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Parkhotel Hall


Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten
Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten
Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten Parkhotel Hall / Bilder: © Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar, Alex Nuding, Archiv Architekten

Das ehemalige Turmhotel Seeber, vom Architekten Lois Welzenbacher 1930/31 erbaut, stellt den Ausgangspunkt für eine durch die Architekten Bruno Sandbichler, Feria Gharakhanzadeh und Inge Andritz gegründete Initiative „Lois Welzenbacher - eine Chance für Hall“ angeregten Wettbewerbes. Ziel war es, durch Rekonstruktion des Bestandes sowie durch eine Erweiterung den Standard eines Vier-Sterne-Seminarhotels zu erreichen. Dies konnte von den in Wien tätigen Architekten Dieter Henke und Marta Schreieck verwirklicht werden. Als Hauptgedanken führten sie die Hotelerweiterung mittels eines zweiten Turms in einer gegensätzlichen Gestalt aus.

In der unmittelbaren Nähe der Altstadt von Hall gelegen, nur 8 Kilometer unweit von Innsbruck, ist der Standort optimal für eine entsprechende Ausrichtung als Seminar-, Veranstaltungs- und Kongresshotel. Dies war Voraussetzung für eine positive Revitalisierung des doch sehr sanierungsbedürftigen Bestandsbaus. Das so entstandene Gesamtensemble des „Parkhotel Hall“ konnte im Juli 2003 eröffnet werden und macht seinem Namen alle Ehre. Denn durch Unterbringung des neuen Raumprogramms vor allem in der Vertikalen bleibt eine größere Freifläche, ein Park, erhalten, der die Gäste zum Spazieren und Erholen einlädt. Eine Grünoase, die sich mit dem bereits bestehenden angrenzenden Kurhaus als eine Zone des Verweilens und Entspannens anbietet.
In ihrem Konzept sehen die Architekten einen flachen, zum Park hin transparenten Verbindungsteil vor, der den Bestandsbau mit dem Neubau zusammenfasst. In den Turmbauten befinden sich die insgesamt 59 Zimmer, aufgeteilt auf 41 Zimmer im Neubau, ein nach oben hin konisch verlaufender Rundbau, und 18 in den 6 Geschoßen des renovierten Altbaus. Im Zwischenteil des Erdgeschoßes sind die Gemeinschaftsräume wie Foyer, Restaurant, Bar und Küche untergebracht.
Den neuen Turm umgeben hier Seminarräume, die mit variablen Raumgrößen für unterschiedlichste Veranstaltungen konzipiert sind. Sie sind zur Hälfte versenkt, nur im oberen Bereich ist der Lichteinfall gegeben. Zu ihrer Ausstattung zählen eine große Anzahl an Stühlen, Tische und alle nötigen Anschlüsse für Präsentationen, im Gesamten ausgelegt auf eine maximale Kapazität von 400 Personen.
Edles Design zeigt sich auch im Vorbereich an den Wänden. Neben dunklen Holzverkleidungen ist vor allem ein hinterleuchtetes, bedrucktes Gewebe der Blickfang.
Der Bodenbelag aus dunkelgrauen Schieferplatten verfeinert den Eindruck. An den Innentrennwänden befinden sich Oberlichten, die den Lichteinfall bis in den Vorbereich des Lifteinstiegs ermöglichen sollen.
Dieses auf eine bestimmte Gästegruppe ausgerichtete Angebot setzt sich in den darüber liegenden Zimmergeschoßen fort. Nicht nur ein laptopgerechter Safe, sondern auch ein Modem-Anschluss mit ganztägiger Benützung gehören zur Selbstverständlichkeit. Großzügige Arbeitsflächen und ein Laptop sind ebenfalls Bestandteil der Grundausstattung eines jeden Zimmers, dass durch Designermöbel, die eine klassisch-moderne Kargheit ausstrahlen, eine besondere Note erhält.
Künstler Hans Weigand wurde für die Gestaltung der als Lichtsäulen konzipierten Stehleuchten herangezogen, die das wohltemperierte Gesamtbild komplettieren.
Eine positive Auswirkung des kreisförmigen Grundrisses zeigt sich in der Erweiterung der Zimmer hin zu den Ausblicken in die schöne Umgebung ringsum. In jedem Zimmer ergibt sich ein anderes Bild, einmal mit Sicht auf die Nordkette oder auch auf die Stadt Hall.
Durch eine Komplettverglasung der Außenfassade wird dies ermöglicht, nur horizontal durchlaufende Sonnenschutzlamellen unterbrechen zweckmäßig die totale Durchsicht. Sie dienen aber nicht nur als Sichtschutz, sondern gewährleisten im Sommer ein angenehmes Raumklima.
In den mittig gelegenen Erschließungsbereich gelangt das Tageslicht über verglaste, übereinander liegende Deckenöffnungen. Auch durch das angrenzende Stiegenhaus wird eine optimale Belichtung unterstützt. Gangsituationen gibt es nicht, der Vorbereich zu den Zimmern ist durch gebogene weiße Wandflächen definiert, in deren Kontrast der rote Teppich tritt. Dieses Motiv wiederholt sich im Altbau, nur dass der Boden mit einem roten Epoxidharz-Anstrich versehen ist und die zentrale Innenerschließung um den neu eingebrachten Lift verläuft.
Auch bei der Zimmerausstattung erkennt man eine Anlehnung an das vormals bestehende.
Klassisch-modernes Mobiliar, unifarben und dezent, steht im Kontrast zum leicht gemusterten Teppichboden. Der augenscheinlich ältere Charakter dieses Gebäudes wir durch die an der Fassade entlang laufenden Balkone, welche zu jedem Zimmer eine Zugehörigkeit haben, bereichert. Sie bilden eine Kategorie, die im Turmneubau auf diese Weise nicht vorhanden ist. Anstelle dessen wird durch das neuwertige Design eine Gleichwertigkeit angestrebt.
Den Höhepunkt des Welzenbacher-Turms bildet im wahrsten Sinne die Sonnenterrasse auf dem Dach mit einem Rundblick der Extraklasse. Nicht nur in den Sommermonaten lässt es sich auf einem der Liegestühle angenehm in der Sonne entspannen.
Natürlich steht dem Gast neben der Sonnenterrasse, den Seminarangeboten sowie dem im Haus befindlichen Restaurant „Welzenbacher“ auch ein Entspannungsbereich im angrenzenden Kurhaus zur Verfügung. Dieser ist ausgestattet mit Sauna, Dampfbad, einem Kneippbecken, einer Schwallbrause sowie einem Solarium.

Das Parkhotel erreicht durch seine wenngleich von außen erkennbare Gegensätzlichkeit letztendlich innen einen harmonischen Gesamtablauf. Er ist essenziell ausschlaggebend für den Wohlfühlfaktor, der jeden Gast zu einem Stammgast werden lässt.


Parkhotel Hall

A-6060 Hall in Tirol, Thurnfeldgasse 1

Bauherr: Stadtwerke Hall in Tirol, Dir. K. Steinegger
Planung: Henke und Schreieck, Wien
Mitarbeiter: Christian Farcher, Uta Giencke
Grundstücksfläche: 2.518m²
Bebaute Fläche: 1.800m²
Planungsbeginn: Oktober 2001
Bauzeit: Jänner 2002 bis Juni 2003
Fertigstellung: Juni 2003
© Margherita Spiluttini, Bruno Klomfar,
Alex Nuding, Archiv Architekten
Text: Michaela Haller

Ausstattung:

Fidelio Hotelsoftware: Hugin Sweda

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