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Wohnzimmer an der Straße


Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign
Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign
Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign Der Wein.Raum / Bilder: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign

Inmitten der Josefstadt, einem Wohnviertel, in dem sich Biedermeier, Historismus und Barock die Hand reichen, hat sich die Wahlwienerin Ingrid Nairz ihren ganz persönlichen Traum erfüllt und das Lokal „Wein.Raum“ eröffnet.

Als langjährige „Josefstädterin“ hat Ingrid Nairz Umgebung und Klientel im Vorfeld eingehend beobachtet. Als sie das leer stehende Lokal in der Piaristengasse fand, war gerade eine Generalsanierung des gesamten Hauses im Gang und schnelle Entscheidungen gefragt. Erst die völlige Neukonzeption des Grundrisses ermöglichte eine Verwirklichung ihrer Geschäftsidee.
Das Wortspiel Wein.Raum abgeleitet von Wohnraum hat seinen Ursprung in der Idee, direkt an der Straße einen Ort zu schaffen, der zum Verweilen, Kommunizieren und Genießen von kulinarischen Gustostückerln einlädt. Der Schwerpunkt dabei liegt auf Wein- und Käsespezialitäten aus Frankreich und Österreich. Geschult und inspiriert von den Jahren, die Ingrid Nairz in Paris gelebt hat, bietet sie nun eine Symbiose all dieser Köstlichkeiten in dem dazu passenden Ambiente feil.
Neben dem gestalterischen Gedanken der „Wohnlounge“ war eine weitere Geschäftsidee maßgebend für das Konzept des Lokals: Alles was im Wein.Raum konsumiert werden kann, ob Camembert, Veltliner oder Heiße Schokolade, kann auch an der „Theke“ käuflich erworben werden.
All jene Vorgaben summiert ergaben bereits die wesentlichsten Raumzonen des Lokals: der Handel, situiert am Eingangsbereich, beinhaltet neben dem Verkaufspult, das mit all den notwendigen Werkzeugen eines Feinkostladens bestückt ist, die Kühlvitrine und natürlich Regale und Kühlschränke für das Warenangebot. Kleine kulinarische Geschenksideen von Marmelade bis Olivenöl sollen hier das Interesse des Besuchers einfangen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes befindet sich der Loungebereich. Kompakte aber bequeme Polstermöbel wurden hier mit den passenden Tischen und sanfter Beleuchtung kombiniert. Im hofseitigen Teil des Lokals trifft man auf eine Bar und eine kleine Bistrozone.
Auf einer Fläche von etwa 60 m2 hat der Besucher so die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Sitz- und Tischhöhen und kann je nach Tageszeit und „Entspannungslevel“ den für seine Zwecke passenden Platz wählen. Hinter der Bar konnte die bei der Sanierung des Hauses neu geschaffene Nutzfläche als Service- und Lagerbereich hinzugewonnen werden.
Auf Basis der baulichen Pläne von Architekt Gottfried Buresch gestaltete Frau Nairz gemeinsam mit der Pariser Architektin Catherine Hauer den Innenraum des Geschäftslokals.
Mit dem Hintergedanken eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen arbeiteten sie bei ihrem Entwurf durchwegs mit warmen Farben. Der Boden wurde in nussfarbig geöltem Industrieparkett ausgeführt, einer Farbe die mit dem dunklen Beizton von Tischen, Regalen und Bar harmoniert. Ein anderer Farbton, der wiederum mit den warmen Weiß- und Gelbtönen der ledernen Polstermöbel verwandt ist, findet sich als Wandfarbe an den Seitenflächen der tragenden Pfeiler sowie hinter der Bar wieder. Auch der gezielte Einsatz von Textilien, wie der strukturierte Bezug der Barhocker oder der erdfarbenen Vorhänge, trägt zu einem entspannten Ambiente bei. Die Zonierung der Lokalfläche wurde auch im Lichtkonzept des Lokals berücksichtigt: Für den Verkaufsbereich wurden drehbare Reflektorstrahler eingesetzt, um die jeweils angebotene Ware entsprechend zu präsentieren. Den wohnlichen Kontrast dazu bilden die geschwungenen Hängeleuchten mit ihrer plissierten Textilbespannung über Lounge- und Barzone. Unterstützend wirken eingelassene Wandfluter als Indirektbeleuchtung sowie Boden und Wandleuchten als Effektlicht in der Portalzone. Eine flexible Schaltung sowie eine stufenlose Dimmbarkeit ermöglichen es, den Raum je nach Tageszeit und Nutzung unterschiedlich zu bespielen. Neben dem üblichen Betrieb wurden so ideale Bedingungen für Veranstaltungen wie Wein- und Zigarrenverkostungen oder private Festivitäten geschaffen. Für einen reibungslosen Ablauf inklusive Catering und entsprechendem Service sorgt in solchen Fällen die Eigentümerin selbst.
Durch die räumliche Nähe zu dem Theater in der Josefstadt wurde der Wein.Raum bereits zu einem Fixpunkt für so manchen Theaterbesucher. Aber auch während des Tages lässt man sich gerne durch das umfangreiche Weinsortiment und die exquisiten kleinen Speisen in den neuen Wohnraum der Piaristengasse locken.


Der Wein.Raum

Piaristengasse 41, 1080 Wien

Bauherr: Ingrid Nairz
Planung: Gottfried Buresch, Wien
Innenarchitektur: Ingrid Nairz mit Catherine Hauer, F
Einrichtung: Agentur H. Golser
Nutzfläche: ca. 90m²
Planung: Sommer 2004
Bauzeit: 3 Monate
Eröffnung: Dezember 2004
Fotos: © Peter Tuma/Sehstern Grafikdesign
Text: Nicole Büchl

Ausstattung:

Polstermöbel: Blues (Agentur H. Golser)
Stühle Montina (Agentur H. Golser)

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