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Balance Resort Stegersbach


Balance Resort Stegersbach / Bilder: © Balance Resort Stegersbach, Archiv/archispere architects & designers Balance Resort Stegersbach / Bilder: © Balance Resort Stegersbach, Archiv/archispere architects & designers
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Ein Quantensprung in der Planung zeitgenössischer Wellnesshotels?

Als kompakter Solitär präsentiert sich das im März dieses Jahres eröffnete Balance Resort. Hier ist es den Planern archisphere gelungen, ein dichtes Paket an Nutzungen in einen zwar mächtigen, aber doch sensibel formulierten Baukörper zu transformieren. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Jungarchitekten nicht nur die Form des Gebäudes sondern auch jegliche Möblierung und Lichtkonzepte entwickelten. Wie schon beim vorgehend besprochenen Projekt „Golf- und Thermenresort Stegersbach“ war auch dieses Hotel Resultat eines Architekturwettbewerbes, allerdings mit dem Wunsch des Bauherrn das „erste Haus am Platz“ zu sein. Nach außen präsentiert sich das Balance Resort auf sechs Ebenen mit einer schlichten Holzfassade und unzähligen Balkonen, während sich der Innenbereich durch spannende Einblicke inszeniert. Das zentrale Atrium ist das Herz aller öffentlichen Funktionen, die um ebendieses angelegt sind.
Über die ebenerdig liegende Rezeption gelangt man weiter in die Bar, die wiederum stufenlos in den „Humidor“, eine überdimensionale Zigarrenschachtel, übergeht. Man sitzt allerdings nicht in einer Klaustrophobie erzeugenden Zigarrenkiste, vielmehr bildet die „Cigarlounge“ einen leicht abgetrennten Abschluss der Bar. Vor den Räumlichkeiten der Liebhaber des blauen Dunstes erstreckt sich eine weitläufige Terrasse, während eine Ebene tiefer das Restaurant liegt. Dieser den gastronomischen Genüssen gewidmete Bereich ist entweder über eine intime Vinothek oder über eine Brücke, die das Atrium durchkreuzt und Sichtbezüge zum umgebenden Baukörper zulässt, zu erreichen. Auf der untersten Ebene des zylindrischen Baukörpers befindet sich der Seminarbereich mit einer weiteren räumlichen Spezialität: Die Bodenfläche des Atriums, mit beigem Feinsteinzeug ausgelegt, dient als Bühne für Präsentationen wie auch als Pausenraum für Seminarteilnehmer. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die drei Seminarräume zusammenzulegen, und der durch die Dachauskragung beschattete Außenraum ist als zusätzlicher Arbeitsbereich in den Sommermonaten nutzbar.
Und wo bleibt Raum für das Vergnügen neben all diesen Arbeitsflächen? Auch dafür ist gesorgt: Obwohl ein Verbindungsgang zur Therme Stegersbach vorhanden ist, wurde ein eigener Gesundheits- und Entspannungsbereich geschaffen, der in dieser Form seinesgleichen sucht. Aufmerksamkeit erregt vor allem der außergewöhnliche Saunabereich: Das Dampfbad brilliert durch ein sanftes Regenbogenspiel, das von glitzernden Mosaikfliesen hervorgerufen wird, während die Sauna durch minimalistische Möblierung besticht. Besonders angenehm an diesem Schwitzbad ist seine Helligkeit, hervorgerufen durch hinterleuchtete und verglaste Bilder mit überdimensionalen Pflanzendarstellungen als Inhalt. Das insgesamt 2.000 m2 umfassende Beauty- und Spa-Areal ist natürlich belichtet, was außerdem den Ausblick auf die sanft umgebende Landschaft zulässt.
Neben dem umfassenden Entspannungsprogramm ist an dieser Stelle definitiv auf die Zimmer des Balance Resort hinzuweisen. Atmosphärisch gleichen die privaten Räumlichkeiten der Gäste mehr loftartigen Wohnräumen als standardisierten Hotelzimmern. Verstärkt wird diese „Wohnemotion“ zusätzlich durch ein räumliches Integrieren der Badezimmer. Allerdings ist die speziell entwickelte und mosaikverflieste Badelandschaft auch so schön, dass sie keinesfalls hinter Badezimmerwänden versteckt werden muss.
Insgesamt bietet das Hotel 141 Zimmer, wobei die „Standardzimmer“ im riegelförmigen Teil des Komplexes untergebracht sind, während sowohl die Zimmer des familientauglichen Typus (inkludiert ein zusätzliches Zimmer mit zwei Einzelbetten) als auch die 12 Suiten im zylindrischen Baukörper situiert sind. Die von außen sehr harmonisch wirkende Fassade ist bis in die Zimmer spürbar: Tiefe, bepflanzte Loggien stellen Vermittler zwischen Landschaft und Architektur dar, und die Brüstungen setzen sich abwechselnd aus heimischen Holzarten, Glaselementen und Blumentrögen zusammen.
Das Balance Resort zählt wohl zu jenen Hotelanlagen mit Wellness-Schwerpunkt, die mit sensibler Federführung entwickelt und realisiert wurden.
Ein Baukörper, der durch seine Situierung am Bauplatz auf den Sonnenstand und somit optimale Zimmerbelichtung eingeht und zusätzlich die umgebende Landschaft reflektiert.


Balance Resort Stegersbach

Panoramaweg, A-7751 Stegersbach

Bauherr: S-Tourismus-Fonds
Planung: archisphere architects & designers/arch.eu
Projektleitung: Gabriel Kacerovsky/Thomas Kreiner
M. Knob, A. Ginzel, R. Esslbauer, Ch. Müller-Zarl,
K. Bichler, T. Girstmayr, P. Rasp, A. Henning,
F. Sterkl, S. Ayromlu, J. Mosbach
Bebaute Fläche: 3.600m²
Umbauter Raum: 54.600m³
Planungsbeginn: 2003
Bauzeit: 18 Monate
Fertigstellung: März 2005
© Balance Resort Stegersbach, Archiv/archispere
architects & designers
Text: Sandra Knöbl

Ausstattung:

Hotelzimmer, Badezimmermöbel: Voglauer hotelConcept
Hans Jörg Kofler G.m.b.H.
Büromöbel: Neudörfler G.m.b.H.
Ayurveda-Liege: Thermarium G.m.b.H.
Nova Touch, Fun Control, Nova Stock
(Warenwirtschaft), Protel: Novacom
Gartengestaltungsausführung: Ing. Alfred Bieberle
red-orange office solutions
Proform
Beleuchtung: Molto Luce
SPA- und Wellnessbereich: Deckelmann

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