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„Das Triest” – Design-Hotel mit Tradition


Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink
Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink
Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink Das Triest / Bilder: © Pia Odorizzi, Markus Pillhofer, Firma Rheinzink

„Das Triest” – Design-Hotel der Luxusklasse mit Tradition

Lang und bewegt ist die Geschichte des Hauses.
Über 300 Jahre alt ist die Bausubstanz dieses Gebäudes, die einst die Pferdestallungen für die Postkutschenverbindung zwischen Wien und Triest beherbergte.
Die Tradition des Hauses nicht vergessend hat man den Namen „Triest“ auch bei seinen späteren Nutzungen im jeweiligen Namen beibehalten. So wurde es zunächst zu einer Pension umfunktioniert und dann zum ersten 5-Sterne-Design-Hotel Österreichs.

Obwohl der Standard der Pension lange nicht dem jetzigen entsprach, war die Auslastung gut, sie war vor allem freudvoll, freudvoll stundenweise!
1994 entschied man sich, das Gebäude einem neuen Klientel zugänglich zu machen und zu einem Fünf-Sterne-Hotel umzustrukturieren. Seit dem 1. Dezember 1995 ist das erste Design-Hotel Österreichs nun geöffnet und gilt seitdem als Vorreiter für viele Hotels in unserem Land.
Lang und debattenreich war die Planungsphase vor 10 Jahren. Der Innsbrucker Architekt Peter Lorenz wurde zunächst mit der Gesamtaufgabe betraut, später stellte man ihm den englischen Designer Sir Terence Conran - wohl auch ob seines wohlbekannten Namens und Ansehens - für die Innengestaltung zur Seite. Obwohl zwei mehr oder weniger bekannte „Köche“ am Werk waren, wurde die Suppe nicht versalzen, im Gegenteil - nun, mehr als 9 Jahre nach seiner Eröffnung hat das Hotel nichts von seiner Aktualität eingebüßt, die klassische, unaufdringliche Eleganz spiegelt Zeitlosigkeit und Exklusivität wider.
Im Jahr 2004 beauftragte man abermals den bekannten Designer Sir Terence Conran, seine Arbeit weiterzuführen und das Hotel um Banketträume und zwei Suiten sanft zu erweitern.
Mit seiner Lage direkt am Beginn der Wiedner Hauptstraße im 4. Wiener Bezirk ist das Hotel zentral positioniert, jedoch keineswegs in der vornehmsten Gegend der Stadt situiert. Aber vielleicht macht auch der „normale“ städtische Umraum diese heimelige Atmosphäre aus, die die Gäste, zumeist Geschäftsreisende, sich fast wie zu Hause fühlen lässt. In der Achse Karlsplatz-Stephansdom ist das Luxushotel unmittelbar hinter der Technischen Universität Wien gelegen. Der umliegende Stadtraum wird vom regen Treiben der Studierenden mit ihren Fahrrädern und ihrem Lebensstil bestimmt.
Drei u-förmig angeordnete Gebäude schließen einen Innenhof ein, der durch einen Verbindungsgang und Seminarräume zweigeteilt wurde. Alle Baukörper weisen unterschiedliche Bauhöhen und Entstehungszeiten auf. Die alte Bausubstanz wurde teils abgerissen, saniert und entkernt, und Neues wurde, den Altbestand respektierend, beigefügt. 6.860 m2 Bauvolumen beherbergen heute 73 Luxuszimmer, davon 11 Suiten.
Der Innsbrucker Architekt Peter Lorenz zeichnet für die räumliche Umstrukturierung, die mit einer Generalsanierung einherging, verantwortlich. Die alte Bausubstanz mit ihren Kreuzrippengewölben wurde erhalten und straßenseitig um zweieinhalb Etagen aufgestockt. Diese Aufstockung stellte dazumal eine der ersten im innerstädtischen Wien dar.
Ein „versöhnlicher Dialog“ zwischen Altbestand und Zubau wurde durch die Übernahme der Fenstergeometrie, die, in Anlehnung an die historischen Wiener Dachaufbauten, gewählte Form als Mansardendach mit dem Eindeckungsmaterial Blech, sowie durch die Zurückhaltung der Gestaltungsmittel erzielt. Das aufgesetzte Dach scheint zu schweben; ein Glasband, welches als Fensterband fungiert, trennt die historische Bausubstanz optisch vom Neubau. Ein ins Zentrum der Stadt weisendes Flugdach betont die Schmalseite des Gebäudes straßenseitig.
Die hofseitigen Gebäudeteile, die ehemals nur als Lagerräume dienten, wurden angebunden und beherbergen heute ein Restaurant, Suiten, einen Erholungsbereich mit Sauna, Dampfbad, Whirlpool, Fitness- und Ruheraum sowie Konferenzräume. Aus den ehemaligen Schlafstuben für Kutscher und Pferdeknechte wurden die Zimmer des Stadthotels. Die Zimmer in drei Kategorien - Suiten, Junior-Suiten und Standard-Zimmer - bieten alle Annehmlichkeiten eines Luxushotels.
Die Welt verändert sich, sobald man eine der schweren Holztüren zum Triest aufdrückt und die zwei Stufen, um die sich das Straßenniveau seit 300 Jahren erhöht hat, hinabsteigt. Dann tritt man ein in eine Welt der Ruhe und Eleganz. Sogleich fällt der Blick in einen der beiden begrünten Innenhöfe mit Rasen, der zum Verweilen einlädt.

Private und halbprivate Freiräume, und seien sie noch so klein, sind ein Thema im Hotel Triest, das sich durch alle Stockwerke hindurch zieht. Dem das Dach krönenden Penthouse ist sogar eine 160 m2 große Terrasse vorgelagert.
So manches, nicht nur der Name, erinnert im Hotel Triest an das Land, in dem die Zitronen blühn, so auch viele Designermöbelstücke, die eigens von Sir Terence Conran ausgesucht wurden und auch das italophile, mit Michelin-Stern und Kochmützen versehene Restaurant „Collio“. Auch auf den Gängen zeigen Fotos das ferne Triest in Schwarzweiß: Fischer, Händler, den Bahnhof, die Börse, das Theater, den Hafen, und an die Seefahrt erinnern auch kleine Bullaugen in den Zimmertüren.
Die Materialwahl ist edel, feines Kirschenholz wurde für die Betten und Kästen gewählt und neben plakative Stofffarben der Sessel gestellt. Auf schnörkeliges Dekor wurde in den großzügigen Hotelzimmern verzichtet, nur in den Bädern finden sich neben liebevollen Details historisierende Armaturen und Mosaikfliesen.
Die beiden Seminarräume „Lipizza“ und „Piber“, für bis zu 100 Personen, sind nach Gestüten benannt und zeichnen sich durch ihre großen mit Gewölben gedeckten Höhen aus. Sie öffnen sich beide zum Innenhof und wurden im Jahr 2004 von Sir Terence Conran redesigned. Die Teppiche wurden nach Conran-Entwürfen maßgefertigt, die Audio- und Videoschränke eigens entworfen. Die Möblierung, die vom Meister eigens ausgesucht wurde, stammt von etablierten und namhaften Möbelhäusern, ebenso wie die den Räumlichkeiten eine eigene Schattierung gebenden Lampen. Die Konferenztechnik, so zum Beispiel die Großbildrückwand-Projektionen in Kinoqualität, ist auf dem letzten Stand der Technik.
Das Triest ist ein klassisches Beispiel, wie Geschichte und Design sich gegenseitig ergänzen und in ihrer Wirkung bestärken können. Die Symbiose zwischen Alt und Neu und die klare Formensprache lassen das Gebäude dezent erscheinen. Nichts ist aufdringlich, alles wirkt selbstverständlich, strahlt Intimität aus und regt gerade so die Fantasie an.


Das Triest

Wiedner Hauptstraße 12, 1040 Wien

Bauherr: Dr. Alexander Maculan, Wien
Planung: Peter Lorenz, Innsbruck
Manfred König, Werner Blunder,
Peter Pellarin
Statik: Christian Aste, Innsbruck
Innenraumgestaltung: Sir Terence Conran, London
Planungsbeginn: 1991
Baubeginn: 1994
Fertigstellung: 1995
© Pia Odorizzi, Markus Pillhofer,
Firma Rheinzink
Text: Katharina Tielsch

Ausstattung:

Hugin Sweda
HANS TAUS Einrichtungen
Mauertrockenlegung: Bautenschutz Kriegl Ges.m.b.H.

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