hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle hotelstyle
ABO MAGAZIN KALENDER PARTNER ARCHIV NEWSLETTER REISEN

< Zurück



Mocca Café Bar Restaurant


Mocca Café Bar Restaurant / Bilder: © Paul Ott Mocca Café Bar Restaurant / Bilder: © Paul Ott
Mocca Café Bar Restaurant / Bilder: © Paul Ott Mocca Café Bar Restaurant / Bilder: © Paul Ott

Zeitgemäß, erfrischend und innovativ.
Die neue Schicker´s Mocca Bar bringt urbane Momente in die Steiermark.

Die Stadt Kapfenberg bezeichnet sich selbst als eine der modernsten und innovativsten Industriestädte der Obersteiermark. Neben dem Standbein Industrie verfügt die Stadt aber auch über ein historisches Spielbein, das im touristischen Bereich gute Dienste leistet. Für Besucher gilt es, sowohl das mittelalterliche alte Rathaus zu besuchen als auch die Burg Oberkapfenberg zu bewundern, die Ende des 13. Jahrhunderts durch die Herren und Grafen von Stubenberg errichtet wurde. Geschichte geschrieben hat auch Familie Schicker und Friessnegg: Von einem 1919 gegründeten Lebensmittelkiosk über Lebensmittelgeschäfte und das Kaffeerösten kam die Familie zur Gastronomie. Seit 1950 besteht ein Restaurant neben dem 1913 gegründeten Depot und der 50-jährigen Kaffeerösterei, und nun wird die nette Geschichte absolut zeitgenössisch: Weinkenner „Junior“ Friessnegg ist gegenwärtig der italophile Geschäftsführer, und seinetwegen trägt das Restaurant seit Guide Gault Millau 2002 eine Haube. Um dem gastronomischen Anspruch auch architektonisch gerecht zu werden, beauftragte er das Grazer Architektenteam fS3_architekten mit einem intelligenten und zeitgemäßen Umbau des gastronomischen Betriebes. Der Bauherr hatte einen besonders konkreten Wunsch: Das ursprünglich streng in vier Zonen geteilte Lokal sollte eine Auflockerung erhalten. Dies natürlich, ohne dem Stammpublikum ihr CaféRestaurant zu entfremden. Gleichzeitig wollte der Gastronom der jungen Generation Kapfenbergs ein „trendy“ Abendambiente bieten, das sie ihren Lifestyle präsentieren lässt und gleichzeitig zum Genuss italienischer wie steirischer Delikatessen verführt. Dass Franz Friessnegg die angenehmen Seiten des Lebens zu schätzen weiß, kann man an seinem Credo in Lebensfragen ablesen: „Jede Freude ohne Alkohol ist eine künstliche“. Vielleicht inspirierte der Bauherr mit diesem beinahe philosophischen Ausspruch seine Architekten, denn sie planten eine Spirituosenpräsentation der besonderen Art: Neben fragilen Glasregalen mit wunderschönen Gläsern befindet sich eine matte halbdurchsichtige Glasscheibe, hinter der unterschiedlichste Spirituosenflaschen „schweben“. Dieses Detail ist definitiv ein gelungener Hingucker. Da Sehen und Gesehenwerden ein wichtiger Punkt in der neuen Schicker´s Mocca Bar ist, haben die Planer die massiven Trennwände des Altbestandes entfernt und durch strategische Möblierung luftige Zonierungen geschaffen. Dominiert wird der Raum von einer klassischen Stehbar aus Nero Assoluto, einem wunderschönen fast nachtschwarzen Granit aus Brasilien. Gegenüber der Schank befindet sich die Steh- und Sitz-Essbar, deren Besonderheit in ihrer zeitlichen Multifunktionalität liegt. Mittags ist sie durch ihre integrierten Laptop-Anschlüsse der perfekte Ort für Büromenschen, die auch während der Lunchzeit nicht von der Arbeit loskommen. Abends wird die Bar zum Kommunikationsmittelpunkt des neuen Lokals. Um den ruhigeren Caféhausteil des Raumes mit dem Barbereich indirekt zu verbinden, wurde ein durchgehendes Deckensegel angebracht, das mit subtiler Grafik - bestehend aus Kaffeemotiven -besticht.
Möchte man intimer in einem Zweiergespräch oder einer kleinen Runde dem Feinschmecken nachgehen, so bieten sich zwei Sitzvarianten an. Wer dem Treiben auf der Straße zusehen möchte und rückwirkend auch von außen betrachtet werden soll, setzt sich am besten auf das mit Einzeltischen bestückte Podest. Im Sommer hat dieser Bereich einen weiteren Trumpf zu bieten: Die Glasfassade ist durch Schiebeelemente zu öffnen und lässt so Außen- und Innenraum verschmelzen.
Gehört man allerdings zu der Bank sitzenden Kaffeehausgarde, dann ist man auf der eleganten Langbank mit ihren schmalen Tischen bestens aufgehoben. Dieser Sitzbereich wirkt optisch besonders geborgen, da er von einem frühlingsgrünen Rahmen umschlossen wird, der in Richtung Bar auch noch der Profi-Kaffeemaschine Platz bietet.
Diese gastronomische Institution ist Teil einer langen Familiengeschichte, und das Schönste an ihr ist wohl, dass man sich hier nicht nur auf Traditionen beruft oder sich auf dem Erfolg vergangener Tage ausruht. Das Credo lautet wohl vielmehr, den Zeitgeist der Gegenwart gastronomisch wie architektonisch einzufangen und den Gästen zu vermitteln. Trotzdem lässt die neue Architektur feinfühlig bauliche Erinnerungen des alten Hauses zu: Die alte Holztramdecke ist weiterhin sichtbar und gibt der neuen zeitgemäßen Bar eine gewissermaßen reife Atmosphäre.


Mocca Café Bar Restaurant

Schmiedgasse 2, A-8605 Kapfenberg

Bauherr: A. Schicker KG - Franz Friessnegg
fS3_architekten, Graz
Ronald Felfernig + Guido R. Strohecker
Mitarbeit: Dietmar Tomberger
Fläche: 130m²
Planungsbeginn: Oktober 2003
Bauzeit: Mai bis Oktober 2004
Fotos: © Paul Ott
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Tischlerarbeiten: Albert Lamprecht

< Zurück