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Landhaushof


Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni
Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni
Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni Palais Hotel Landhaushof / Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni

In Klagenfurt, in unmittelbarer Nähe zum Landhaus, dem Sitz der Kärntner Landesregierung, ist ein unter Denkmalschutz stehendes Renaissancepalais vom Architekten Herbert Missoni (TEAM A GRAZ) zum “Palais Hotel Landhaushof” umgestaltet worden.Seit Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das auf einen mittelalterlichen Kern zurückgehende Gebäude mehrmals aus- und umgebaut sowie verschiedentlich genutzt. Erbaut wurde der Landhaushof für die ersten Klagenfurter Burggrafen Moritz Rumpf und August Paradeiser. Letzterer ließ um 1550 die Renaissance-Arkaden errichten, die sich nun nach behutsamer Renovierung in alter Pracht zeigen. 1580 erwarben die Kärntner Landstände das “Paradeiserhaus”, um es als “Generaleinnehmeramtshaus” zu nutzen. Ab 1778 diente es dann den k. u. k. Behörden als “Tabak- und Salzamt”, ab 1935 war es Polizeikaserne und letztlich der Sitz der Bundespolizeidirektion in Kärnten.

Im Jahr 1999 erwarb die Hoteliersfamilie Rainer das historische Gebäude vom Bund und ließ es nach den Entwürfen des Architekten Herbert Missoni von TEAM A/Graz zum Luxusstadthotel umbauen. Mit dem im Volksmund als “Salzamt” bezeichneten Hotel in der Klagenfurter Innenstadt hat sich die Gastronomenfamilie, neben der “Südrast” bei Arnoldstein und dem “Hotel Rainer” in Feldkirchen, nun ein drittes touristisches Standbein geschaffen. Das Gebäude mit dem dreigeschoßigen Arkadenhof und der barockisierten Fassade aus dem 18. Jahrhundert war in keinem guten Zustand. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des alten Hauses und der Besichtigung von Stadthotels im In- und Ausland, wie etwa das Hotel Widder in Zürich, wurde das ehrgeizige Projekt in Angriff genommen. Die Vorgaben des Bauherrn an die Gestaltung und das Niveau des Hauses waren außerordentlich hoch. Dem gegenüber stand ein Budget, das bezogen auf die Anzahl der beherbergbaren Hotelgäste nur ein Achtel dessen betrug, was z. B. im Hotel Widder verbaut werden konnte. Neben der Schaffung von Kellerräumen für Lager und Haustechnik unter dem Hof war auch die Unterfangung der Fundamente mit Betoninjektionen notwendig. Die vorhandenen Dippelbaumdecken wurden belassen und durch eine mit den Holzbalken verdübelte Stahlbetonauflage verstärkt.

Im Erdgeschoß wurde eine hochwertige Self-Service-Gastronomie etabliert, die sowohl vom Hotel als auch direkt von der Straße zu erreichen ist. Der dreigeschoßige Arkadenhof aus den Jahren um 1550 mit Aufstockung aus dem 19. Jahrhundert wurde mit einer Stahl- und Glaskonstruktion überdeckt, mit einem gläsernen Lift versehen und birgt ein Bedienungsrestaurant samt Cafehaus. Im 1. Stock wurden verschieden große Räume für Veranstaltungen geschaffen und mit unaufdringlich integrierter moderner Präsentationstechnik versehen. In den Etagen darüber sind Zimmer unterschiedlicher Konfiguration und Größe situiert, von denen jedes seinen eigenen Charakter erhielt, der durch seine Lage, die Ausstattung der Bäder mit verschiedenen Marmoren oder Glasfliesen, unterschiedlichen Raumfarben mit passenden Stoffen und gleichartigem Möbeldesign erreicht wird. Die Grundeinrichtung der Zimmer wurde vom Architekten entworfen und mit der “Wiener Werkstätte” gestaltet und zum Teil mit alten Bilder und Antiquitäten kombiniert. Im ausgebauten Dachgeschoß mit Dachterrasse wurde ein Wellnessbereich untergebracht, der einen traumhaften Ausblick auf die Dächer und Türme der Stadt Klagenfurt bietet.

Sämtliche Räume des Hotels sind klimatisiert und verfügen über Fußbodenheizung. Die Zimmer und Flure sind mit Parkettböden aus Nuss und Eiche, die Hallen und Labn sowie das Erdgeschoß mit heimischen Steinböden ausgestattet. Im Hof wurde der im Haus vorgefundene Pörtschacher Marmor-Boden, der typisch für Klagenfurt ist, wieder verlegt. Ein wahres Kleinod findet sich dann im mittelalterlichen Kellergewölbe: Dort ist neben dem frei zugänglichen Weinlager, quasi als “gemeinsame Visitenkarte” des Gastronomen und des Architekten, das Gäste-WC mit besonderer Sorgfalt gestaltet. Überraschend bei den Sanierungsarbeiten war die Entdeckung der barocken Farbenpracht in den unteren Farbschichten der Gemäuer, wofür bis zu 19 Farbschichten abzutragen waren. Die dabei freigelegten Malereien blieben erhalten und sind an vielen Stellen im gesamten Haus zu bewundern. Historisch bedeutend ist die Auffindung eines Wappensaales, der Ende des 16. Jahrhunderts den Versammlungen der Landstände diente und auf dessen Wänden die Wappen der Marktgrafen freigelegt werden konnten. Entsprechend dem neuen Raumkonzept beherbergt der ehemalige Wappensaal heute Luxus-Suiten, in denen die freigelegten Wappen bewundert werden können.

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Palais Hotel Landhaushof

Landhaushof 3, A-9020 Klagenfurt

Südrast Dreiländerecke Hotel- und
Restaurationsbetriebsges.m.b.H.
Design, Planung & Bauaufsicht: TEAM A GRAZ, Arch. DI Herbert Missoni
Restaurator: W. Campidell Ges.m.b.H., Feistritz/Drau
Küchenplanung: Fritz Stiasny, Wiener Neudorf
Stoffe, Vorhänge, Dekoration: StoffARTen Farbmühle Frießnegg, Feldkirchen/Kärnten
Brunnenstein: Hartwig Weißhaupt, Bildhauer, Wölfnitz
Hotel: ca. 60 Betten
Gastronomie: ca. 150 Sitzplätze
Seminarbereich: für 50-100 Teilnehmer
Weinkeller und WC-Anlage im Gewölbekeller Haustechnik
und Lagerräume im neu errichteten Hofkeller
SB-Gastronomie “Salzamt” mit Selbstbedienung, Schauküche,
Labn-Theke und Speisestüberln, Arkaden-Hof als
Bedienungsrestaurant mit Bar, Hotelrezeption
"Alpe Adria"- Veranstaltungs/Seminarbereich mit flexibler
Trennwand, Stüberl “Triest” und “Laibach”, 2 Gästezimmer
2. Obergeschoß: 13 Gästezimmer und Suiten, Wappensaal-Zimmer
3. Obergeschoß: 12 Gästezimmer und Juniorsuiten
Sauna-Wellnessbereich mit Dampfbad, Solarium und
Dachterrasse, Wohnung mit Dachterrasse
Gesamtnutzfläche: ca. 3.200 m²
Planungsbeginn: Ende 1999
Bauzeit: Mitte 2001 bis Ende 2002
Bilder: Paul Ott, Herbert Missoni
Text: Walter Laser

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