Das ehemalige Turmhotel Seeber, vom Architekten Lois
Welzenbacher 1930/31 erbaut, stellt den Ausgangspunkt für eine durch die Architekten Bruno
Sandbichler, Feria Gharakhanzadeh und Inge Andritz gegründete Initiative „Lois Welzenbacher
- eine Chance für Hall“ angeregten Wettbewerbes. Ziel war es, durch Rekonstruktion des
Bestandes sowie durch eine Erweiterung den Standard eines Vier-Sterne-Seminarhotels zu
erreichen. Dies konnte von den in Wien tätigen Architekten Dieter Henke und Marta Schreieck
verwirklicht werden. Als Hauptgedanken führten sie die Hotelerweiterung mittels eines
zweiten Turms in einer gegensätzlichen Gestalt aus.
In der unmittelbaren Nähe der Altstadt von Hall
gelegen, nur 8 Kilometer unweit von Innsbruck, ist der Standort optimal für eine
entsprechende Ausrichtung als Seminar-, Veranstaltungs- und Kongresshotel. Dies war
Voraussetzung für eine positive Revitalisierung des doch sehr sanierungsbedürftigen
Bestandsbaus. Das so entstandene Gesamtensemble des „Parkhotel Hall“ konnte im Juli 2003
eröffnet werden und macht seinem Namen alle Ehre. Denn durch Unterbringung des neuen
Raumprogramms vor allem in der Vertikalen bleibt eine größere Freifläche, ein Park,
erhalten, der die Gäste zum Spazieren und Erholen einlädt. Eine Grünoase, die sich mit dem
bereits bestehenden angrenzenden Kurhaus als eine Zone des Verweilens und Entspannens
anbietet.
In ihrem Konzept sehen die Architekten einen flachen, zum Park hin transparenten
Verbindungsteil vor, der den Bestandsbau mit dem Neubau zusammenfasst. In den Turmbauten
befinden sich die insgesamt 59 Zimmer, aufgeteilt auf 41 Zimmer im Neubau, ein nach oben
hin konisch verlaufender Rundbau, und 18 in den 6 Geschoßen des renovierten Altbaus. Im
Zwischenteil des Erdgeschoßes sind die Gemeinschaftsräume wie Foyer, Restaurant, Bar und
Küche untergebracht.
Den neuen Turm umgeben hier Seminarräume, die mit variablen Raumgrößen für
unterschiedlichste Veranstaltungen konzipiert sind. Sie sind zur Hälfte versenkt, nur im
oberen Bereich ist der Lichteinfall gegeben. Zu ihrer Ausstattung zählen eine große Anzahl
an Stühlen, Tische und alle nötigen Anschlüsse für Präsentationen, im Gesamten ausgelegt
auf eine maximale Kapazität von 400 Personen.
Edles Design zeigt sich auch im Vorbereich an den Wänden. Neben dunklen Holzverkleidungen
ist vor allem ein hinterleuchtetes, bedrucktes Gewebe der Blickfang.
Der Bodenbelag aus dunkelgrauen Schieferplatten verfeinert den Eindruck. An den
Innentrennwänden befinden sich Oberlichten, die den Lichteinfall bis in den Vorbereich des
Lifteinstiegs ermöglichen sollen.
Dieses auf eine bestimmte Gästegruppe ausgerichtete Angebot setzt sich in den darüber
liegenden Zimmergeschoßen fort. Nicht nur ein laptopgerechter Safe, sondern auch ein
Modem-Anschluss mit ganztägiger Benützung gehören zur Selbstverständlichkeit. Großzügige
Arbeitsflächen und ein Laptop sind ebenfalls Bestandteil der Grundausstattung eines jeden
Zimmers, dass durch Designermöbel, die eine klassisch-moderne Kargheit ausstrahlen, eine
besondere Note erhält.
Künstler Hans Weigand wurde für die Gestaltung der als Lichtsäulen konzipierten
Stehleuchten herangezogen, die das wohltemperierte Gesamtbild komplettieren.
Eine positive Auswirkung des kreisförmigen Grundrisses zeigt sich in der Erweiterung der
Zimmer hin zu den Ausblicken in die schöne Umgebung ringsum. In jedem Zimmer ergibt sich
ein anderes Bild, einmal mit Sicht auf die Nordkette oder auch auf die Stadt Hall.
Durch eine Komplettverglasung der Außenfassade wird dies ermöglicht, nur horizontal
durchlaufende Sonnenschutzlamellen unterbrechen zweckmäßig die totale Durchsicht. Sie
dienen aber nicht nur als Sichtschutz, sondern gewährleisten im Sommer ein angenehmes
Raumklima.
In den mittig gelegenen Erschließungsbereich gelangt das Tageslicht über verglaste,
übereinander liegende Deckenöffnungen. Auch durch das angrenzende Stiegenhaus wird eine
optimale Belichtung unterstützt. Gangsituationen gibt es nicht, der Vorbereich zu den
Zimmern ist durch gebogene weiße Wandflächen definiert, in deren Kontrast der rote Teppich
tritt. Dieses Motiv wiederholt sich im Altbau, nur dass der Boden mit einem roten
Epoxidharz-Anstrich versehen ist und die zentrale Innenerschließung um den neu
eingebrachten Lift verläuft.
Auch bei der Zimmerausstattung erkennt man eine Anlehnung an das vormals bestehende.
Klassisch-modernes Mobiliar, unifarben und dezent, steht im Kontrast zum leicht gemusterten
Teppichboden. Der augenscheinlich ältere Charakter dieses Gebäudes wir durch die an der
Fassade entlang laufenden Balkone, welche zu jedem Zimmer eine Zugehörigkeit haben,
bereichert. Sie bilden eine Kategorie, die im Turmneubau auf diese Weise nicht vorhanden
ist. Anstelle dessen wird durch das neuwertige Design eine Gleichwertigkeit angestrebt.
Den Höhepunkt des Welzenbacher-Turms bildet im wahrsten Sinne die Sonnenterrasse auf dem
Dach mit einem Rundblick der Extraklasse. Nicht nur in den Sommermonaten lässt es sich auf
einem der Liegestühle angenehm in der Sonne entspannen.
Natürlich steht dem Gast neben der Sonnenterrasse, den Seminarangeboten sowie dem im Haus
befindlichen Restaurant „Welzenbacher“ auch ein Entspannungsbereich im angrenzenden Kurhaus
zur Verfügung. Dieser ist ausgestattet mit Sauna, Dampfbad, einem Kneippbecken, einer
Schwallbrause sowie einem Solarium.
Das Parkhotel erreicht durch seine wenngleich von
außen erkennbare Gegensätzlichkeit letztendlich innen einen harmonischen Gesamtablauf. Er
ist essenziell ausschlaggebend für den Wohlfühlfaktor, der jeden Gast zu einem Stammgast
werden lässt.