das Bett erhöht - der gewonnene Raum kann Stauboxen beherbergen - und die dahinter liegende Wand ist hinterleuchtet und in der Lichtfarbe veränderbar.
Eines scheint sich auf jeden Fall nicht nur für die Zukunft klar abzuzeichnen: Die Atmosphäre eines Zimmers darf keine Zufälligkeit sein. Sie ist das Kapital der Hoteliers, die den Gast mehr als notwendig begeistern und so nachhaltig gewinnen.

Weitere Informationen zum ÖHV-Leitfaden futurehotelroom: OEHV


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