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Café Luna in den Swarovski- Kristallwelten


Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz
Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz
Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz Café Luna - Swarovski-Kristallwelten / Bilder: © Mathis Barz

Was von außen ein begrünter Hügel mit dem Gesicht eines Riesen ist, funkelt im Innern in allen Spektralfarben: die Swarovski-Kristallwelten in Wattens/A.

Erdacht vom international renommierten Multimediakünstler André Heller zogen die im Inneren ausgestellten kristallinen Schätze bisher rund 5 Millionen Menschen in ihren Bann. Nun wurden die Kristallwelten innerhalb von 20 Monaten um 1.650 m2 auf insgesamt 4.000 m2 erweitert und in weiten Teilen überarbeitet. Für Idee und künstlerische Leitung zeichnete wieder André Heller verantwortlich. Mit der architektonischen Leitung und der Gestaltung der Erweiterung, die ein Investitionsvolumen von rund 15 Mio. Euro erforderte, wurde der in Wien lebende Schweizer Architekt Mathis Barz betraut. Den neuen Shop & Sammlerclub entwarf der englische Architekt Sir Terence Conran.
Aus dem Bestand wurden Einrichtungen wie Shop, Sammlerclub, Bistro und Nebenräume in den Neubau ausgelagert und die dadurch freiwerdenden Flächen mit zusätzlichen Wunderkammern ausgestattet. Im Neubau befinden sich nun der “Kristallwelten-Shop & Sammlerclub” (850 m²), der multifunktionale Veranstaltungs- und Ausstellungsbereich “Crystal Show Case” (über 500 m²), und das “Café Luna” mit dem “Luna Salon” (220 m²). Mit Luna-Café und -Salon beschäftigen wir uns hier näher.


Café Luna

Die Herausforderung bei der Gestaltung des Café-Restaurants war, an die Intensität und den Erlebnisreichtum der Wunderkammern anzuschließen, durch die der Besucher zum Café Luna gelangt. Architekt Barz wollte die Besucher mit ungewohnter Farbigkeit und außergewöhnlichen Materialien überraschen. Als Gegenpart zum Shop, dessen Gestaltung und Farbgebung darauf ausgelegt ist, nicht von den ausgestellten und käuflichen Produkten abzulenken, lädt das Café mit einem bunten Reigen an Farben und warmem Licht zu exquisiten Speisen und Getränken.
Farbintensive Streifenwände und Glasscheiben mit mattierten Glitzerstreifen aus einem von Swarovski speziell entwickelten Kristalllack geben dem Café Luna ein ganz besonderes Ambiente.
Die furnierten Wandpaneele aus heimischer Nuss stammen von einem Nussbaum aus Wolfsbach im Mostviertel und entsprangen einer Laune der Natur.
Der Parkettboden aus sortierten, kerngeräucherten Eichenstäbchen und die apricotfarbene Akustikdecke beleben den Gastraum zusätzlich. Als Designklassiker bietet der Ant Chair von Arne Jacobsen entsprechenden Sitzkomfort, und ein zehn Meter langer Luster schmückt als kristalliner Regen die Bar. Der eigens für diesen Ort aus 3.000 geschliffenen Einzelkristallen konzipierte Kristalluster rieselt wie ein Kristallregen aus der abgehängten Decke auf die Bar hinunter. Die Beleuchtung erfolgt durch die Anstrahlung jedes einzelnen der 110 Stränge mit einem Glasfaser-Lichtleiter aus einer zentralen Lichtbox.
Auf Flexibilität in der Nutzung wurde großen Wert gelegt. Das Café-Restaurant verfügt über eine leichte, stapelbare Bestuhlung, und die runden und eckigen Tische in verschiedenen Größen lassen sich je nach Bedarf gruppieren und kombinieren. Die 10 Meter lange Bar wurde so ausgeführt, dass sie wechselweise mit verglasten Vitrinen, mit offenen Vitrinen oder mit abgedeckten Vitrinen genutzt werden kann. Der großzügige Küchenbereich ist mit zwei Durchgängen mit dem Barbereich im Gastraum verbunden. Die Küche ist mit allem ausgestattet, was für den Tagesbetrieb, wie auch für Großveranstaltungen, Events und fürs Catering benötigt wird.


Luna-Salon

André Hellers Idee war es, einen VIP-Raum zu schaffen, in dem man die Queen of England oder Mick Jagger empfangen kann, ohne sich dabei zu schämen - ein ganz besonderer Raum mit einer ganz besonderen Ausstattung. Zusätzlich sollte es auch die neue Heimstatt für 18 originale Handskizzen von weltberühmten Künstlern wie Keith Haring, Roy Lichtenstein, David Hockney und Roland Topor aus der Luna-Luna-Sammlung zum Thema Mond werden. Dafür wurden spezielle Wandvitrinen angefertigt, die entlang der elliptischen Wandschale auf unterschiedlichen Höhen angeordnet sind. Der Luna-Salon mit seinem leicht pulsierenden Sternenhimmel, der aus Lichtleiteroptiken gespeist wird, wird als Separee für besondere Anlässe genutzt: Teppichbelegte, dunkelblaue Wände mit eingelassenen Schauvitrinen umgeben den großen, ovalen 3,2 Meter langen Konferenztisch aus amerikanischer Nuss. In einem der 12 Brno-Sessel, gehalten in schwarzem Leder und entworfen von Mies van der Rohe, inmitten weltberühmter Kunst und umgeben von einem Teppich, der die verbrauchte Raumluft durch Oxidation reinigt, werden sich (so es sich ergibt) sowohl die Queen als auch Mick Jagger wohl fühlen.


Sanitärräume

Auch den “gewissen Orten” wurde sorgsame Aufmerksamkeit bei der Gestaltung gewidmet. Der offene Vorraum der WC-Gruppe, im legendären Ives-Klein- Blau gehalten, erschließt Damen-, Herren- und Behinderten-WC. Die Damen in feurigem Rot, die Herren in träumerischem Blau. Im Zentrum eine Blackbox mit WC-Kabinen und Waschtischen aus echtem Nussfurnier. Kleine Glasfliesen in Rot und Blau schmücken die Wände und ein Schuppenpanzerboden aus reinen Messingplättchen den Boden. Die Waschbecken, Urinale und Klosette aus Edelstahl veredeln diese Anlage zusätzlich und lassen das “Geschäftliche” restlos vergessen.

Bei diesem Projekt handelt es sich um ein gelungenes Revitalisierungskonzept, das trotz der Verwendung von sehr technischen Materialien und einer zeitgemäßen Architektur das Flair eines historischen Bauwerks zu erhalten versteht. Das Konzept für “Babu” ist noch einfacher erklärt: “Babu ist ein Ort zum Wohlfühlen, für all jene Menschen, die es lieben, genussvoll zu leben.” Oder mit Babu’s eigenen Worten: “Wenn die Welt dich langweilt, dann wechsle die Welt."

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Café Luna/Swarovski-Kristallwelten

A-6112 Wattens

Bauherr: D. Swarovski & Co., Wattens
Idee & künstlerische Leitung: André Heller
Architektonische Leitung & Planung: DI Mathis Barz Arch ETH, Wien
Gestaltung Shop & Sammlerclub: Sir Terence Conran
Arch. Planung von 1995: C. Wiederin & propeller Z
Malojer Projektmanagement G.m.b.H.
& Co., Innsbruck
Veranstaltungsbeleuchtung: LDDE, Wien
Raumbeleuchtung: Regent Licht, Wien
Glasfaser-Lichttechnik: Crystal Architecture, Wattens
Bar-Ausstattung: Kältepol Kühlanlagen G.m.b.H., Natters
Büro & Objekteinrichtung Malojer KG,
Innsbruck
Baumeisterarbeiten: Fröschl Bau AG, Hall in Tirol
Edelstahlverkleidungen: Eberhart Metallbau, Volders
MCE Building & Infrastructure Solution
G.m.b.H., Innsbruck
Kone G.m.b.H., Innsbruck
Spengler: Rudolf Jakubitzka G.m.b.H., Inzing
Hochkant-Industrieparkett, Eiche
kerngeräuchert, versiegelt
Akustikdesignplatte, Gipskarton,
Streulochung plus (Knauf/A)
Wandverkleidung Luna-Salon: Teppich Dura-Air
Furniere: Euro Nuss, rundgeschält (Frischeis/A)
Farbwände: MDF-Streifen, spritzlackiert
Mattierte Streifen: Kristalllack
Edelstahlsäulen Edelstahl, hochglanz-elektropoliert
Swarovski Einzelkristalle auf Stahlkabel
mit Presshülsen
Kristallluster-Beleuchtung: Je ein Lichtleiterkabel pro Strang
Kristallluster-Entwurf Arch. DI Barz/A
Bar-Ausstattung Massivholz und Furniere: Euro Nuss, (Frischeis/A)
Bilder: © Dr. Kolbeck, Paulitsch, Archiv Architektur
Text: Walter Laser

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