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... und Babu sagt: “Kommt und genießt!”


Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur
Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur
Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur Café, Restaurant, Bar, Club babu / Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur

Dort wo die Stadtbahnbögen am höchsten sind, an der Ecke Nussdorferstraße und Währinger Gürtel, bereichert eine neuartige Kombination aus Bar und Restaurant, Cafeteria und “Chill-out-area” die Wiener Lokalszene. “Babu”, so der klangvolle Name, ist die gekonnte Verschmelzung asiatischer Kochkunst mit österreichischer Haute-Cuisine, von schicker Erlebnisgastronomie und trendiger Cocktailbar.

Die einst vermauerten und verbretterten Bögen wurden wieder geöffnet, ihre gewaltige Dimension wieder sichtbar gemacht und der Durchblick auf die andere Gürtelseite wiederhergestellt. Schritt eins nach der Entfernung der Bogen-Stichwände war die Wiederherstellung der ursprünglichen Oberfläche. Dazu wurden die Bögen durch Sandstrahlen von alten Farb- und Putzschichten befreit und das historische Sichtziegelmauerwerk wieder sichtbar gemacht. Die beträchtliche Höhe der Bögen erlaubte den Einbau von freitragenden Galerien und Treppenaufgängen, die zum Teil, bis auf die nachträglich eingehängten Elemente, gemeinsam mit dem Mauerwerk gestrahlt wurden.

Generell basiert das gesamte Ausbaukonzept auf der Grundidee der Verwendung originaler Oberflächen, das heißt, auf Putz und Malerei wurde gänzlich verzichtet. Sichtbeton, Nussholz, Glas, Edelstahl und Schieferplatten bestimmen den Gesamteindruck. Alle Stahlbetoneinbauten sind in Sichtbeton ausgeführt, die Stahlgeländer unlackiert, Holzteile nur geölt und die Steinplatten poliert. Dank der den gesamten Raum beherrschenden Wirkung des Sichtziegelgewölbes wirkt das Lokal trotz der Verwendung sehr kühler Einbauteile und der großen Glasflächen nicht kalt, sondern wartet mit einer gemütlichen fast wohnlichen Atmosphäre auf. Projektbedingt (Gewölbe aus Sichtziegel, Fassaden aus Glas) war die Führung von gebäudetechnischen Versorgungsleitungen weder in den Wänden noch in der Decke möglich. Deshalb wurde die gesamte Verrohrung und Verkabelung im Fußboden verlegt und die Lüftungszentrale in eine Lüftungsgrube in den Untergrund verbannt. Die Versorgung mit Frischluft erfolgt über frei im Raum stehende Lüftungsstelen aus Edelstahl, die über ein Rohrsystem im Boden beschickt werden. Für die notwendige Abschottung der Küche, der Technikräume und Sanitärbereiche wurde ein geschlossener Kubus in die Bogenstruktur hineingestellt. Um den relativ harten Oberflächen der Stahlbetonteile entgegenzuwirken wurde dieser in Holz gebaut und mit Hochglanzfurnier aus kaukasischem Nussholz verkleidet.

Der Kubus nimmt mit seiner leicht gebogenen Längsseite die Verbreiterung der Stadtbahnbögen auf, die aus einem zusätzlichen Auslaufgleis im Bereich der Nussdorferstraße resultiert. Auch der Holzboden reagiert mit seinem breiter werdenden Fischgrätmuster auf diese räumliche Gegebenheit.

Um das Lokal trotz der relativ schmalen Durchgänge zu einer Einheit zusammenzufassen, wird eine Verklammerung der Bögen durch die flügelartigen Galerien hergestellt. Auch die lang gestreckte Bar vor der Glasfassade zum äußeren Gürtel leistet in diesem Zusammenhang einen entscheidenden Beitrag. Die Bodenbeläge sind den verschiedenen Funktionen der Bereiche angepasst: im Obergeschoß sind sie als roter Teppich ausgeführt. Sie verbessern die Akustik des Raumes und unterstützen als weiche Textilie am Fußboden den Lounge-Charakter. Im Eingangsbereich, der auch als TakeAway-Bereich genutzt und daher viel und direkt vom Freien aus begangen wird, wurden Schieferplatten verlegt. Der Restaurantbereich wurde mit geölten Nussholzriemenboden belegt, und als Stiegenbelag wurden Sisalläufer gewählt. Das Beleuchtungskonzept wurde mit Ausnahme der Arbeitsbereiche des Personals (Barbereiche/Küche) in indirekter Beleuchtung ausgeführt. Die Leuchtkörper treten in den Hintergrund, und das Licht fällt über die Oberflächen der Wände und Decken ein und nimmt deren Materialfarbe an. Ergänzt wird die Lichtstimmung durch Bodeneinbauspots. Sämtliche Leuchtmittel sind dimmbar und lassen sich der Tageslichtsituation anpassen. Für die warme Jahreszeit steht ein großzügiger “Schanigarten” zur Verfügung. Der Vorplatz (Gastgarten) auf der Gürtelinnenseite musste vor der Vermietung und dem Umbau erst vollständig umstrukturiert werden. Der Radweg wurde bogenförmig vom Lokal wegverlegt. Als Begrenzung zum Gastgartenbereich wurde ein Edelstahlgeländer mit Leuchtstelen montiert und die Freifläche selbst mit Kleinsteinpflaster im Sandbett ausgelegt. Dass hier mitten im Verkehrsgewühl zwischen den beiden Gürtelseiten eine Oase der Ruhe und Entspannung entstand, ist zu einem wesentlichen Teil der Unterstützung durch die Stadt Wien zu verdanken, die im Sinne der Revitalisierung der Gürtelzone finanzielle Hilfestellung leistete.

Bei diesem Projekt handelt es sich um ein gelungenes Revitalisierungskonzept, das trotz der Verwendung von sehr technischen Materialien und einer zeitgemäßen Architektur das Flair eines historischen Bauwerks zu erhalten versteht. Das Konzept für “Babu” ist noch einfacher erklärt: “Babu ist ein Ort zum Wohlfühlen, für all jene Menschen, die es lieben, genussvoll zu leben.” Oder mit Babu’s eigenen Worten: “Wenn die Welt dich langweilt, dann wechsle die Welt.”

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Café, Restaurant, Bar, Club babu

U-Bahn-Bögen 181-184, A-1190 Wien

Bauherr: W. H. Nassal G.m.b.H., Wien
Planung: Alexander Tavakoli, BauArt, Wien
Mitarbeiter: Peter Danninger, Alexandra Stibl, Sylvia Sanbach
Statik: Fröhlich & Locher
Konsulent: Fa. Mostböck - Lüftung
Glasfassade: Pilkington
Grundstücksfläche: 960 m²
Bebaute Fläche: 630 m²
Umbauter Raum: 2.730 m³
Planungsbeginn: Oktober 2000
Bauzeit: 11 Monate
Fertigstellung: April 2003
Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur
Text: Walter Laser

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