hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle
ABO MAGAZIN KALENDER PARTNER ARCHIV NEWSLETTER REISEN

< Zurück



Im Westen gibt´s Neues


Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid
Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid
Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid Skihotel Galzig / Bilder: © Heinrich Schmid

Ausgereizte Grundstücksgrenzen, ein moderner Bauherr und ein kompaktes Raumprogramm stellten die Ausgangssituation für das seit Herbst 2004 finalisierte Skihotel Galzig dar.

Im Augenblick ist kulturell und architektonisch einiges los im Westen Österreichs. In Innsbruck teilen sich die Lager momentan in pro und kontra Weltkulturerbe-Verfechter, am 14. Jänner 2005 übersiedelte das Architekturforum Tirol in das umgebaute Innsbrucker Sudhaus Adambräu, der Architekt Anton Pöschl plante das renommierte Antonhotel in St. Anton fern von geschnitzter Tiroler Balkontradition, driendl*architects realisierten das Stahl-Holz-Glas dominierte Hotel Lux Alpinae, und im November 2004 wurde ein weiteres Hotel eröffnet, das Tiroler Tradition neu interpretiert.
Der junge und ambitionierte Architekt Karl Fahner und sein OFA-Architektur-Team wurden 1999 mit der Planung eines Skihotels im Herzen St. Antons beauftragt, dessen zentraler Standort durch das Auflassen des alten Bahnhofes im Zuge der Ski-WM 2001 ermöglicht wurde. Das Zentrum des bekannten Skiortes setzt sich aus Handelsgeschäften, Banken, Hotels, Restaurants und Ski- wie Souvenirgeschäften zusammen. Der unmittelbarste Nachbar des Skihotels Galzig ist einerseits eine Talstation - was dem Hotelgast das Vergnügen schafft, beinahe bis in die Lobby fahren zu können - und andererseits das Hotel Anton, das 2002 fertig gestellt wurde. Bei der Planung des Skihotels Galzig peilte man ein Gebäude an, das zwar die zeitgenössische Architektursprache des Hotel Anton aufnimmt, man versuchte allerdings mit ruhigeren und vor allem weniger Materialien auszukommen. Die Bauherren, aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit in der Ski- und Modewelt mit modernem Design vertraut, wünschten sich, dass ihr Hotel in der Materialwahl zwar traditionell sein soll, aber keinesfalls in Richtung Tirol-Kitsch auszulegen sei. Die Baudurchführung erschien anfangs zwar äußerst schwierig, da die Grundstücksgrenzen ausgereizt waren, durch ein ausgeklügeltes Aufteilen der Hotelfunktionen auf fünf Geschoße konnte das gewünschte Raumprogramm allerdings in das 12.000 m3 umfassende Gebäude aufgeteilt werden. Im 2. Untergeschoß ist eine Tiefgarage untergebracht, die auch noch ein Drittel des 1. Untergeschoßes einnimmt, die restlichen beiden Drittel beherbergen einen Saunabereich mit Sanitäranlagen und Räumlichkeiten für Ski und Schuhe sowie Lagermöglichkeiten. Das Erdgeschoß des als 4-Sterne-Garni geführten Hotels wurde zur Gänze verglast, um einen Durchblick durch das Hotel zu ermöglichen und die Geschehnisse dieser Zone, wie auch die in der Fassade ablesbare Stiege, nach außen zu transportieren. Dem Hotelgast stehen auf dieser Ebene Rezeption, Lounge- und Frühstücksbereich sowie zwei Junior-Suiten zur Verfügung. Außerdem ist auf dieser Ebene ein Mietlokal untergebracht, das mittlerweile an eine Parfümerie verpachtet wurde. Über einen freistehenden Liftturm und das Treppenhaus gelangt man in die oberen zwei Geschoße sowie in das ausgebaute Dachgeschoß, wo die restlichen 3 Junior-Suiten, ein Appartement und 16 Doppelzimmer untergebracht sind. Von außen betrachtet scheinen die drei oberen Stockwerke über ihrem gläsernen Sockel zu schweben, und die feine Lärchenholzbeplankung plus filigran gerahmte Edelstahlbalkone unterstreichen diesen Eindruck. Die Zimmer selbst sind heimelig und doch schlicht eingerichtet. Die kubische Möblierung wurde aus Kalkeiche gefertigt, die Böden sind mit dunkel gebeiztem Eichenparkett ausgelegt, während die Wände in frischem Weiß erstrahlen und von zeitgenössischer - jedoch nicht superabstrakten - Kunst geziert werden. Um den Gästen immer wieder bewusst zu machen, dass sie sich in einer der schönsten Berglandschaften Österreichs befinden, wurde versucht, von Standardzimmern abzusehen, und stattdessen kann jeder Gast durch übergroße Schiebetüren eine grandiose Aussicht auf die Natur genießen. Der Neubau eines Projektes wie diesem dürfte auch die ansässigen Professionisten erfreut haben: Die vom OFA-Team gestaltete Innenarchitektur wurde ausschließlich von heimischen Handwerkern umgesetzt, und es wurden Materialien wie der in Südtirol gewonnene Silberquarzit verwendet.
Obwohl sich dieses junge Hotel „Skihotel“ nennt, und es ja erst eine Wintersaison alt ist, soll es auch in den Monaten Juni bis September dem wanderfreudigen Bergvolk als moderne Herberge zur Verfügung stehen.
Und die Gäste wird dies erquicken, denn seit der Eröffnung im November 2004 ist es permanent ausgebucht, auch wenn einige alteingesessene Hoteliers von St. Anton das Skihotel Galzig als Beleidigung des Auges empfinden - die Zeiten hinsichtlich montaner Formensprache ändern sich erfreulicherweise, und die internationalen Gäste geben den Bauherren wie auch dem Planer recht.


Skihotel Galzig

Hannes-Schneider-Weg 5, A-6580 St. Anton a. Arlberg

Bauherr: Reinhard Alber, Alber KG
Planung: Karl Fahrner, OFA GROUP
Mitarbeiter: Jürgen Schauer, Jimmy Bodner
HSL: ITEC, Landeck
Elektro:: STARK Ingenierbüro, Ried i. Oberinntal
Statik: Bautech Zanon, Zams
Vermessung: Walter Strolz, St. Anton. a. A.
Grundstücksfläche: 1.103m²
Bebaute Fläche: 402m²
Umbauter Raum: 10.733m³
Planungsbeginn: 1999
Bauzeit: 14 Monate
Fertigstellung: November 2004
Fotos: © Heinrich Schmid
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Sauna: Silgmann

< Zurück