Das Mitte 2003 eröffnete Radisson SAS Hotel bei der Kölner Messe hat überdurchschnittlich
gute Annahme gefunden. Dies ist vor allem dem architektonischen Konzept zu verdanken, das
moderne Planung mit zeitgemäßem Anspruch und die Bedürfnisse der Zielgruppe, den
Business-Reisenden, verbindet.
Architekt Erich Grimbacher, der u. a. auch das benachbarte Hyatt Regency Hotel am Rhein,
die Ramada Renaissance Hotels in Düsseldorf und Köln, sowie das Hilton München City am
Gasteig konzipierte, hat mit dem neuen Hotel am Kölner Messekreisel ein weiteres Zeichen für
die Bedürfnisse des modernen (beruflichen) Nomadentums gesetzt. Durch die städtebauliche
Situation gibt das Radisson SAS Hotel in Köln dem betriebsamen Messeumfeld eine neue Aura.
Umgeben von Ausfallsstraßen, Kongresszentrum, KölnArena und Hotelkomplexen, sowie in Zukunft
vom Intercity-Bahnhof Köln, hat sich das Haus mit seinen 393 Zimmern mitten im
Verkehrsgewühl als Oase des Wohnfühlens etabliert. Zentrale Bedeutung im planerischen
Konzept hat dabei die fünfzehn Meter hohe Hotellobby mit dem bezeichnenden Namen “paparazzi
lounge bar”. Hier ist es den Innenarchitekten gelungen, das in vielen Clubs erfolgreiche
Lounging-Prinzip auf die Hotelkultur zu übertragen: Entspannung, Unterhaltung und
Kommunikation an Stelle von Maßanzug, Cocktailkleid und gespielter Höflichkeit. Das legere
Ambiente wird durch modulare Sitzmöbel und eine große Bar in der Mitte unterstützt. Generell
war für die gesamte Planung klar, dass statt kaltem Designerchic eine Mischung aus stilvollem
und legeren Ambiente für das Wohlgefühl der Gäste erforderlich ist.
Die überdimensionale Hotellobby, die sich über fünf Etagen erstreckt, wirkt durch die
Glas- und Dachkonstruktion vollkommen transparent. Die ankommenden Gäste werden durch die
möglichen Einblicke in das Innenleben des Hotels buchstäblich hineingezogen und in einer
Art Piazza und Kommunikationszentrum aufgenommen: Fasziniert von den Tänzerinnen an den
Wänden - eine Szene aus Pina Bauschs Tanztheater - wandert der Blick in den Innenhof der
v-förmigen Anlage. Dort wird das Lobby-Konzept nach außen getragen und als mediterraner
Garten mit Sonnenterrasse und Wasserbassin fortgesetzt. An diese Ruheoase, von allen äußeren
Einflüssen abgeschottet, grenzen die Konferenzzimmer, die Restaurants sowie die Mehrzahl
der Zimmer.
Der V-Grundriss demonstriert Offenheit und Geschlossenheit in einem. Die Lobby mit der
zentral im Raum platzierten Bar lädt zur Entspannung ein: Die mit Palisanderholz vertäfelte
Rezeption gleicht einem lang gezogenen Tresen, während die Bar durch die mögliche
Raumabteilung mit hohen, luftigen Vorhängen an ein übergroßes Separee erinnert. Dieses
Prinzip der Behaglichkeit wird auf das ganze Hotel übertragen. Ein warmes, zurückhaltendes
Licht wirft Akzente über das rundum holzvertäfelte Forum, das für die verschiedensten
Veranstaltungen bereitsteht. Die Tagungsräume sind in Größe und Ausstattung sehr individuell.
Eine spezielle Lichtsteuerung taucht einige Räume je nach gewünschter Stimmung in ein helles
Weiß, ein zartes Blau oder ein anregendes Rosa. Der Wellness-Bereich inklusive Wandelgarten
mit Bambuspflanzen ist in japanischer Schlichtheit gehalten. Zwei Restaurants, die sich im
Preis, nicht aber in der Atmosphäre unterscheiden, sind gleichermaßen für Hotelgäste und
Einwohner geöffnet.
Statt der typischen, endlosen Hotelgänge werden die Zimmerflure zur Lobby hin von großen
Fenstern unterbrochen. Von den Zimmern aus genügt ein kurzer Austritt, um zu sehen, was
unten los ist. Die Gästezimmer selbst sind regelrechte Wohn-Zimmer und im 70er-Retro-Stil
gehalten. Die Balance zwischen repräsentativem Chic und privater Gemütlichkeit wird mit
einem großzügigen Arbeitstisch, Wänden aus satiniertem Glas, einer Art Bibliothek und einem
unkonventionellen, aber minimalistischen Bad erreicht. Die Ablage- und Schreibfläche an der
Wandseite ist aus edlem Nussholz gefertigt und zieht sich wie ein schwebendes Bord über die
gesamte Raumseite hinweg. Rücken und Plaid des Bettes sind aus tiefrotem Samt und ergeben
durch ihre Struktur einen faszinierenden Lichteffekt. So kommen neben Business-Reisenden und
Design-Liebhabern sogar die Honeymooner in diesen Zimmern auf ihre Kosten. In der obersten
Etage bietet sich dem Gast ein traumhafter Ausblick auf die kosmopolitische Stadt Köln und
ein Panorama aus dem Deutzer Messeturm, dem Fernsehturm Colonius, dem neuen Cologne
Mediatower und natürlich den Türmen des Kölner Doms.
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Radisson SAS Hotel
Messe-Kreisel 2, D-50679 Köln
|
| Architektur: |
Architektenpartnerschaft Grimbacher, Düsseldorf |
| Innenarchitektur: |
Innenarchitektur K/H, Harald Klein, Bert Haller, Mönchengladbach |
| Bilder: |
© Radisson SAS Hotel, Köln |
| Text: |
Walter Laser |